Internationalisierungsradar 2/2026: Österreichs Außenwirtschaft trotzt Krisen
Entwicklungen und Kennzahlen zur österreichischen Außenwirtschaft
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Zu Beginn des Jahres 2026 zeigte sich im österreichischen Außenhandel eine vorsichtige Erholung. Die Güterexporte legten im ersten Quartal sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahr zu. Diese Entwicklung ist nicht unbeachtlich, da sie in einem weiterhin angespannten internationalen Umfeld erfolgte.
Der Nahost-Konflikt erhöhte erneut die geopolitische Unsicherheit, belastet Lieferketten und verteuert Energie-, Rohstoff- und Transportkosten. Gleichzeitig steht die österreichische Industrie schon seit längerem unter starkem preislichen Wettbewerbsdruck. Durch die jüngsten Lohnabschlüsse unter der Inflationsrate und mit zum Teil mehrjähriger Laufzeit konnte seit Herbst eine Trendwende erreicht werden.
Das weitere Zurückfallen bei der preislichen Wettbewerbsfähigkeit wurde zwar gestoppt, aber der Rückstand dadurch nicht aufgeholt. Weiterhin hinter ihrem Potenzial bleiben die österreichischen High-Tech-Exporte. Rückläufige passive Direktinvestitionen deuten überdies darauf hin, dass es standortpolitischen Hausaufgaben zügig zu absolvieren gilt, um die eigene Attraktivität als Investitionsstandort wieder zu erhöhen.
Entwicklung der österreichischen Güterexporte im Quartalsvergleich
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Schwerpunkte im aktuellen Internationalisierungsradar
- Positive Exportdynamik im ersten Quartal 2026
- Nahost-Konflikt setzt globale Lieferketten unter Druck
- Verantwortungsvolle Lohnpolitik mildert den preislichen Wettbewerbsdruck
- Österreichs High-Tech-Exporte mit verhaltener Dynamik
- Passive Direktinvestitionen 2025 im Minus
Fazit
Angesichts eines schwierigen globalen Umfelds erweist sich die exportorientierte österreichische Wirtschaft als erstaunlich robust. Globale geopolitische Strukturveränderungen, zunehmender Protektionismus und eine verschärfte Konkurrenz – insbesondere durch China – belasten die heimischen Exportunternehmen dennoch in zunehmendem Maße.
Positive Impulse durch den Export dürfen in diesem Umfeld daher nicht weiter als Selbstläufer gesehen werden. Vielmehr ist es erforderlich, das eigene außenwirtschaftliche Umfeld aktiv politisch zu gestalten. Neben der Erweiterung und Vertiefung des EU-Binnenmarkts, einer aktiveren EU-Handelspolitik, dem bilateralen Dialog über internationale Kooperationen gilt es auch im Bereich der europäischen Nachfragegestaltung durch „Made in Europe and Partner Countries“ Impulse zu setzen.
Weitere Ausgaben als PDF
- 1/2026: Geoökonomisierter Wettbewerb
- 4/2025: Internationalisierungsradar 4/2025: Österreich im US-chinesischen Technologie- und Handelskonflikt
- 3/2025: Österreichs Außenwirtschaft in der neuen geopolitischen Wirklichkeit
- 2/2025: Exportwirtschaft unter Druck - Zeit für eine aktive Außenwirtschaftspolitik
- 1/2025: Hohe Unsicherheit prägt Österreichs Außenwirtschaft
Hinweis: Kennzahlen zum Frachtwesen 2021-2024 finden Sie in unserer früheren Publikation Frachtwächter.