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Ein kleiner Holzwürfel steht auf grünem Gras. Auf dem Würfel ist die Grafik eines Balkendiagramms, die Balken werden von oben nach unten länger und stellen farblich Energieklassen dar. Darüber symbolisch ein grünes Dach, links ein Pfeil, rechts ein Blatt.
© CURIOS | stock.adobe.com
Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, Bundesinnung

Sanierungsoffensive als Hebel: Öffentliche Gebäude in der Pflicht

SHL-Branche spürt weiter Zurückhaltung – Aufholbedarf bei öffentlichen Gebäuden – Berger setzt auf Vorbildwirkung: "Modernisierung dort, wo CO2-Einsparungen besonders effizient möglich sind"

Lesedauer: 3 Minuten

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06.03.2026

Die wirtschaftliche Entwicklung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik (SHL) zeigt sich nach einer langen Rezession zwar leicht erholt, insgesamt aber weiter zurückhaltend. „Bei vielen Betrieben kommt der Aufschwung noch nicht an. Der Neubaubereich schwächelt weiterhin. Was uns trägt, ist momentan die Sanierung – vor allem der Heizungstausch und im Sanitärbereich“, fasste Anton Berger, seit Juni 2025 neuer Bundesinnungsmeister, die Lage bei einem Pressegespräch im Rahmen der Energiesparmesse Wels zusammen.

Öffentliche Gebäude haben Nachholbedarf

Großes Potenzial ergibt sich aus den EU-Nachhaltigkeitszielen, die unter anderem eine vollständige Dekarbonisierung des Gebäudesektors in den nächsten 25 Jahren vorsehen. Laut Wirtschaftsministerium werden aktuell in Österreich noch 35 Prozent der rund vier Millionen Hauptwohnsitze fossil mit Erdgas oder Erdöl beheizt.

Der Blick richtet sich aber auch auf den öffentlichen Sektor: Ein Drittel der Bundesgebäude im öffentlichen Eigentum wird laut einer jüngst veröffentlichten Studie weiterhin fossil beheizt. Nur 5 Prozent der öffentlichen Gebäude erreichen gute Energiestandards. Anton Berger: "Die öffentliche Hand sollte bei ihren Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, die gesetzlichen Umweltvorgaben und -ziele zu erreichen."

Die öffentliche Hand sollte bei ihren Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, die gesetzlichen Umweltvorgaben und -ziele zu erreichen.

Die Sanierungsoffensive 2026 setzte zu Beginn auf zwei Instrumente: den Kesseltausch für klimafreundliche Heizsysteme und den Bonus für thermisch-energetische Sanierungen. Von 2026 bis 2030 sind dafür jährlich 360 Millionen Euro vorgesehen, insgesamt somit 1,8 Milliarden Euro.

Seit der Neuauflage Ende November 2025 hat sich laut Ministerium gezeigt, dass rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf den Sanierungsbonus entfallen und nur rund ein Drittel auf den Kesseltausch. Weil der Kesseltausch im Vergleich deutlich höhere CO2-Einsparungen pro eingesetzten Euro ermöglicht, wurde die Sanierungsoffensive angepasst: Neue Förderanträge sind seit Februar 2026 nur mehr für den Kesseltausch möglich.

Chancen für CO2-Wirkung und Planungssicherheit

Aus Sicht der Bundesinnung eröffnet diese Neuausrichtung eine neue Etappe, um Treibhausgasemissionen zu verringern und die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen – vor allem durch Heizungsmodernisierungen. "Wenn wir mit dem eingesetzten Geld möglichst viel CO2 einsparen wollen, dann ist der Kesseltausch ein starker Hebel. Und wichtig ist auch: Die Konsumentinnen und Konsumenten und die Betriebe können endlich besser planen", so Berger.

Wenn wir mit dem eingesetzten Geld möglichst viel CO2 einsparen wollen, dann ist der Kesseltausch ein starker Hebel.


Er bewertet dabei insbesondere die mehrjährige Perspektive der Förderperiode 2026 bis 2030 sehr positiv. Ebenso erfreulich ist, dass thermische Solaranlagen bei gleichzeitigem Einbau des förderungsfähigen Heizungssystems mit einem zusätzlichen Bonus von 2.500 Euro erfasst sind.

Eine rasche und konsequente Modernisierung öffentlicher Gebäude könne nun doppelt verstärkend wirken: als messbarer Beitrag zu den Klima- und Energiezielen sowie als sichtbares Signal an die Bevölkerung und die Wirtschaft. Berger: "Die Sanierungsoffensive schafft dafür einen finanziellen Rahmen. Entscheidend wird sein, dass die Umsetzung in der Breite gelingt und Modernisierung punktgenau dort stattfindet, wo die CO2-Einsparungen pro Euro besonders hoch sind."

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