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Befähigungsnachweis - FAQs

Antworten auf die wichtigsten Fragen

  1. Was versteht man unter Befähigungsnachweis?
  2. Wann ist ein Befähigungsnachweis zu erbringen?
  3. Wann ist kein Befähigungsnachweis erforderlich?
  4. Wer muss den Befähigungsnachweis erbringen?
  5. Wie muss der Befähigungsnachweis erbracht werden?
  6. Wer legt den Befähigungsnachweis fest?
  7. Gibt es Antrittsvoraussetzungen für die diversen Prüfungen?
  8. Wie sieht der Befähigungsnachweis für Teilgewerbe aus?
  9. Gelten auch ausländische Zeugnisse als Befähigungsnachweis?
  10. Was ist, wenn der Befähigungsnachweis formell nicht erbracht wird?
  11. Kann eine individuelle Befähigung für jedes Gewerbe erlangt werden?
  12. Was ist, wenn der Befähigungsnachweis überhaupt fehlt?

1. Was versteht man unter Befähigungsnachweis?

Darunter ist der Nachweis zu verstehen, dass der Gewerbetreibende alle fachlichen und kaufmännisch-rechtlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen besitzt, um ein reglementiertes Gewerbe oder Teilgewerbe selbständig ausüben zu können. 

2. Wann ist ein Befähigungsnachweis zu erbringen?

Die Befähigung ist neben dem Vorliegen der allgemeinen persönlicher Voraussetzungen anlässlich der Anmeldung eines Gewerbes bzw. der Bestellung als gewerberechtlicher Geschäftsführer als besondere Voraussetzung nachzuweisen. 

3. Wann ist kein Befähigungsnachweis erforderlich?

Für freie Gewerbe und für Gewerbe, die - mit Ausnahme einiger Gewerbe (z.B. Baumeister, Waffengewerbe) - in Form eines Industriebetriebes ausgeübt werden.  

4. Wer muss den Befähigungsnachweis erbringen?

Beim Einzelunternehmen muss dessen Inhaber den Befähigungsnachweis erbringen oder einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen. Gesellschaften (OG, KG, GmbH, AG) müssen einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen, welcher stellvertretend für die Gesellschaft den Befähigungsnachweis erbringen muss.  

5. Wie muss der Befähigungsnachweis erbracht werden?

Als Belege kommen folgende Zeugnisse in Betracht:

  • über die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung oder sonstige Befähigungsprüfung,Unternehmerprüfung

  • über den Abschluss eines universitären Studiums

  • über den erfolgreichen Besuch einer Fachhochschule, einer Schule oder eines Lehrgangs

  • über die erfolgreich abgelegte Lehrabschlussprüfung

  • über eine fachliche Tätigkeit

  • über eine Tätigkeit in leitender Stellung, als Betriebsleiter oder als Selbständiger

Hinweis: Für Personen, die ihre Berufsausbildung bzw. Berufspraxis in einem EU/EWR-Mitgliedsstaat absolviert haben, gelten Sonderregelungen. 

6. Wer legt den Befähigungsnachweis fest?

Welche Belege konkret - für sich allein oder in Verbindung miteinander - die Zugangsvoraussetzungen für ein reglementiertes Gewerbe darstellen, legt der Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft für jedes Gewerbe durch Verordnung fest. 

7. Gibt es Antrittsvoraussetzungen für die diversen Prüfungen?

Das Antreten zu Meister- oder Befähigungsprüfungen ist mit Ausnahme der Volljährigkeit an keine Zulassungsvoraussetzungen geknüpft. Gleiches gilt für die Unternehmerprüfung. Nur wer die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt hat, darf sich auch "Meister" oder "Meisterbetrieb" o.ä. nennen. Bei anderer Art des Berufszugangs zu einem Handwerk (z.B. einschlägige HTL und Berufspraxis) ist die Führung dieser Bezeichnung nicht erlaubt. 

8. Wie sieht der Befähigungsnachweis für Teilgewerbe aus?

Der Befähigungsnachweis für Teilgewerbe ist durch Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend geregelt und besteht in einem im Vergleich zu reglementierten Gewerben vereinfachten Zugang (z.B. Lehrabschlussprüfung und/oder Praxiszeiten). 

9. Gelten auch ausländische Zeugnisse als Befähigungsnachweis?

Ausländische Prüfungszeugnisse über die Befähigung für einen einem reglementierten Gewerbe entsprechenden Beruf sind österreichischen Prüfungszeugnissen gleichgehalten, wenn dies in Staatsverträgen (z.B. die Anerkennung bestimmter deutscher Meisterprüfungen) oder durch Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft festgelegt ist. 

Ob durch Zeugnisse einer ausländischen Universität, Schule oder eines ausländischen Lehrgangs die für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse erworben wurden, bestimmt der Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auf Antrag im Einzelfall. 

10. Was ist, wenn der Befähigungsnachweis formell nicht erbracht wird?

Kann der Befähigungsnachweis nach den oben erwähnten Regelungen nicht erbracht werden, besteht die Möglichkeit der Feststellung einer individuellen Befähigung. Dabei sind der Gewerbebehörde (= Bezirksverwaltungsbehörde, in Wien: Magistratsabteilung 63) durch entsprechende Beweismittel die für die jeweilige Gewerbeausübung erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen nachzuweisen. 

Gegebenenfalls kann die Behörde das Vorliegen der individuellen Befähigung auf eine Teiltätigkeit eines Gewerbes einschränken bzw. von der Absolvierung eines Anpassungslehrganges oder einer Eignungsprüfung abhängig machen. 

11. Kann eine individuelle Befähigung für jedes Gewerbe erlangt werden?

Nein; Für bestimmte Tätigkeiten der Baumeister und Holzbau-Meister, nämlich Planung, Berechnung und Leitung von Hoch-, Tief und verwandte Bauten scheidet die Möglichkeit der "individuellen Befähigung" überhaupt aus. Der Befähigungsnachweis muss hier auf die der Befähigungsverordnung vorgeschriebenen Art erbracht werden. 

12. Was ist, wenn der Befähigungsnachweis überhaupt fehlt?

Erbringt eine natürliche Person den Befähigungsnachweis auch nicht in Form der individuellen Befähigung, so kann ein reglementiertes Gewerbe (ausgenommen die Gewerbe Rauchfangkehrer und Versicherungsvermittlung) dann angemeldet werden, wenn ein geeigneter gewerberechtlicher Geschäftsführers bestellt wird. Dieser gewerberechtliche Geschäftsführer muss ein mindestens zur Hälfte der wöchentlichen Normalarbeitszeit im Betrieb beschäftigter und voll sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer sein. 

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