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Sparte Industrie

Europa beschleunigen: European Permitting Conference

Informationen der Bundessparte Industrie

Lesedauer: 1 Minute

21.09.2026
Lange Genehmigungsverfahren zählen zu den größten Hürden für Industrieinvestitionen in Europa. Die European Permitting Conference diskutierte Lösungen.

Warum dauern in Europa Genehmigungsverfahren oft einige Jahre statt einiger Monate?  In der ersten European Permitting Conference, die im September 2026 in Brüssel stattgefunden hat, widmeten sich Expert:innen aus Kommission, Parlament und Industrie der Frage, wie Bürokratie abgebaut, Genehmigungsverfahren vereinfacht und Europa damit kompetitiv und klimaneutral gemacht werden kann. Der Veranstalter, die „Informal Coalition on Permitting“ (ICP), ist ein Zusammenschluss von rund 30 europäische und nationale Organisationen aus den Bereichen Industrie sowie Energieerzeugung und Infrastruktur mit dem gemeinsamen Ziel, Genehmigungsverfahren in Europa zu beschleunigen.

Aktuell sind Unternehmen bei der Umsetzung von Projekten mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Die Fragmentierung zwischen unterschiedlichen Verwaltungsebenen und Behörden, personelle und fachliche Engpässe in den Genehmigungsbehörden und Überschneidungen von Zuständigkeiten – all dies führt zu Beeinträchtigungen der Verfahren und resultiert in einem Mangel an Vorhersehbarkeit, der Investitionsentscheidungen erschwert. Dieses Phänomen zieht sich durch zahlreiche Schlüsselindustrien Europas, in der traditionellen Energiewirtschaft wie auch bei erneuerbaren Energien.

Im Zuge der Konferenz diskutierten die Vortragenden unterschiedliche Reformvorschläge, um Europas Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz wieder zu stärken. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die bessere Koordinierung zwischen den zuständigen Behörden. Weitergehend ist der Vorschlag, eigene zentrale Anlaufstellen („One-Stop-Shops“) zu schaffen, bei denen mehrere Genehmigungsverfahren für ein Projekt gebündelt werden. Um überlange Verfahrensdauern zu vermeiden, sprachen sich mehrere Diskussionsteilnehmer:innen für eine Genehmigungsfiktion („deemed approval“) bei der Überschreitung von Entscheidungsfristen aus. Neben regulatorischen Reformen wurde eine Stärkung der Verwaltungskapazitäten gefordert. Mehr Personal, größere fachliche Expertise und die Verwendung digitaler Tools könnten die Effizienz der Genehmigungsverfahren verbessern. 


Autorin: Katja Schager, LL.M. 

E-Mail: Katja.schager@wko.at