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Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Andreas Rotter
© Foto Augustin
Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, Bundesinnung

Andreas Rotter neuer Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der österreichischen Installateure

Interview mit dem Salzburger Landesinnungsmeister Andreas Rotter

Lesedauer: 5 Minuten

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10.03.2026

In der konstituierenden Sitzung des Bundesinnungsausschusses der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker am 18. Juni 2025 wurde einstimmig ein neuer Vorstand der Bundesinnung gewählt. Seitdem steht der steirische Landesinnungsmeister (LIM) Anton Berger als Bundesinnungsmeister an der Spitze der Bundesinnung. Als seine Stellvertreter unterstützen ihn tatkräftig der Wiener Franz Schnöller und der niederösterreichische Landesinnungsmeister Gerald Kopsa.

Wie geplant kam es nun 2026 zu einem Wechsel bei den Bundesinnungsmeister-Stellvertretern. Auf Gerald Kopsa, der auch zusätzlich mit viel Engagement die Funktionen des Bundeslehrlingswartes und des Ausschussvorsitzenden für Aus- und Weiterbildung erfüllt und sich bis März 2026 bereit erklärt hat, auch als Bundesinnungsmeister-Stellvertreter den Vorstand der Bundesinnung zu verstärken, folgt nun ab sofort der Salzburger Landesinnungsmeister Andreas Rotter. 

Die Bundesinnung bedankt sich bei LIM Gerald Kopsa, der seit der konstituierenden Sitzung des Bundesinnungsausschusses die Funktion des Bundesinnungsmeister-Stellvertreters innehatte, herzlich für seinen Einsatz.

Der neue Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Andreas Rotter stellt sich in einem Interview vor und beschreibt, was es für ihn bedeutet, Installateur mit Leidenschaft zu sein.

Herr Rotter, Sie beschreiben sich gerne als Handwerker mit Verstand, Herz und Fingerfertigkeit. Was kann man sich darunter vorstellen?

Andreas Rotter: Ich bin seit 1963 und in dritter Generation Installateur und Handwerker mit Verstand, Herz und Fingerfertigkeit. Bereits vor meiner Lehrzeit durfte ich im elterlichen Unternehmen mitwirken. Unser Handwerk habe ich von der Pieke auf gelernt. Statt der Kinderrassel gab es als Kind eine kleine Wasserpumpenzange für mich. Für Taschengeld brachte ich die Werkstatt im Familienbetrieb auf Vorderman: obwohl das Sortieren von Dichtungen nicht zu meinen Lieblingsaufgaben gehörte. Aber trotzdem gehört auch das dazu. Jedenfalls fasziniert mich seit jeher der Kontakt mit Kunden und das Finden der richtigen Lösungsansätze für ihre Bedürfnisse.

Wenn mich nach 44 Jahren Berufserfahrung wer fragen würde, welchen Beruf ich erlernen möchte, käme nur ein Beruf in Frage: "Gas-, Wasser-, Heizungs- und Lüftungstechniker" mit der Ausrichtung auf Kälte- und Regelungstechnik

Wenn mich nach 44 Jahren Berufserfahrung wer fragen würde, welchen Beruf ich erlernen möchte, käme nur ein Beruf in Frage: "Gas-, Wasser-, Heizungs- und Lüftungstechniker" mit der Ausrichtung auf Kälte- und Regelungstechnik.

Sie meinen also, das Handwerk des Installateurs oder der Installateurin von der Pieke auf zu lernen, ist wichtig?

Andreas Rotter: Ja, absolut. Das Weitergeben von Fertigkeiten und Kenntnissen war seit dem Beginn der Spezialisierung in die verschiedenen Berufe von jeher das Um und Auf. Daraus hat sich dann im Laufe der Jahrhunderte die Lehrausbildung entwickelt. Ab 1982 absolvierte ich meine Lehre zum Gas-, Wasser- und Heizungsbauer bei einem befreundeten Installateur in der Firma Alois Matousch. Nach dem Grundwehrdienst und drei Jahren als Servicetechniker habe ich die Konzessionsprüfung Gas- und Sanitärtechnik abgelegt. Dem folgte die Meisterprüfung für Heizungs- und Lüftungstechnik und die Ausbildung zum Kältetechniker.

Sie haben also einige Aus- und Weiterbildungen absolviert und die berufliche Ausbildung ist Ihnen ein besonderes Anliegen, die bei Ihnen in die berufliche Selbstständigkeit geführt hat?

Andreas Rotter: Die berufliche Ausbildung in Form der Lehre ist heute wichtiger denn je. Insbesondere in einem Beruf wie dem unsrigen, denn wo gibt es noch einen Beruf, der so auf eine nachhaltige Zukunft von uns allen ausgerichtet ist wie der Installateurberuf? Und dazu bietet er auch noch ausgezeichnete Berufs- und Karrierechancen, wenn man sich engagiert und leistungsbereit ist. Seit 2008 bin ich auch im WIFI als Couch für Gas-, Wasser-, Heizungs- und Lüftungstechnik tätig.

Seit 2011 bin ich mit einem eigenen Betrieb selbstständig und engagiere mich seit 2012 im Salzburger Innungsausschuss, dem ich seit über zehn Jahren seit 2015 als Landesinnungsmeister vorstehe. Zusätzlich bin ich auch als Vertreter der Salzburger Installateurbetriebe Mitglied im Ausschuss der Bundesinnung und erfülle seit 2017 mit viel Freude und Einsatz die Position des Obmanns des Zukunftsforum SHL, einem Zusammenschluss von Unternehmen der Wertschöpfungskette der Heizungstechnik. 

Mir ist es ein großes Anliegen, dass wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und etwas für unseren Berufsstand weiterbringen.

Haben Sie bei diesen vielfältigen Beschäftigungen als Interessenvertreter und neben der Ausübung ihrer selbstständigen Berufsausübung und der Leitung ihres Unternehmens noch Freizeit?

Andreas Rotter: Doch, doch, auch in der Freizeit Beschäftigungen und Leidenschaften nachzugehen, ist in meinen Augen wichtig. Das dient dem Ausgleich und weitet den Blick. Hobbys habe ich natürlich auch, die auch etwas mit Feuer und Rauch zu tun haben. Ich bin dem Räuchern von Fisch und Fleisch verfallen und grille gerne für die Familie und Freunde. Mit großer Passion bin ich Juror bei Grillmeisterschaften ABA (Austrian Barbecue Association).

Seit meinem 21. Lebensjahr wirke ich in unserem Trachtenverein "Brauchtumsgruppe Salzburg West" mit und bin dort Obmann Stellvertreter, um bei der Pflege der Volkskultur im Lande mitzutun, die mir sehr am Herzen liegt. Meine Familie bedeutet mir ebenfalls sehr viel – ich versuche daher, so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen. Die Silberhochzeit haben meine Frau Gerti und ich letztes Jahr mit Dankbarkeit gefeiert.

Für Nachwuchs haben wir auch gesorgt und auf unsere zwei Söhne, 23 und 25 Jahre, sind wir sehr stolz. Der jüngere Sohn Thomas geht in meine berufliche Richtung und studiert in Puch/Urstein auf der FH „Green Building – Design und Engineering“ (Bachelor). Der ältere Sohn Daniel befindet sich gerade im Rahmen seines Masterstudiums auf einem Auslandssemester in Jönköping (Schweden).

Was wollen Sie im Vorstand als Bundesinnungsmeister-Stellvertreter einbringen?

Andreas Rotter: Mir ist es ein großes Anliegen, dass wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und etwas für unseren Berufsstand weiterbringen. Ich bin sozusagen die Stimme des österreichischen Westens, also der westlichen Landesinnungen im Vorstand der Bundesinnung. Unserem Bundesinnungsmeister Toni Berger ist es ein großes Anliegen, dass alle Landesinnungen aktiv mitgestalten können.

Seine Linie hat sich bereits am Beginn seiner Zeit als Bundesinnungsmeister gezeigt, als unter Einbringung aller Bundesländer erstmals der Bundesinnungsausschuss am Beginn einer neuen WK-Funktionsperiode ein umfassendes und zukunftsweisendes Leitbild mit interessenpolitischer Strategie der Bundesinnung beschlossen hat.

Vielen Dank für das Gespräch.

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