Unternehmerinnen tragen Kärntens Wirtschaft – Gesundheitsschwerpunkt bei Frau in der Wirtschaft 2026
Frauen führen Unternehmen, schaffen Arbeitsplätze und tragen Verantwortung – oft unter hoher Mehrfachbelastung. Mit dem Jahresschwerpunkt Frauengesundheit rückt Frau in der Wirtschaft Kärnten 2026 ein Thema in den Mittelpunkt, das unmittelbar mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verbunden ist. Mehr als 20 Veranstaltungen im ganzen Land widmen sich gezielt dem Thema Frauengesundheit – der Schwerpunkt liegt bei Herzgesundheit. Jede Frau sollte am Jahresende wissen, welche Anzeichen zu beachten sind, um schnell reagieren und auch das Leben anderer Frauen retten zu können.
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Mehr als vier von zehn Unternehmen in Kärnten werden von Frauen geführt. Damit prägen Unternehmerinnen den Wirtschaftsstandort Kärnten nachhaltig - als Gründerinnen, Arbeitgeberinnen und Verantwortungsträgerinnen. Gleichzeitig stehen viele Frauen, insbesondere im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, unter besonderem Druck: Berufliche Verantwortung, Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen fallen oft zusammen. Frau in der Wirtschaft Kärnten (FiW) nimmt diese Realität zum Anlass, das Jahr 2026 unter den Schwerpunkt Frauengesundheit zu stellen.
Unternehmerinnen stärken heißt Verantwortung ernst nehmen
WK-Vizepräsidentin und FiW-Landesvorsitzende Astrid Legner betonte im Rahmen der Pressekonferenz die wirtschaftliche Bedeutung von Gesundheit: „Unternehmerinnen tragen tagtäglich Verantwortung – für ihre Betriebe, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für den Wirtschaftsstandort Kärnten. Wenn wir über Leistungsfähigkeit und unternehmerischen Erfolg sprechen, müssen wir auch über Gesundheit sprechen. Mit dem Jahresschwerpunkt Frauengesundheit wollen wir Unternehmerinnen stärken, Bewusstsein schaffen und konkrete Angebote setzen.“ Neben dem Jahresschwerpunkt präsentierte FiW auch das neue #macherin-Journal, das Unternehmerinnen sichtbar macht und ihre Leistungen würdigt. Es ist Teil einer breiten Initiative, die wirtschaftliche Stärke, persönliche Entwicklung und Vernetzung zusammendenkt.
Zahlen, die zeigen, wie weiblich Kärntens Wirtschaft ist
Wie stark Frauen die Kärntner Wirtschaft tatsächlich tragen, machte FiW-Landesgeschäftsführerin Tanja Telesklav anhand aktueller Zahlen deutlich. Insgesamt sind 19.069 Unternehmerinnen Mitglied der Wirtschaftskammer Kärnten, was rund 41 Prozent aller Unternehmen im Land entspricht. Auch bei den Gründungen ist der Frauenanteil mit 36,7 Prozent (1.765 Neugründungen im Vorjahr bis 15.12.2025) hoch. Besonders markant ist der Anteil bei den Ein-Personen-Unternehmen (EPU): Von rund 24.300 EPU in Kärnten werden knapp 49 Prozent von Frauen geführt. Im Alter von mehr als 65 Jahren sind in Kärnten noch immer 1.197 Ein-Personen-Unternehmerinnen aktiv – über 90 Jahren sind es 7. „Diese Zahlen zeigen klar, dass Unternehmerinnen eine tragende Säule der Kärntner Wirtschaft sind – in allen Bezirken und quer durch alle Branchen und in jedem Alter“, so Telesklav. Gleichzeitig werde sichtbar, dass wirtschaftliche Verantwortung oft mit einer hohen persönlichen Belastung einhergehe und Gesundheit eine wesentliche Rolle spielt. „Gerade deshalb ist es unsere Aufgabe als Interessenvertretung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die wirtschaftlichen Erfolg und Gesundheit gleichermaßen ermöglichen.“
Herzgesundheit als zentrales Wirtschaftsthema
Vor diesem Hintergrund setzt FiW im Jahr 2026 bewusst einen inhaltlichen Gesundheitsschwerpunkt. Mehr als 20 Veranstaltungen sind geplant, die sich über alle Bezirke erstrecken und Unternehmerinnen praxisnah informieren, sensibilisieren und stärken sollen. Anna Rab, Gendermedizinerin und Vertreterin der Initiative GO RED, machte besonders auf das Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen aufmerksam. Diese sind die häufigste Todesursache bei Frauen: Rund 35 Prozent aller Frauen in Österreich sterben daran. Demgegenüber stirbt nur jede 25. Frau an Brustkrebs. Jährlich versterben in Österreich rund 16.000 Frauen an einem Herzinfarkt – um etwa 2.000 mehr als Männer. Besonders problematisch sei, dass sich ein Herzinfarkt bei Frauen häufig sieben bis zehn Jahre im Voraus ankündigt, die Symptome jedoch oft anders sind als bei Männern. Müdigkeit, Rückenschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Kurzatmigkeit zählen zu den häufigsten Warnsignalen, die vielfach nicht mit dem Herzen in Verbindung gebracht werden. „Viele Frauen nehmen selbstverständlich Krebsvorsorge in Anspruch, realisieren aber ihr deutlich höheres Herz-Kreislauf-Risiko nicht“, so Rab. Eine klassische Gesundenuntersuchung reicht dafür nicht aus.
Stress, Dauerbelastung und fehlende Erholungsphasen wirken sich zusätzlich negativ auf die Herzgesundheit aus – ein Risiko, das insbesondere Unternehmerinnen betrifft. Genau hier setzen die FiW-Veranstaltungen an: Sie vermitteln Wissen, schaffen Bewusstsein und zeigen, wie Prävention auch im fordernden Alltag von Unternehmerinnen realistisch umgesetzt werden kann.
Auftakt und ganzjähriger Schwerpunkt
Ein zentraler Programmpunkt im FiW-Jahr 2026 ist die Veranstaltung am 18. März, die sich gezielt mit Herzerkrankungen bei Frauen auseinandersetzt. Sie ist Teil einer landesweiten Reihe, die das Thema Frauengesundheit als wirtschaftsrelevant begreift und Unternehmerinnen niederschwellig erreicht. Mit dem Jahresschwerpunkt Frauengesundheit macht Frau in der Wirtschaft deutlich: Wirtschaftlicher Erfolg und Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden. Oder wie Astrid Legner es zusammenfasste: „Nur wer auf sich selbst achten kann, kann langfristig Verantwortung für andere übernehmen.“