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Vektor-Illustration der Kontinente der Erde in grau. Es sind keine Ländergrenzen eingezeichnet. An manchen Stellen der Karte sind helle Punkte, die mit blauen Strichen verbunden sind. Hinter der Karte sind viele gestapelte Container
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Internationalisierungsradar 4/2025: Österreich im US-chinesischen Technologie- und Handelskonflikt

Entwicklungen und Kennzahlen zur österreichischen Außenwirtschaft

Lesedauer: 1 Minute

22.12.2025

4/2025: Österreich im US-chinesischen Technologie- und Handelskonflikt

Die österreichische Exportwirtschaft steht im dritten Quartal 2025 trotz einer leichten Erholung im September weiterhin deutlich unter Druck. Diese Entwicklung ist sowohl auf strukturelle Veränderungen als auch auf die aktuelle internationale Handelskonjunktur zurückzuführen. Zunehmender Protektionismus und wachsende Konkurrenz – insbesondere aus China – belasten die heimische Exportwirtschaft spürbar.

China ist in höhere Stufen der technologischen Wertschöpfungskette vorgedrungen und konkurriert dadurch zunehmend direkt mit österreichischen Unternehmen auf denselben Absatzmärkten. Zusätzlich schwächt der handelspolitische Kurs der Trump-Administration die Exportentwicklung: Seit Jahresbeginn sind die österreichischen Warenexporte in die USA um rund ein Viertel zurückgegangen, während Vorzieheffekte weitgehend ausblieben.

Die anhaltende Exportschwäche trägt wesentlich zur schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bei und dürfte auch mittelfristig auf den traditionell wichtigen Wachstumstreiber lasten.  

Exportähnlichkeitsindex zwischen Österreich und China

Indikator in Prozent

Eine Statistik zum Exportähnlichkeitsindex zwischen Österreich und China v on 2003 bis 2024, wobei Chinas Exportindex stabiler ist als der Österreichs
© WKÖ Quelle: COMTRADE

Schwerpunkte im aktuellen Internationalisierungsradar

  • Vorzieheffekte blieben aus
  • Marktanteilsverluste auf zentralen Exportmärkten
  • US-Zölle dämpfen Österreichs Exportdynamik
  • China drängt stärker auf Österreichs Exportmärkte
  • Druck auf die Lieferketten nimmt zu

Fazit 

Das geoökonomische Umfeld der österreichischen Außenwirtschaft wird herausfordernd bleiben. Die Kombination aus einer zunehmend protektionistischen US-Handelspolitik und dem industriepolitisch forcierten technologischen Aufstieg Chinas setzt Österreichs Exporteure unter erheblichen Druck.

Wirtschaftspolitisches Handeln muss daher auf mehreren Ebenen ansetzen: Neben dem Gestaltungsspielraum im Binnenmarkt sind die Instrumente der europäischen Handelspolitik konsequent zu nutzen. Um im globalen Technologiewettbewerb nicht weiter an Boden zu verlieren, ist es für Österreich entscheidend, rasch eine europäisch eingebettete nationale Industriestrategie umzusetzen.

> zur Ausgabe 4/2025


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Hinweis: Kennzahlen zum Frachtwesen 2021-2024 finden Sie in unserer früheren Publikation Frachtwächter