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Chance auf Renaissance nutzen: WKO Braunau plädiert für strategischen Neustart des grenzüberschreitenden Stadtmarketings

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08.06.2026

Der in Aussicht gestellte Austritt der Stadt Simbach aus dem gemeinsamen Stadtmarketing ist ein weiterer schmerzhafter Rückschlag für eine europaweit einzigartige Kooperation. Die WKO Braunau, die vor Jahren als wesentlicher Impulsgeber die Gründung maßgeblich initiiert und mitgestaltet hat, drückt ihr tiefes Bedauern über den aktuellen Stillstand aus. Gleichzeitig sieht die WKO im jetzigen Wendepunkt aber auch die Chance für eine strategische Neuausrichtung. Ein flammender Appell ergeht nun an die Stadtpolitik dies- und jenseits des Inns, die visionäre Grundidee noch nicht aufzugeben, sondern im Sinne der Bürgerinnen und Bürger neu zu denken.

Als die „Stadt-, Tourismus- und Standortmarketing Braunau-Simbach GmbH (STS)“ im Jahr 2015 gegründet wurde, trug eine Welle der Euphorie das Projekt. Zwei Städte in zwei Ländern bündelten ihre Kräfte mit einer großen, gemeinsamen Vision: Die Strahlkraft der gesamten Region nachhaltig zu erhöhen – nach innen wie nach außen. Nach der Trennung vom operativen Geschäftsführer und der angekündigten Evaluierungsphase ist dieser Motor jedoch ins Stocken geraten. Das aktuelle Tief darf aber nach Ansicht der WKO nicht das endgültige Ende bedeuten, sondern muss als Weckruf für eine Renaissance dieser wertvollen Idee genutzt werden.

Klemens Steidl: „Verantwortung für die Bürger wahrnehmen und strategisch neu ansetzen“

„Wir bedauern die aktuelle Entwicklung zutiefst, sehen aber genau jetzt die Möglichkeit für einen mutigen Schritt nach vorne“, erklärt Klemens Steidl, Obmann der WKO Braunau. „Die ursprüngliche Vision war es, den Menschen die Augen für die enormen Schätze und Sehenswürdigkeiten unserer Region zu öffnen. Wir wollten alles bewusster ‚mit den Augen eines Touristen‘ sehen. Wenn wir selbst im Ausland sind, bestaunen wir historische Architektur und kulturelle Besonderheiten. Genau diesen stolzen Blick auf die eigene Heimat wollten wir dauerhaft verankern. Wir erinnern die verantwortlichen Stadtpolitiker in beiden Städten an ihre strategische Verantwortung für ihre Städte und die Bürgerinnen und Bürger. Es braucht jetzt den länder- und parteiübergreifenden politischen Willen, sich noch einmal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und dieser einzigartigen Idee eine neue, tragfähige Struktur zu geben.“

Klaus Berer: „Stadtmarketing braucht permanente Bewusstseinsbildung statt reinen Eventbetrieb“

Auch WKO-Bezirksstellenleiter Klaus Berer wirbt eindringlich für ein gemeinsames Überdenken der bisherigen Wege: „Das reine Organisieren von Veranstaltungen greift zu kurz und geht an der eigentlichen, großen Zielsetzung vorbei. Echtes Stadtmarketing bedeutet permanente Bewusstseinsbildung, strategische Positionierung und kontinuierliche, professionelle Kommunikation. Das ist eine tiefgehende Aufgabe, die weit über die rein operative Ebene hinausgeht. Was uns zuletzt gefehlt hat, war ein klares, gemeinsames Bekenntnis zu diesen langfristigen Zielen. Wenn die Evaluierung in Braunau nun zügig und transparent abgeschlossen wird, kann man die Fehler der Vergangenheit korrigieren. Die Bündelung der Kräfte, die Vernetzung von Akteuren ist gefragter denn je, nicht zuletzt, da sich die äußeren Rahmenbedingungen in den letzten Jahren auch verändert haben. Lassen wir das grenzüberschreitende Stadtmarketing zu neuem Leben erwachen. Unsere Betriebe und der gesamte Lebensraum am Inn hätten es verdient.“

Die WKO Braunau reicht der Stadtpolitik ausdrücklich die Hand, um als starker Partner der Wirtschaft an einem zukunftsfähigen, professionellen Konzept mitzuarbeiten, das die Kräfte beider Städte wieder bündelt.

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