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Person in Vogelperspektive an Schreibtisch sitzend auf dem Computer mit Statistik am Monitor steht, analysiert unterschiedliche Dokumente mit statistischen Diagrammen
© Andrey Popov | stock.adobe.com

Konjunkturradar 10/2026: Erholung, kein Aufschwung

Konjunkturelle Trends anhand von Indikatoren

Lesedauer: 3 Minuten

27.08.2026
Regelmäßiges Update: Wie steht es um die österreichische Wirtschaft? Anhand von Indikatoren stellen wir die Entwicklung dar.

Oktober 2026: Erholung, kein Aufschwung

Die österreichische Wirtschaft setzt ihren leichten Erholungskurs trotz des Nahostkonflikts und des damit verbundenen Anstiegs der Energiepreise fort. Laut WIFO dürfte das reale BIP 2026 um 0,9 % und 2027 um 1,3 % wachsen. Wichtigster Impulsgeber ist die Auslandsnachfrage: Die Belebung der internationalen Industriekonjunktur stärkt die heimischen Exporte und die Industrie, während der Wachstumsbeitrag des öffentlichen Bereichs deutlich zurückgeht.

Der globale KI-Boom belebt den Welthandel und stützt damit auch Österreichs Exporte; zusätzliche Impulse kommen von der günstigeren deutschen Konjunktur. Von einem breit getragenen Aufschwung kann dennoch keine Rede sein. Die erwarteten Quartalswachstumsraten bleiben unter dem historischen Median, und der Exportimpuls überträgt sich bislang nur langsam auf die Binnennachfrage. Der private Konsum wächst angesichts der hohen Inflation, sinkender Reallöhne und der Unsicherheit über die weitere Arbeitsmarktentwicklung lediglich um 0,4 %.

Auch die Investitionsdynamik bleibt verhalten: Steigenden Ausrüstungsinvestitionen stehen weiterhin rückläufige Bauinvestitionen gegenüber. Gleichzeitig begrenzen hohe Energiepreise, die restriktivere Geldpolitik und die Budgetkonsolidierung die Wachstumsdynamik. Am Arbeitsmarkt ist die konjunkturelle Belebung noch kaum sichtbar. Erst für 2027 wird ein leichter Rückgang der Arbeitslosenquote erwartet.

Entwicklung des BIP und der Komponenten, Österreich

Reale Veränderung zum Vorjahr in %

Das Säulendiagramm vergleicht fünf wirtschaftliche Kennzahlen für 2026 und 2027. Das BIP steigt von 0,9 auf 1,3 und der private Konsum von 0,4 auf 0,5. Der öffentliche Konsum sinkt von 1,1 auf 0,8 und die Exporte von 2,3 auf 1,7. Die Bruttoanlageinvestitionen steigen von 0,8 auf 1,7.
© WKÖQuelle: WIFO-Prognose vom Oktober 2026.

Weitere Schwerpunkte des Konjunkturradars 

  • Exporte beleben Konjunktur
  • Industrie stützt die Erholung, Bau bleibt schwach
  • Industriestimmung deutlich aufgehellt
  • Nachfrage aus Europa belebt Österreichs Exporte
  • Hohe Unsicherheit dämpft Konsumneigung

Fazit

Die wirtschaftliche Erholung setzt sich 2026 fort, bleibt aber deutlich schwächer als in früheren Aufschwungphasen. Die konjunkturelle Erholung wird vor allem von den Exporten getragen, während die Binnennachfrage, insbesondere der Pro-Kopf-Konsum, und die Bauinvestitionen schwach bleiben. Die hohe Inflation belastet weiterhin die Kaufkraft, frühere Verluste an preislicher Wettbewerbsfähigkeit wirken nach.

Hohe Energiepreise sowie die restriktive Geld- und Fiskalpolitik bremsen die wirtschaftliche Dynamik zusätzlich. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Energiepreise und der Konjunktur bleibt hoch. Für eine nachhaltige Erholung braucht es daher investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und produktivitätsstärkende Maßnahmen. Die jüngst beschlossene Sanierungsoffensive setzt einen wichtigen Impuls. 

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