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Auf einer Projektionsfläche ist ein goldener Tiroler Adler vor hellem Hintergrund zu sehen. Links daneben steht der Text „Neujahrsempfang 2026“. Rechts unten befindet sich das Logo der Wirtschaftskammer Tirol, Bezirksstelle Schwaz. Das Bild wirkt feierlich und repräsentativ.
© Andi Filzwieser

Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Bezirksstelle Schwaz greift zentrale Standortfragen auf

Beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Bezirksstelle Schwaz standen aktuelle Themen aus dem Wirtschaftsalltag des Bezirks im Mittelpunkt. Im Fokus lagen die Investitionen der Seilbahnen als stabilisierender Faktor für den Standort, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung sowie Initiativen der Wirtschaftskammer im Bereich Berufsorientierung. Die Themen stehen exemplarisch für zentrale Standortfragen im Bezirk Schwaz.

Lesedauer: 3 Minuten

16.01.2026

Tiroler Wirtschaft stabilisiert sich – Ausblick bleibt vorsichtig

Beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Tirol sprach Präsidentin Barbara Thaler über die aktuelle wirtschaftliche Lage und den Ausblick für 2026. Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass sich die Tiroler Wirtschaft im Winter 2025/26 gegenüber dem Vorjahr spürbar stabilisiert hat. Der ausgeprägte Pessimismus des Winters 2024/25 ist zurückgegangen, die Stimmung hat sich aufgehellt – wenn auch weiterhin vorsichtig.

„Die Tiroler Wirtschaft hat wieder Boden unter den Füßen – aber sie läuft noch vorsichtig“, betonte Thaler.

Stabilisierend wirkt vor allem der Tourismus mit einem Geschäftsklimawert von rund 36 Prozentpunkten. Auch Handel sowie Information & Consulting verzeichnen deutliche Verbesserungen. Die Erholung verläuft jedoch unterschiedlich: Die Bauwirtschaft bleibt trotz Fortschritten weiterhin die einzige Branche im negativen Bereich. Auch die Industrie hat weiterhin mit hohen Arbeitskosten und internationalem Wettbewerbsdruck zu kämpfen.

Viele Betriebe berichten von gut gefüllten Auftragsbüchern, blicken angesichts internationaler Unsicherheiten jedoch zurückhaltend auf die kommenden Monate. Als größte Belastungen nennen die Unternehmen weiterhin hohe Arbeitskosten, Bürokratie sowie Steuern und Abgaben.

Unter der Voraussetzung stabiler geopolitischer Rahmenbedingungen erwartet die Wirtschaftskammer Tirol für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent.

„Das momentane, kleine Pflänzchen an Wirtschaftswachstum braucht jetzt die richtigen Rahmenbedingungen, um weiter wachsen zu können“, betonte Thaler. Bürokratieabbau, die Senkung der Lohnnebenkosten und ein investitionsfreundliches Umfeld seien dafür entscheidend. „Wer nachhaltiges Wachstum will, muss den Betrieben Luft zum Atmen geben.“

Drei Frauen stehen nebeneinander vor einer hellen Fotowand mit dem Logo der Wirtschaftskammer Tirol. Sie sind elegant gekleidet und lächeln in die Kamera. Die Frau in der Mitte trägt ein dunkles Sakko, die beiden Frauen links und rechts helle bzw. farbige Kleidung. Es handelt sich um eine offizielle Veranstaltung in einem professionellen Umfeld.
© Andi Filzwieser Bezirksstellenobfrau Martina Entner, WK-Tirol Präsidentin Barbara Thaler und WK-Tirol Direktorin Evelyn Geiger-Anker in feierlicher Stimmung zum neuen Jahr.

Investitionen der Seilbahnen als stabilisierender Faktor

Die Seilbahnen spielen für den Bezirk Schwaz eine zentrale Rolle weit über den Tourismus hinaus. Sie sichern Wertschöpfung, Beschäftigung und Nachfrage in zahlreichen vor- und nachgelagerten Branchen. Trotz angespannter internationaler Rahmenbedingungen, anhaltender Diskussionen zu Klima- und Nachhaltigkeitsfragen sowie hoher Kosten investieren die Seilbahnunternehmen im Bezirk weiterhin konsequent.

Im Jahr 2025 belaufen sich die geplanten Investitionen der Zillertaler und angrenzenden Bergbahnen auf rund 79 Millionen Euro. Die Mittel fließen vor allem in Seilbahntechnik, Schneeerzeugung, Pistengeräte, Mitarbeiterunterkünfte sowie in den Ausbau von Sommerangeboten. Damit setzen die Betriebe ein klares Signal für den Standort und für langfristige Planungssicherheit.

Die Nachfrage nach Winterurlaub bleibt stabil, auch bei jüngeren Zielgruppen. Bewegung im alpinen Raum, Naturerlebnis und eine gut ausgebaute Infrastruktur behalten ihre Bedeutung. Gleichzeitig übernimmt der alpine Tourismus eine wichtige Lenkungsfunktion für Besucherströme und trägt zur regionalen Auslastung bei.

Verwaltung als Partner der Wirtschaft

Ein weiterer regionaler Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung im Bezirk Schwaz. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten kommt effizienten, verlässlichen und transparenten Verfahren besondere Bedeutung zu.

In der Bezirkshauptmannschaft Schwaz, insbesondere in der Gewerbeabteilung, erleben viele Betriebe eine sachorientierte und lösungsorientierte Arbeitsweise. Anliegen werden geprüft, Abläufe erklärt und Spielräume innerhalb der gesetzlichen Vorgaben genutzt. Diese Haltung erleichtert Investitionen und betriebliche Weiterentwicklung.

Der Bezirk Schwaz bringt sich zudem aktiv in Reformprozesse auf Landesebene ein. Der Tirol Konvent verfolgt das Ziel, Verfahren zu vereinfachen, Doppelgleisigkeiten abzubauen und Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten. Die enge Zusammenarbeit zwischen Bezirk, Land und Interessenvertretungen ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Berufsorientierung als Zukunftsinvestition

Ein drittes zentrales Thema beim Neujahrsempfang war die Berufsorientierung. Die Wirtschaftskammer Bezirksstelle Schwaz setzt hier gezielt Initiativen, um Jugendliche frühzeitig für Lehre und regionale Betriebe zu begeistern.

Betriebsbesuche, Schulkooperationen und Informationsangebote für Jugendliche und Eltern sollen helfen, realistische Einblicke in Berufe und Karrierewege zu geben. Ziel ist es, Talente im Bezirk zu halten und den Fachkräftebedarf langfristig abzusichern.

Die Rückmeldungen aus den Betrieben zeigen, dass praxisnahe Berufsorientierung ein entscheidender Hebel ist, um junge Menschen für eine Ausbildung im eigenen Bezirk zu gewinnen.

Hier kommen Sie zur Fotogalerie: Neujahrsempfang Schwaz

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