Konjunkturradar 5/2026: Leichte Erholung trotz geoökonomischer Verwerfungen
Konjunkturelle Trends anhand von Indikatoren
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Regelmäßiges Update: Wie steht es um die österreichische Wirtschaft? Anhand von Indikatoren stellen wir die Entwicklung dar.
5/2026: Leichte Erholung trotz geoökonomischer Verwerfungen
Der Ende Februar ausgebrochene Irankonflikt löste einen spürbaren Anstieg der Energiepreise und der geopolitischen Unsicherheit aus. Die bereits eingetretenen Zerstörungen an der Energieinfrastruktur dürften eine länger anhaltende Verknappung von Öl und Gas nach sich ziehen. Erste Lieferkettenengpässe sind bereits erkennbar.
Vor diesem herausfordernden Umfeld zeigte sich die österreichische Wirtschaft im ersten Quartal 2026 erstaunlich resilient. Von der Inlandsnachfrage gingen leichte Wachstumsimpulse aus, die laut WIFO-Schnellschätzung zu einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal führten. Ob sich der zu Jahresbeginn beobachtete Zuwachs beim privaten Konsum und bei der Investitionstätigkeit fortsetzen wird, hängt jedoch maßgeblich vom weiteren Verlauf des Nahostkonflikts ab.
Umfragebasierte Stimmungsindikatoren sind nicht nur in Österreich, sondern auch bei wichtigen Handelspartnern - etwa Deutschland - zurückgegangen. Konjunkturelle Abwärtsrisiken überwiegen bei gleichzeitig gestiegenen Inflationserwartungen.
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, Österreich
Reales BIP-Wachstum in % zum Vorquartal und Wachstumsbeiträge in Prozentpunkten
Weitere Schwerpunkte des Konjunkturradars
- Geringfügiges Wachstum im ersten Quartal 2026
- Bauwirtschaft weiterhin rückläufig
- Weniger Investitionskreditnachfrage durch Nahostkonflikt
- Hohe Unsicherheit dämpft Konsumneigung
- Nachfragemangel bleibt zentrales Produktionshemmnis
Fazit
Die österreichische Wirtschaft setzte ihre verhaltene Erholung trotz der Belastungen durch den Nahostkonflikt im ersten Quartal 2026 fort. Frühindikatoren deuten jedoch auf eine Eintrübung der Erwartungen und Investitionspläne der Unternehmen infolge des Irankonflikts hin.
Gestiegene Energiepreise und geoökonomische Risiken belasten den konjunkturellen Ausblick nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Entscheidend ist daher, anstehende standortpolitische Aufgaben auf nationaler Ebene zügig umzusetzen und kurzfristige Krisenmaßnahmen europaweit gut abzustimmen.
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