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Vektor-Illustration der Kontinente der Erde in grau. Es sind keine Ländergrenzen eingezeichnet. An manchen Stellen der Karte sind helle Punkte, die mit blauen Strichen verbunden sind. Hinter der Karte sind viele gestapelte Container
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Internationalisierungsradar 1/2026: Geoökonomisierter Wettbewerb

Entwicklungen und Kennzahlen zur österreichischen Außenwirtschaft

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06.03.2026

Der österreichische Außenhandel steht unter strukturellem Druck. Die kumulierten Handelsdaten der ersten elf Monate des Jahres 2025 zeigen im Jahresvergleich einen erneuten Rückgang der Exporte um rund 1 %. Bereits 2024 waren die Exporte rückläufig. Zu einem wesentlichen Treiber dieser Entwicklung entwickelt sich der sogenannte „China-Schock 2.0“: Chinesische Unternehmen drängen mit preislich und technologisch wettbewerbsfähigen Produkten in dieselben Marktsegmente wie österreichische Exportunternehmen. Gleichzeitig verschärfen sich die geopolitischen Spannungen mit den USA erneut, was die Unsicherheit im Außenhandel weiter erhöht zu. Geoökonomische Instrumente wie Zölle, Exportkontrollen und Sanktionen haben 2025 weltweit deutlich zugenommen und üben steigenden Anpassungsdruck auf Unternehmen aus.

Kumulierte Güter Export- und Importveränderung Österreichs ggü. den zehn größten Exportmärkten

Jan–Nov 2025 gegenüber Jan–Nov 2024, in % 

Diagramm mit unterschiedlich großen Kreisen die Anteile an österreichischen Exporten. Deutschland hat den größten Kreis und die anderen Kreise sind wesentlich kleiner.
© WKÖ Quelle: COMTRADE

Schwerpunkte im aktuellen Internationalisierungsradar

  • Rückläufige Exporte in die USA und nach China
  • Zweiter China-Schock als strukturelle Herausforderung
  • Maschinen- & Transportgüter besonders unter Druck
  • Handelspolitische Unsicherheit 2026 wieder zunehmend
  • EU und Österreich beim KI-Handel im Rückstand 

Fazit

Die Zunahme der chinesischen Konkurrenz auf wichtigen Exportmärkten und die Unwägbarkeiten US-Zollpolitik sind Ausdruck eines zunehmend geoökonomisierten Wettbewerbs, mit dem sich österreichische und andere europäische Exportunternehmen mittlerweile konfrontiert sehen. In einem solchen Kontext ist es erforderlich, das eigene außenwirtschaftliche Umfeld aktiv politisch zu gestalten. Die Stellschrauben auf EU-Ebene sind bekannt: Eine proaktive Handelspolitik und die Hebung von Potenzialen im Binnenmarkt gilt es zügig voranzutreiben. Daneben sind nationale Handlungsspielräume zu nutzen. Welche dies sind und wo internationale Chancen liegen, steht in unseren interessenpolitischen Schwerpunkten 2026+.

> zur Ausgabe 1/2026


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Hinweis: Kennzahlen zum Frachtwesen 2021-2024 finden Sie in unserer früheren Publikation Frachtwächter