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Im Hintergrund ist die Rückenansicht der Beine von vier Personen, die auf einer Straße gehen. Im Vordergrund ist die Flagge der europäischen Union darüber gelegt
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Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, Landesinnung

EU-Aktuell Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik Nr. 1 | Ausgabe März 2026

Aktuelle EU-Gesetzesvorhaben, Initiativen und Neuigkeiten für Installations- und Gebäudetechniker:innen

Lesedauer: 4 Minuten

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16.04.2026

Mit der Informationsreihe "EU-Aktuell" berichten wir regelmäßig über aktuelle EU-Gesetzesvorhaben, Initiativen, Neuigkeiten und Wissenswertes aus Brüssel und die Verbandsarbeit des europäischen Verbandes GCP Europe.

In dieser Ausgabe beleuchten wir die bedeutende Rolle der Sanitärtechnikbetriebe für die Energie-, Wasser- und Klimawende und die jüngsten Initiativen der Europäischen Interessenvertretung in den Bereichen Sanitär und Wasserhygiene bis hin zu wichtigen politischen Entwicklungen, die die tägliche Arbeit der Fachkräfte in ganz Europa betreffen.

Sanitärtechnik und Wasser – Anerkennung unverzichtbarer Berufe für Europas Wandel

Im März 2026 würdigte GCP Europe den Welttag der Installation (11. März) und den Welt-Wassertag (22. März) als Europäischer Dachverband mit Pressemitteilungen und hob dabei die entscheidende Rolle der Fachkräfte im Sanitärtechnikbereich für die EU-Nachhaltigkeits- und Sicherheitsagenda hervor.

  • Installateur:innen sichern täglich sauberes Trinkwasser, funktionierende Sanitärsysteme und effiziente Energie- und Wasserlösungen. Damit leisten sie einen direkten Beitrag zu Gesundheit, Umweltschutz und zur Energiewende.
  • Mit steigenden Anforderungen an immer komplexer werdende Systeme wächst auch die Bedeutung des Berufs und einer fundierten Berufsausbildung: Ob Heizung, Wassereffizienz oder Raumluft – Installateur:innen setzen zentrale Klima- und Infrastrukturziele praktisch um.

Zentrale Anliegen von GCP Europe:

  • Anerkennung des/r Installateurs/in als reglementierter Beruf zur Sicherung von Qualität und Sicherheit
  • Mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung des Berufs in der Öffentlichkeit
  • Stärkere Rolle von Wasserinfrastruktur und Fachkompetenz für Versorgungssicherheit und Resilienz

→ Warum ist das Erreichen dieser interessenpolitischer Ziele wichtig? Der Erfolg der nachhaltigen Energie- und Wasserwende in Europa hängt von qualifizierten und anerkannten Fachkräften ab, die in der Lage sind, hochwertige Anlagen zu realisieren. Soweit die Position von GCP Europe, die die Meinung aller Mitgliedsverbände widerspiegelt.

Die vorgeschriebene Ausbildung und die Zugangsbestimmungen zu den Berufen der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik in Österreich garantieren nicht nur Qualität bei der Ausführung von Leistungen, sondern auch einen qualitativ wertvollen Beitrag der Branche zur Energie- und Klimawende.


Kompetenzen & Arbeitskräfte – Von der Strategie zur Umsetzung

Das EU-Projekt RESkill4NetZero wird im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ finanziert und soll dazu beitragen, den Fachkräftemangel im Bereich der erneuerbaren Energien durch Schulungen, Zertifizierungen und die Zusammenarbeit zwischen Akteuren in ganz Europa zu bekämpfen. Das Projekt schreitet weiter voran: die Branche wird intensiv an der Entwicklung der Lehrpläne beteiligt und die Zusammenarbeit wird unter der Koordination von GCP Europe bald ihre Arbeit aufnehmen.

In wenigen Wochen wird GCP Europe auch beim EU-Projekt RENReady mitzuarbeiten beginnen, das speziell darauf abzielt, Qualifizierungssysteme für erneuerbare Wärme in der gesamten EU durch die Entwicklung innovativer Instrumente zu harmonisieren und zu modernisieren. Da die Europäische Kommission bestrebt ist, die Mobilität und Qualität der Arbeitskräfte über Grenzen hinweg durch Initiativen zu Mikroqualifikationen, der Übertragbarkeit von Kompetenzen und Zertifizierung zu verbessern, hat die von GCP Europe mitgetragene Partnerschaft Renewable Energy Skills Erklärungen zu Mikroqualifikationen und ZertifizierungKI und Digitalisierunghochwertigen Arbeitsplätzen sowie der Initiative zur Übertragbarkeit von Kompetenzen verabschiedet.

Warum sind diese Maßnahmen wichtig? Der Fachkräftemangel ist nach wie vor eines der größten Hindernisse für die großflächige Einführung sauberer und nachhaltiger Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme. Dieses Hindernis abzubauen, ist ein Ziel der vielfältigen Mitarbeit von GCP Europe bei unterschiedlichen Initiativen.


Die Prioritäten der Installateure in der EU-Politikagenda 2026 vorantreiben

Die EU treibt 2026 viele neue Gesetzesinitiativen und -projekte voran – von nachhaltiger Heizung und Elektrifizierung bis zur Sanierung, Qualifikationen (Green Skills) und Digitalisierung. Das wird den Arbeitsalltag von Installationsbetrieben, den Fachkräftebedarf und die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiter:innen langfristig beeinflussen.

GCP Europe bringt über die Mitarbeit der nationalen Interessenvertretungen die Praxis der Installateur:innen direkt in EU-Gesetzwerdungsprozesse ein und setzt sich ein für:

  • praxistaugliche Gesetze
  • SHL-Berufe Anerkennung als Schlüsselberufe der Energiewende
  • Verbesserung von Aus- und Weiterbildung
  • gesunde Gebäude und gutes Raumklima
  • Bürokratieabbau

So wird die SHL-Branche in Brüssel stärker gehört – nicht nur als Ausführende wahrgenommen, sondern als wichtige Partner der Energiewende anerkannt.


Wichtige EU-Initiativen, die GCP Europe weiterhin beobachtet

Zu den relevantesten EU-Vorhaben, die 2026 vorangetrieben werden, gehören:

Welche Bereiche der Gebäudetechnik werden die genannten EU-Vorhaben vermutlich europaweit grundlegend bestimmen? Es sind dies …

  • der Renovierungsbedarf (auch den SHL-Bereich) in ganz Europa,
  • die Ausbildung von Installateur:innen und die Anforderungen an deren berufliche Qualifikationen,
  • die Umsetzung und Anwendung von Digitalisierung und Befolgung von Datenschutzpflichten,
  • den Zugang von KMU zu Finanzmitteln und Märkten.

Durch die aktive Mitwirkung an diesen Initiativen stellt GCP Europe sicher, dass die Interessen der SHL-Betriebe Europas dort Gehör finden, wo in Brüssel Entscheidungen getroffen werden.

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