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Krankenstand
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Laufende Kosten

Die WKOÖ fordert eine fairere Verteilung der Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall des Arbeitnehmers.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 08.09.2026

Zu den ohnehin hohen Kosten des Faktors Arbeit kommt für österreichische Unternehmen eine weitere Belastung hinzu: die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Die Summen, die daraus entstehen, sind nicht zu unterschätzen. Der WIFO-Fehlzeitenreport zeigt für 2025 insgesamt 54 Mio. Krankenstandstage in Österreich. 

Unselbständig Beschäftigte waren durchschnittlich 14,7 Tage im Krankenstand. Die Entgeltfortzahlung verursacht aktuell bereits über 4,8 Mrd. Euro an direkten Kosten für die heimische Wirtschaft. Diese Zahlen machen die Belastung für die Betriebe deutlich. 

Hinzu kommt, dass österreichische Arbeitgeber im internationalen Vergleich besonders umfangreiche Entgeltfortzahlungspflichten tragen. Je nach Dauer des Dienstverhältnisses hat der Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens sechs und bis zu zwölf Wochen volle sowie anschließend vier Wochen halbe Entgeltfortzahlung pro Arbeitsjahr. In Österreich gibt es im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern keine Karenztage, der Arbeitgeber zahlt ab dem ersten krankheitsbedingten Fehltag. Der Anspruch besteht auch nach Unfällen bei diversen Freizeitaktivitäten, die ausschließlich dem Dienstnehmer zuzurechnen sind. Dazu kommen noch acht bzw. zehn Wochen Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfällen. 

Letztlich führt die aktuelle Rechtslage zu einer Explosion der Arbeits- und Lohnstückkosten und gefährdet die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft. Im europäischen Vergleich tragen österreichische Arbeitgeber damit das finanzielle Risiko früher, länger und in größerem Umfang. Ergänzend zu den dargestellten Kernforderungen setzt sich die Wirtschaftskammer für folgende Detailforderungen ein:

  • Urlaubsverbrauch während Kur: Freiwillig gewählte Kuraufenthalte dienen primär der Erholung. Daher soll bei Kuraufenthalten anteilsmäßig (50 Prozent) ein Urlaubskonsum angerechnet werden.

  • Keine Entgeltfortzahlung über das arbeitsrechtliche Ende des Dienstverhältnisses hinaus

  • Faire und praxisnahe Neuregelung der Pflegefreistellungsregelung 

  • Entlastung der Betriebe bei
    Beschäftigungsbeschränkungen von schwangeren Mitarbeiterinnen

WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer: Schluss mit der Doppelbelastung

Österreich hat einen Spitzenplatz inne! Allerdings in einer Disziplin, die für die Unternehmer nicht so erfreulich ist. Österreich liegt an der Spitze, was die Entgeltfortzahlungen betrifft, die Arbeitgeber leisten müssen, wenn sich Arbeitnehmer im Krankenstand befinden. 

Zusätzlich zu den ohnehin sehr hohen Kosten des Faktors Arbeit wächst sich die aktuelle Regelung für die Unternehmen zu einer Doppelbelastung aus. Einerseits entsteht Verlust durch die Fehlzeiten, andererseits laufen die Personalkosten weiter. Besonders für kleine Unternehmen sind längere Ausfälle von Arbeitnehmern oft schwer zu kompensieren und führen im schlimmsten Fall zu existenzbedrohenden Belastungen. 

Die Betriebe sind durch die massiven Fehlzeiten am Limit. Angesichts der hohen Zahl an Krankenständen muss die jetzige Regelung zur Diskussion gestellt werden. Ohne die finanzielle und soziale Absicherung der Arbeitnehmer zu gefährden, müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, um die heimischen Arbeitgeber von den hohen Entgeltfortzahlungskosten zu entlasten. Es bedarf einer fairen Verteilung, bevor dieser unliebsame Spitzenplatz unseren Wirtschaftsstandort erdrückt. Dafür hat die Wirtschaftskammer ein ausgewogenes und praxisnahes Forderungs- und Vorschlagsprogramm entwickelt, für dessen rasche Umsetzung ich mich einsetze. 

Ohne die finanzielle und soziale Absicherung der Arbeitnehmer zu gefährden, müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, um die heimischen Arbeitgeber von den hohen Entgeltfortzahlungskosten zu entlasten. 

 

Wirtschaftsgrafik OÖW1926 Entgeltfortzahlungen
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