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Person in Vogelperspektive an Schreibtisch sitzend auf dem Computer mit Statistik am Monitor steht, analysiert unterschiedliche Dokumente mit statistischen Diagrammen
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Konjunkturradar 3/2026:  Nahost-Konflikt gefährdet Erholung

Konjunkturelle Trends anhand von Indikatoren

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13.03.2026

Regelmäßiges Update: Wie steht es um die österreichische Wirtschaft? Anhand von Indikatoren stellen wir die Entwicklung dar.

Konjunkturradar 3/2026:  Nahost-Konflikt gefährdet Erholung

Die für das laufende Jahr erwartete, allmähliche Erholung der österreichischen Wirtschaft ist durch den Ende Februar ausgebrochenen Konflikt in Nahost unsicherer geworden. Die zusätzlichen geopolitischen Turbulenzen wirken sich negativ auf das Investitionsklima, die Nachfrage nach österreichischen Industriegütern und die prognostizierte Stabilisierung der Exportentwicklung aus. Ein erneuerter energiepreisinduzierter Anstieg der Inflation wäre zudem ungünstig für die noch immer gedämpfte Konsumstimmung im Inland. Die Krise in Nahost ist aber nicht das einzige Konjunkturhemmnis: Stimmungsindikatoren vom Februar deuten an, dass sich die Lageeinschätzungen der österreichischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen zwar ein wenig verbessert, die Zukunftserwartungen aber mehrheitlich eingetrübt haben.

Frachtschiffverkehr in der Straße von Hormus

Anzahl der Frachtschiffe, gleitender Durchschnitt über 7 Tage 

Diagramm: Gestapeltes Säulen- und Liniendiagramm mit täglichen Werten vom 1.1. bis 8.3. Die Säulen sind in drei Kategorien unterteilt: Container (dunkelgrün), Tanker (hellgrün) und Sonstige (gelb schraffiert). Darüber verläuft eine schwarze Linie „Gesamt“, die die Summe der drei Kategorien darstellt. Zu Beginn im Januar liegt der Gesamtwert bei etwa 75, sinkt leicht auf rund 70 Anfang Januar und steigt anschließend mit kleineren Schwankungen wieder an. Ende Januar liegt der Wert bei etwa 80. Im Februar steigt der Gesamtwert deutlich weiter an und erreicht zwischen Mitte und Ende Februar seinen Höchstbereich von etwa 100 bis über 105. In dieser Phase stellen Tanker den größten Anteil der Säulen dar, Container den kleinsten und Sonstige einen mittleren Anteil. Ab Anfang März fällt der Gesamtwert stark ab: zunächst auf etwa 85 am 2.3., danach innerhalb weniger Tage steil weiter auf rund 5 am 8.3. Auch alle drei Kategorien gehen in diesem Zeitraum deutlich zurück.
© WKÖ Quelle: WIFO-Schnellschätzung (saison- und kalenderbereinigt), Eurostat.

Weitere Schwerpunkte des Konjunkturradars

  • Zaghafte Erholung stagnierte zu Jahresende 2025
  • Öffentlicher Sektor und Immobilienwesen expandierten
  • Warenexporte in Drittstaaten unter Druck
  • Leichte Aufhellung in der Industrie, nicht jedoch im Bau
  • Frachtschiffverkehr zum Erliegen gekommen

Fazit

Die Hoffnung auf eine Fortsetzung der leichten konjunkturellen Erholung des Vorjahres trübt sich aufgrund der geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten erneut ein. Abhängig von der Dauer und Intensität der Auseinandersetzungen ergeben sich Auswirkungen auf Verbraucherpreise und Produktionskosten. Die sehr unübersichtliche Lage in Nahost lässt aktuell viele Fragen offen. Der neue WKÖ Infopoint Nahost  bündelt relevante Informationen, gibt Updates und vermittelt Ansprechpartner.

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