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Person in Vogelperspektive an Schreibtisch sitzend auf dem Computer mit Statistik am Monitor steht, analysiert unterschiedliche Dokumente mit statistischen Diagrammen
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Konjunkturradar 1/2026: Exporte weiterhin unter Druck

Konjunkturelle Trends anhand von Indikatoren

Lesedauer: 1 Minute

26.01.2026

Regelmäßiges Update: Wie steht es um die österreichische Wirtschaft? Anhand von Indikatoren stellen wir die Entwicklung dar.

Exporte weiterhin unter Druck

Österreichs Wirtschaft hat nach zwei Rezessionsjahren wieder auf einen moderaten Wachstumspfad gefunden. Anders als in klassischen Aufschwungphasen geht die konjunkturelle Aufhellung diesmal nicht vom Export, sondern von der Inlandsnachfrage aus. Eine starke Ausweitung des öffentlichen Konsums, ein leichtes Plus beim privaten Konsum und eine Belebung der Ausrüstungsinvestitionen führten 2025 zu einem BIP-Zuwachs von rund 0,5 %. Die Exportentwicklung bremste hingegen das Wachstum.

Aufgrund der sinkenden preislichen Wettbewerbsfähigkeit verlor Österreich allein innerhalb des letzten Jahres 4,5 % an Exportmarktanteilen. Die OeNB rechnet mit weiteren Marktanteilsverlusten im laufenden Jahr. Erschwert wird das Exportgeschäft durch die wachsende Konkurrenz Chinas bei Gütern im mittleren und höheren Technologiesegment. Ein Viertel der heimischen Warenexporte ist inzwischen starker chinesischer Konkurrenz ausgesetzt. Die unberechenbare US-Zollpolitik und die Aufwertung des Euro sind weitere Faktoren, die das außenwirtschaftliche Umfeld belasten.

Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt, Österreich

Reales BIP-Wachstum in %, Beiträge in Prozentpunkten (importbereinigt)

Balken-Grafik: Wachstumsbeitrag des Exports zum Bruttoinlandsprodukt Österreich in Prozentpunkten
© WKÖ Quelle: Statistik Austria, OeNB

Weitere Schwerpunkte des Konjunkturradars

  • Inlandsnachfrage stützt Erholung
  • Verhaltene Branchenbelebung setzt sich fort
  • Industrieproduktion: Uneinheitliches Bild
  • Einbruch bei Exporten in die USA
  • Privater Wohnbau beginnt sich zu erholen

Fazit

Die österreichische Wirtschaft beginnt sich durch leichte Impulse von der Inlandsnachfrage langsam zu erholen. Eine Exportbelebung ist bislang jedoch noch nicht erkennbar. Hohe Kostenbelastungen, zunehmende Konkurrenz aus China und strukturelle Standortschwächen beeinträchtigen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der kleinen, offenen Volkswirtschaft Österreich.

Um das exportorientierte Wachstumsmodell zu stärken, ist neben der Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit die rasche Umsetzung der Industriestrategie, eine Vertiefung des europäischen Binnenmarktes sowie der Abschluss weiterer Handelsabkommen auf EU-Ebene notwendig.

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