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Die slowakische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Bratislava hat die wichtigsten Informationen zur slowakischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die slowakische Wirtschaft wuchs 2017 um 3,4 %. Die Europäische Kommission hat ihre Prognosen für das BIP Wachstum (real) der Slowakei für dieses und nächstes Jahr um jeweils 0,2 %-Punkte erhöht. Für 2018 werden aktuell 4,0 % erwartet, für kommendes Jahr sogar 4,2 %. Gründe dafür sind vor allem ein erwarteter zusätzlicher Schwung im dominierenden Automobil-Sektor, der 44 % der gesamten Industrie ausmacht, sowie größere EU-Mittel-finanzierte Infrastrukturprojekte.

Im Februar 2018 wurde ein Aufdeckungsjournalist, der Verbindungen des organisierten Verbrechens zu der Regierung nahestehenden Personen untersuchte, ermordet. Daraufhin kam es zu landesweiten Demonstrationen. Hochrangige Regierungsmitglieder, darunter der Premierminister Fico, traten zurück. Die Koalitions-Regierung scheint sich allerdings aktuell stabilisiert zu haben.

Laut Eurostat lag die Arbeitslosigkeit im April 2018 bei 7,4 %. Das ist ein historischer Tiefstand. In der Region Bratislava herrscht de facto Vollbeschäftigung. Gleichzeitig spitzt sich der Fachkräftemangel weiter zu. In nahezu allen Bereichen fehlen Arbeitskräfte. Vor allem in den technischen Berufen und im IT-Bereich führt das zu einem Anstieg der Gehälter und Löhne. Aber auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer geringeren Qualifikation, wie z.B. Kraftfahrer oder Lagerarbeiter, werden dringend gesucht.

Besondere Entwicklungen

Bei den Parlamentswahlen Anfang März 2016 verlor die davor alleine regierende Smer Partei ihre absolute Mehrheit (Stimmenanteil sank von 44 % auf 28 %). Im Februar 2018 wurde ein Aufdeckungsjournalist, der Verbindungen des organisierten Verbrechens zu der Regierung nahestehenden Personen untersuchte, ermordet. Daraufhin kam es zu landesweiten Demonstrationen. Hochrangige Regierungsmitglieder, darunter der Premierminister Fico, traten zurück. Die Koalitions-Regierung scheint sich allerdings aktuell stabilisiert zu haben.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Auch im ersten Quartal dieses Jahres setzt sich das bilaterale Handelswachstum fortgesetzt. So sind von Jänner bis März die Exporte in die Slowakei um 3,0 % (yoy) auf rund 757 Mio. Euro gestiegen. Die Importe erreichten für den gleichen Zeitraum 798 Mio. Euro, ein Plus von 9,3 %. Für diesen Anstieg sind vor allem höhere Einfuhren von PKW (+41 %) sowie von Eisen und Stahl (+52 %) verantwortlich.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus der Slowakei.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Bratislava für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Slowakei der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive

Die Automobilindustrie ist das Rückgrat der slowakischen Wirtschaft. Auf sie entfallen 44% der gesamten industriellen Produktion und 40% der gesamten industriellen Exporte. Über 270.000 Jobs hängen direkt und indirekt von dieser Branche ab. Im Jahr 2015 wurden erstmals mehr als 1 Million PKW hergestellt. Die slowakischen Autohersteller erreichten 2018 mit 1.080.000 produzierten Fahrzeugen einen neuen Rekord. Das ergibt einen Durchschnitt von 198 PKWs pro 1.000 Einwohner und ist der weltweite Spitzenwert.

Derzeit gibt es vier OEMs in der Slowakei: VW, die PSA Gruppe (Peugeot, Citroën etc.), Kia Motors und Jaguar Land Rover. Jaguar Land Rover hat als letzter OEM im Oktober 2018 seine Produktion gestartet und wird 2019 den gesamten Auto-Output der Slowakei Zahlen weiter nach oben treiben. Die Slowakei rückt damit in ihrer Autoproduktionskapazität immer näher an die Tschechische Republik heran.

Im Bereich der Elektromobilität in der Slowakei ist VW, der größte OEM im Land, Vorreiter: seit 2013 produziert man bereits die Elektroversion des Kleinwagens VW up! im Werk in Bratislava, 2019 soll der Skoda e-Citigo hinzukommen. Auch PSA plant im Bereich E-Mobility aufzuschließen: 2019 soll die die Produktion der neuen Generation des Peugeot 208 sowohl mit Verbrennungsmotor als auch als Elektroauto im Werk Trnava anlaufen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Die Lokalisierung der Zulieferkette ist für einige OEMs in der Slowakei ein Thema, woraus sich Chancen für österreichische Zulieferer ergeben: So startete Kia im Jahr 2018 erstmals eine Offensive, um lokale Alternativen für jene 30-40% seiner Zulieferteile, die immer noch aus Korea kommen, zu prüfen. Auch die Komponenten vieler koreanischen Zulieferer, die sich gemeinsam mit Kia in der Slowakei angesiedelt haben, sollen mit lokalen Angeboten verglichen werden. PSA ist ebenfalls für zukünftige Projekte an einer vermehrt lokalen Zulieferstruktur interessiert. Ziel ist es, den CEE Anteil der Zulieferer von über 70% auf 95% zu steigern. JLR hat derzeit rund 400 Zulieferer in einem Radius von 500km rund um das Werk in Nitra, die Lokalisierungsstrategie soll fortgesetzt werden. Das Sourcing aus Osteuropa für alle VW-Werke ist in Budapest zentralisiert.

Viele Entscheidungen, die zwar letztendlich in den Konzernzentralen der Mutterunternehmen getroffen werden, werden lokal vorbereitet und häufig verfügen die Produktionsstandorte und Zulieferbetriebe über großes Mitspracherecht und können so Einfluss auf Unternehmensentscheidungen haben. Deshalb kann es auch Sinn machen die lokalen Produktionsstätten internationaler Gruppen aktiv zu bearbeiten.

Es gibt bereits zahlreiche namhafte österreichische Investitionen in diesem Sektor in der Slowakei. Ein Grund ist sicher die Nähe zu den lokalen OEMs, allerdings können von der Slowakei auch andere Fertigungsstätten v.a. in Tschechien und Ungarn beliefert werden. Zu den größten gehören unter anderem der Produzent von Lichtsystemen ZKW, der mit rund 2500 Mitarbeitern seit 2007 in Krušovce produziert, sowie Miba Sinter und Miba Steeltech, mit insgesamt 1750 Mitarbeitern an zwei Standorten.

Das AußenwirtschaftsCenter Bratislava verfügt über Kontaktlisten zu den Firmen im Automotive-Bereich und organisiert Supplier Days für die großen OEMs.

Anlagenbau/Smart Factory, Metalle & Verarbeitung 

Die Slowakei ist ein wichtiger Standort für Maschinenwesen – dem entspricht auch die dominante Marktposition der hiesigen Branchen Anlagenbau und Metallindustrie. Durch ihre enge Verflechtung bilden diese zwei Branchen de facto einen großen Wirtschaftssektor, der rund einem Fünftel des BIPs ausmacht und ca. jeden dritten Mitarbeiter der slowakischen Wirtschaft beschäftigt. Der Anlagenbau und die Metallindustrie haben in der Slowakei langjährige Tradition und haben eine sehr komplexe Entwicklung durchlaufen – von der Schwerindustrie mit starkem Fokus auf den Militärbereich, über einen Neustart durch Neuorientierung auf Lizenzproduktion für ausländische Partnerfirmen, bis zu einem der Zugpferde der nationalen Wirtschaft, mit einem Durchschnittswachstum von ca. 6% in den Nachkrisenjahren.

Das Produktspektrum des slowakischen Anlagenbaus und der Metallindustrie ist sehr komplex – es reicht von einfachsten metallurgischen Halbzeugen, über präzise gefertigte Metallteile, bis hin zu Smart-Technologien der neuesten Generation. Von besonderer Bedeutung ist die Produktion von Stahl und Ferrolegierungen sowie die Herstellung von Industrieanlagen, Lagern, Getrieben, Antriebs- und Handhabungstechnik, Metallkonstruktionen und sämtlichen Metallteilen und –komponenten.
Da der einheimische Markt relativ klein ist, zählen der Anlagenbau und Metallindustrie zu den Industriezweigen mit sehr hoher Exportorientierung. Dies ist u.a. durch die dominanten Rolle der Auslandsinvestitionen in diesem Sektor bedingt: Viele der führenden Unternehmen des Anlagenbaus und der Metallindustrie sind Niederlassungen ausländischer Gruppen. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die Diversität des slowakischen Anlagenbaus und der Metallindustrie eröffnet österreichischen Unternehmen breite Geschäfts- und Kooperationschancen in verschiedenen Feldern. 

Einer der häufigsten Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit ist die Produktions- bzw. Projektkooperation. Die limitierten Absatzmöglichkeiten am slowakischen Markt motivieren slowakische Unternehmen, internationale Kontakte und Zusammenarbeit anzubahnen. Viele Betriebe haben bereits auch konkrete Erfahrungen mit ausländischen Partnerschaften und haben sich als zuverlässige Kooperationspartner erwiesen. In diesem Zusammenhang hat das AußenwirtschaftsCenter Bratislava für interessierte österreichische Firmen eine spezielle Datenbank mit Kontaktdaten und Technologieprofilen kooperationsorientierter slowakischen Firmen vorbereitet. Suchen Sie Produktionspartner in der Slowakei? Schreiben Sie uns eine Email an das AußenwirtschaftsCenter Bratislava, wir senden Ihnen gerne einen Auszug aus unserer Kooperationsdatenbank. 

Auf der anderen Seite ist der slowakische Anlagen- und Metallmarkt offen für Produkte und Dienstleistungen österreichischer Technologieanbieter. Die neuesten Produktionstechnologien (wie Automatisierungstechnik, Robotik und künstliche Intelligenz usw.) sind momentan v.a. bei Automotive-Zulieferanten oder bei größeren Produzenten und Niederlassungen ausländischer Konzerne eingesetzt., in kleineren und mittleren Betrieben kommt das technologische Upgrade im eher beschränktem Ausmaß vor. Deswegen bleibt die Anlagen- und Metallproduktion in der Slowakei weiterhin sehr arbeitsintensiv. Als Vorreiter für industrielle Innovation haben österreichische Firmen sehr gute Chancen, von ihren Technologien, Dienstleistungen aber auch Know-How und Erfahrungen zu profitieren. Das AußenwirtschaftsCenter kennt dieses Potential und unterstützt die österreichischen Firmen durch Vorbereitung eigener b2b-Veranstaltungen, bei denen sie ihre jeweilige Zielgruppe mit einem konkreten Angebot direkt ansprechen können. 

Software & IT

Mit einem BIP-Anteil von ca. 4% und einer knapp über 3%-igen Beteiligung an der Gesamtzahl der Unternehmen zählt der slowakische IKT-Sektor zu den eher kleineren Branchen der slowakischen Wirtschaft. Dennoch wird der IKT in der Slowakei eine große Bedeutung zugeschrieben. Diese hängt mit der Bruttowertschöpfung der Branche, die sich dem Wert von fast EUR 60.000 pro Mitarbeiter nähert - fast doppelt so hoch wie die Wertschöpfung der warenproduzierenden Industrie. Das große Wirtschaftspotential der IKT führte zu einer großen Unternehmenskonzentration. So gibt es in der Slowakei momentan drei IKT-Zentren interregionaler Bedeutung – die Hauptstadt Bratislava, die ostslowakische Metropole Košice und die Heimatstadt der slowakischen Smart-Industrie, Žilina. In Košice und Žilina ermöglichte die Synergie der IKT-Community sogar die Gründung von Branchenclustern, die heutzutage durch die erworbenen Auszeichnungen „Cluster Management Excellence“ zur internationalen Elite gehören.

Im Vordergrund des slowakischen IKT-Sektors stehen seit mehreren Jahren die Informationstechnologien, nämlich die Softwareentwicklung- / Beratung und Outsourcing. Diesem Trend entspricht auch die Rangliste der größten Firmen der IKT-Branche – auf ihren Top-Plätzen erscheinen langfristig vor allem Entwickler von Softwarepaketen, Lohnentwickler, Systemintegratoren und Outsourcing-Firmen. Zur Vorherrschaft der Informationstechnologien trägt deutlich auch der Sektor Shared Services & Business Process Outsourcing (SSC & BPO) bei – ein Bereich, in dem die Slowakei dank vorteilhafter Marktfaktoren in relativ kurzer Zeit zu einem namhaften Standort geworden ist. Laut aktuellen Schätzungen gibt es am slowakischen Markt mehr als 70 Shared Service Centers mit über 30.000 Beschäftigten. 

In fast jedem Sektor des IKT-Marktes haben sich neben ausländischen Niederlassungen bereits auch Unternehmen aus dem Inland etabliert. In diesem Sinne hat sich in den letzten Jahren auch die internationale Rolle der slowakischen IKT-Branche entwickelt - die Slowakei zählt im internationalen Investitions- und Know-how-Verkehr sowohl als Zielland als auch als Herkunftsland. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Der slowakische IKT-Markt entspricht technologiemäßig den neuesten Standards. Somit hängen konkrete Geschäftschancen im IKT-Sektor von allgemeinen technologischen Trends ab. So stehen im Fokus Themen wie Cloud-Computing, Internet of Things, Smart Home & Smart Factory, Cyber Security, e-Health, e-Government sowie Themen rund um die neuesten Entwicklungen im Telekommunikationsbereich (5G, Smart Gadgets usw.). Einen Vorteil haben dabei jene IKT-Anbieter, die sich auf spezifische oder maßgeschneiderte Lösungen und Dienstleistungen mit einem hohen Wertschöpfungs- und Innovationsgrad spezialisieren.

Zu relativ häufig vorkommenden Formen bilateraler Zusammenarbeit im Rahmen der IKT zählt die Projektkooperation. Die slowakischen Softwareentwicklungsfirmen haben sich auf der internationalen Ebene sowohl mit eigener Software als auch mit auftragsentwickelten Lösungen etabliert. Die meisten Firmen verfügen über qualifizierte Entwickler-Teams mit Fremdsprachenkentnissen, bei spezifischen oder aufwendigeren Projekten profitieren manche Firmen auch von eigenen Kontakten zur lokalen Freelancer-Kommunität. Dies ermöglicht ihnen, auf Projektangebote flexibel zu reagieren und konkrete Kooperation in verschiedenen Formen (Lohnentwicklung, Personalleasing, dedizierte Teams usw.) anzugehen. Um dem Interesse österreichischer Firmen an Projektkooperationen im IKT-Bereich gerecht zu werden, entwickelt auch das AußenwirtschaftsCenter Bratislava ein eigenes Netzwerk an slowakischen Partnerfirmen im Softwarebereich. 

Neue Geschäftschancen bietet österreichischen Firmen auch die lokale Start-Up- und Innovationsszene. Die IKT ist in der Slowakei der führende Start-Up-Schwerpunkt, im Fokus stehen vor allem Themen wie Hardware & Geräte, e-Commerce, Social Media, Mobile Software, Fintech und Cyber Security. Ähnlich wie etablierte IKT-Unternehmen sind auch die slowakischen Start-Ups und Scale-Ups sehr auslandsorientiert. Dies spiegelt sich sowohl in ihrer großen Exportmotivation, als auch im Interesse an ihrer Gründung im Ausland. Österreich ist dabei eines der Länder, auf die sie ein besonderer Fokus legen. Daraus ergeben sich neue Kooperations- und Geschäftschancen für österreichische IKT-Firmen mit Interesse an neuen Kooperationen sowie für Hubs und Business Angels, die für ihr Portfolio neue innovative Projekte suchen. Das AußenwirtschaftsCenter Bratislava arbeitet eng mit der lokalen Start-Up- und Innovationscommunity zusammen und vermittelt österreichischen Firmen neue Kontaktnetzwerke und Präsentationsmöglichkeiten – zum Beispiel auch im Rahmen des führenden slowakischen Events zum Thema Technologien & Innovationen. 

Sie benötigen detaillierte Informationen zu den drei Schwerpunktbranchen oder interessieren sich für Veranstaltungen in diesen Bereichen? Kontaktieren Sie uns gerne am AußenwirtschaftsCenter Bratislava.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in der Slowakei problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Bratislava anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Slowakei

Das AußenwirtschaftsCenter Bratislava berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zur Slowakei haben.