BRUCE GILDEN - A CLOSER LOOK
28.11.2025 bis 22.02.2026 im Westlicht
Lesedauer: 3 Minuten
Mit seiner unverwechselbaren Bildsprache ist Bruce Gilden einer der großen Vertreter der Street Photography und zugleich einer der kompromisslosesten Porträtfotografen unserer Zeit. Bekannt für die radikale Nähe und schonungslose Direktheit seiner Fotografien, schafft Gilden kraftvolle Bilder, die uns unmittelbar konfrontieren, verstören und bewegen. Vom 28. November 2025 bis 22. Februar 2026 widmet ihm das Fotomuseum WestLicht seine erste große Einzelausstellung in Österreich und bietet mit einer dreitägigen Masterclass und einer Lecture weitere besondere Gelegenheiten, sich eingehender mit dem streitbaren Superstar, seinem Œuvre und seinen kontrovers diskutierten Fotografien vertraut zu machen. Entlang der beiden großen Blöcke in Gildens Schaffen versammelt die Personale A CLOSER LOOK rund 70 Arbeiten. Zu sehen sind seine Schwarz-Weiß- Straßenfotografien, beginnend mit seinen frühen Aufnahmen von Coney Island aus dem Jahr 1969, genauso wie die aus kürzester Distanz fotografierten Faces – überlebensgroße Farbporträts, von denen die jüngsten in der Ausstellung gezeigten im Jahr 2024 entstanden sind.
Seit über fünfzig Jahren richtet der US-Amerikaner Bruce Gilden seine Kamera auf all jene, die sonst im Schatten stehen: Randfiguren der Gesellschaft, Nonkonformist:innen und Außenseiter:innen. Stars und Sternchen und der falsche Glamour und die Gefälligkeit der aktuellen Instagram-Kultur interessieren ihn nicht – sein Blick richtet sich auf Charaktere, Typen und Gesichter, in denen das Leben Spuren, oft Narben, hinterlassen hat. Kurz: auf echte Menschen in ihrer ganzen Einzigartigkeit.
Gilden ist seit 1998 Mitglied der legendären Agentur Magnum Photos. Sein unverkennbarer Stil zeichnet sich vor allem durch radikale Nähe und ungeschönte Direktheit aus – Eigenschaften, die zu Markenzeichen seiner Arbeit geworden sind. In seinen frühen Jahren inspiriert von Robert Capas Credo „If your pictures aren’t good enough, you’re not close enough“, verfolgt Gilden diesen Ansatz bis heute und fügt in seinen eigenen Worten hinzu: „The older I get, the closer I get.“ Diese Unmittelbarkeit und Gildens Energie sind in seinen Arbeiten greifbar, seine
Bewegungen folgen der Dynamik der Straße und den Menschen, denen er begegnet. Jedes einzelne seiner Bilder steht dabei für sich, intensiv und kraftvoll – und obwohl Gildens Arbeiten sicherlich in der Tradition von Fotograf:innen wie Weegee, Lisette Model oder Diane Arbus zu lesen sind, tragen sie doch seine unverkennbare Handschrift.
Bruce Gilden, geboren und aufgewachsen in Brooklyn, New York, bezeichnet sich selbst als fotografischer Autodidakt. Gilden begann seine Karriere 1967 auf den Straßen seiner Heimatstadt, spätere Werkzyklen führten ihn quer durch die USA und ins Ausland: nach Haiti, Japan, England, Frankreich und Irland. Neben seinen weithin beachteten und vielfach ausgezeichneten persönlichen Projekten arbeitete Gilden über die Jahre nicht nur im Auftrag von Modemarken wie Louis Vuitton, Dolce & Gabbana, Gucci und Balenciaga, sondern vor allem auch für Magazine wie Vanity Fair, GQ, Vogue Homme und das New York Times Magazine. Bruce Gilden hat über dreißig Bücher veröffentlicht, darunter die im WestLicht-Bookshop erhältlichen Facing New York, Lost and Found, Cherry Blossom, Black Country, Haiti sowie zuletzt 8 Days in Napoli und The Empire on Which the Sun Never Sets. Begleitend zur Ausstellung erscheint der Sonderkatalog Bruce Gilden. A Closer Look.
Die eigens für das WestLicht adaptierte Ausstellung wurde von Isabel Siben in enger Zusammenarbeit mit Bruce Gilden konzipiert und ist eine Kooperation mit Magnum Photos und dem Kunstfoyer der Versicherungskammer München. Der Wien-Aufenthalt von Bruce Gilden wird freundlicherweise vom Hotel MOTTO unterstützt.
Bis 22.02.2026 besteht noch die Chance die Ausstellung im Westlicht zu besuchen.
Weitere Infos zur Ausstellung: https://www.westlicht.com/westlicht/de/programm/ausstellungen/brucegilden