Konjunkturradar international 2/2026: Nahost-Konflikt bremst Weltwirtschaft
Kennzahlen zur Lage der Weltwirtschaft
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Ausgabe 2/2026: Nahost-Konflikt bremst Weltwirtschaft
Nach der robusten Entwicklung der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr, gestützt durch Vorzieheffekte im Vorfeld der US-Zolloffensive sowie Investitionen und Exporte im KI-Sektor, durchlebt die globale Wirtschaft 2026 erneut geopolitische Turbulenzen.
Der Nahost-Konflikt hat zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt, den Inflationsdruck deutlich erhöht und die Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik verstärkt. Dementsprechend dürfte das diesjährige globale Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Vorjahr geringer ausfallen; das gilt insbesondere für energieimportabhängige Volkswirtschaften.
Die Risiken für den Ausblick bleiben überwiegend nach unten gerichtet, da eine erneute Eskalation des Konflikts oder länger anhaltende Unterbrechungen der Rohstoffströme das Wirtschaftswachstum zusätzlich belasten könnten. Auf der positiven Seite könnte eine breitere Investition in und Nutzung von KI die wirtschaftliche Aktivität stimulieren.
Warenhandel, ausgewählte Regionen
Index (Dez. 2024 = 100)
Schwerpunkte im aktuellen Konjunkturradar international
- Der Nahost-Konflikt belastet das Wirtschaftswachstum
- Das Handelsvolumen wird sich 2026 abschwächen
- KI-bezogene Güter stützen weiterhin den Handel
- Nahost-Konflikt belastet Industrieproduktion
- Der Druck auf globale Lieferketten steigt
- Steigende Energiepreise treiben Inflation
- Die Europäische Zentralbank erhöht den Leitzins
Fazit
Die globalen Risiken haben sich von handelspolitischen Unsicherheiten im Jahr 2025 hin zu geopolitischen Risiken mit Fokus auf Energiesicherheit, Lieferkettenstabilität und die Verfügbarkeit kritischer Vorprodukte im laufenden Jahr verlagert. Ungeachtet dessen, wie sich der Nahost-Konflikt in der näheren Zukunft entwickelt, für Österreich und die EU verdeutlichen die letzten Wochen einmal mehr ihre strukturelle Verwundbarkeit gegenüber geopolitisch bedingten Angebotsschocks.
Bezugs- sowie absatzseitige Diversifikation und der Aufbau eigener industrieller Stärke sind daher das Gebot der Stunde. Wie sich auch in einem zunehmend schwierigen globalen Umfeld internationale Chancen realisieren lassen und welche Maßnahmen es aus Sicht der Wirtschaft für wettbewerbsfähige Energiepreise und zukunftsfitte, leistbare Energienetze braucht, zeigen unsere interessenpolitischen Schwerpunkte 2026+.
Weitere Ausgaben als PDF
- 1/2026: KI-Boom begünstigt Wachstum
- 4/2025: Die Weltwirtschaft zeigt sich robust
- 2–3/2025: Ein „Deal“, der keine Klarheit bringt
- 1/2025: Die Weltwirtschaft vor der Neuordnung
- 4/2024: Moderate Expansion bei anhaltend hoher Unsicherheit
- 3/2024: Fehlende Dynamik - EU verpasst den globalen Aufschwung
- 2/2024: Globale Erholung mit regionalen Unterschieden
- 1/2024: Lichtblick, aber noch keine Trendwende