"Wir beleben unser Land"
Gemeinsame Initiative von Land Steiermark, WKO und Raiffeisen
Lesedauer: 3 Minuten
Steigende Grundstückspreise, knappe Flächen und der Wunsch nach nachhaltiger
Entwicklung verändern den Blick auf die gebaute Umwelt. Immer stärker rücken bestehende
Gebäude, historische Bausubstanz und Ortskerne in den Fokus. Statt weiterer Versiegelung
gewinnen Sanierung, Revitalisierung, Nachverdichtung und Wohnraumerweiterung an
Bedeutung. Sie schaffen zusätzlichen Wohnraum, stärken regionale Wertschöpfung und
leisten einen wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Boden und
Ressourcen. Wie dieser Weg in der Praxis gelingen kann, zeigt die Steiermark-Initiative "Wir
beleben unser Land".
"Historische Gebäude sind wertvolle Zeugnisse unseres kulturellen Erbes und prägen die
Identität unserer Regionen. Mit Fachwissen, handwerklichem Können und einem
verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen können wir sie für kommende
Generationen erhalten und gleichzeitig neue Perspektiven für Wohnen, Arbeiten und Leben
schaffen. Das Land Steiermark unterstützt diesen Weg mit gezielten Maßnahmen – von der
Sanierungsförderung bis hin zu Programmen zur Stärkung unserer Ortskerne. Damit schaffen
wir wichtige Voraussetzungen für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung wertvoller
Bauwerke", betont Wohnbaulandesrätin Simone Schmiedtbauer.
"In bestehenden Gebäuden, Ortskernen und handwerklichen Traditionen steckt enormes
Potenzial für die Zukunft unserer Regionen. Sanierungen und Revitalisierungen schaffen
Aufträge für regionale Betriebe, stärken das Handwerk und halten die Wertschöpfung dort,
wo sie gebraucht wird. Besonders freut es mich, dass wir in diesem Zusammenhang auf
einen handfesten politischen Erfolg verweisen können. Mit dem neuen Bundesvergabegesetz
2026 wurde eine langjährige WKO-Forderung Realität: Direktvergaben bei Bauaufträgen sind
nun bis zu 200.000 Euro möglich, im nicht offenen Verfahren sogar bis zu zwei Millionen
Euro. Das ist ein echter Heimvorteil. Damit dieser auch in der Vergabepraxis ankommt, hat
die WKO Steiermark einen eigenen Vergabeleitfaden entwickelt, den wir nun in diese
Initiative einbringen. Er zeigt, wie Gemeinden ihre Spielräume rechtssicher und KMU-gerecht
nutzen können. Regionalität ist für uns kein Modewort, sondern ein wirtschaftspolitischer
Auftrag", unterstreicht WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk.
Raiffeisen Steiermark verzeichnet einen positiven Trend im Wohnbau und unterstützt diesen
nun auch mit einem österreichweit einzigartigen digitalen Förderrechner: "Die
Wohnfinanzierungen haben seit Jahresbeginn 2026 um rund 25 % zugelegt. Dabei wünschen
sich Bankkunden Planungssicherheit und eine kompetente Begleitung. Förderungen sind
dabei ein wichtiger Schlüssel, um Bauen, Sanieren und Revitalisieren leistbarer zu machen.
Mit fit4förderung haben wir nun einen digitalen Förderrechner entwickelt, der aktuelle
Wohnbau-Förderungen von Bund, Land und Gemeinden einfach, schnell und verständlich
sichtbar macht. Dies kann tausende Euro an Investitionskosten sparen. So verbinden wir
unsere Kompetenz als Nummer eins in der steirischen Wohn- und Förderberatung mit
digitaler Innovation und leisten damit einen konkreten Mehrwert für nachhaltige
Wohnprojekte in der Steiermark.", betont Raiffeisen-Landesbank-Generaldirektor Martin
Schaller.
Josef Gasser, Bauinnung: "Erfolgreiche Regionalpolitik darf ländliche Räume nicht länger
durch die urbane Brille betrachten. Einheitslösungen greifen hier zu kurz. Was wir brauchen,
sind maßgeschneiderte, regional verankerte Konzepte, die den lokalen Gegebenheiten vor
Ort tatsächlich gerecht werden. Das ist der einzige Weg, um die Identität, die
Wirtschaftskraft und die Vielfalt unserer Regionen zukunftsfähig zu gestalten."
Johann Reisenhofer, Bauhilfsgewerbe: "Altbau muss man mit Verstand und Verständnis
betrachten, aber auch mit einem gewissen Gefühl und Respekt, wofür sie errichtet worden
sind. Nur dann hat man Freude daran. Wir brauchen mutige Entscheidungen, mutige
Bauherren und wir brauchen Handwerker!"
Reinhard Hansmann, Holzbau: "Ortskerne dürfen nicht als Museum betrachtet werden; sie
müssen weiterentwickelt werden, um Leerstand zu vermeiden. Bei der Nachverdichtung
schafft unsere Branche mit Respekt vor der bestehenden Bausubstanz neue, nachhaltige und
zeitgemäße Holzbaulösungen."
Hannes Koudelka, Maler: "Kalk erlebt aktuell ein Revival. Wir sind stolz darauf, diese
Handwerkstradition weiterzutragen. Die historischen und dekorativen
Malerhandwerkstechniken mit traditionellen Materialien zählen zum UNESCO-Kulturerbe
Österreichs. Eine sehr gute Ausbildung ist essenziell!"
Helmut Schabauer, Dachdecker: "Wie es in Gemeinden Menschen braucht, die das
Zukunftsbild der Region gestalten, benötigt es im Dachgestaltungsbereich Handwerker mit
Visionen und Fachwissen, die auch die alten Techniken noch beherrschen."