Baustellen neu gedacht
Wie bessere Einhausung die Wirtschaft in der Inneren Stadt stärkt
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Die Wiener City ist einer der dynamischsten Standorte Österreichs. Der begrenzte Raum wird von Vielen intensiv genutzt. Notwendige Baustellen müssen daher als Teil der wirtschaftlichen Entwicklung mitgedacht werden. Daraus entsteht für alle, die sich in der Stadt bewegen ein Mehrwert.
Der Sommer in Wien ist Baustellenzeit. Die Stadt nützt die vermeintlich ruhigere Urlaubszeit dafür, nötige Bauarbeiten durchzuführen. Kabellegungen, Fernkälte, Gleisbauarbeiten und vieles mehr lassen die Straßen und Plätze zu einem Spießrutenlauf für Betriebe, Lieferverkehr, ihre Kund:innen werden. Allein im Kern der Innenstadt ist immer Hochsaison. Sowohl Einheimische als auch Besucher:innen aus aller Welt kommen nach Wien, um die Kultur, das Einkaufen und die Gastgärten zu genießen. Baustellen werden schnell als Hindernis betrachtet. Handel, Gastronomie, Dienstleistung und Tourismusbetrieben hängen wesentlich von Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und ungestörtem Betrieb ab.
Doch Baustellen sind nicht nur Störungen mit Staub und Lärm, sie symbolisieren nötige Investitionen in die Weiterentwicklung der Stadt. Eine verbesserte Infrastruktur, besser nutzbarer und attraktiverer öffentlicher Raum ziehen Menschen in die Stadt, weil sie sich wohlfühlen und gerne hier konsumieren.
Damit diese Vorteile während einer Bauphase wirksam bleiben, braucht es neue Ansätze und ein neues Verständnis für Baustellen. Sie sind nicht Barriere, sondern ein temporärer Teil des Stadtraums. Daher sollten sie als wirtschaftlicher Faktor gestaltet werden. Maßnahmen sind:
Baustelle als Kommunikationsfläche nutzen
• lokale Betriebe sichtbar machen
• Branding oder Zwischennutzung
• Gestaltung statt Abschottung
Sichtbarkeit sichern
• transparente oder offene Bauzäune
• Blickachsen auf Geschäftsportale
• Beleuchtung bei verdeckten Fassaden
Zugänglichkeit gewährleisten
• klare Wegführung
• barrierefreie Zugänge
Kundenlenkung aktiv gestalten
• Beschilderung zu Betrieben
• temporäre Leitsysteme
• digitale Orientierung etwa mit QR-Code, der zu umfassender Information führt
In der Praxis fordern wir, dass die Auflagen für Baustellen in der Innenstadt vorsehen, dass attraktive Einhausungen Pflicht sind. Einige Bauverantwortliche praktizieren das schon. So ist die aktuelle Baustelle in der Herrengasse ein positives Beispiel, wie wir es uns in der ganzen Innenstadt wünschen. Gut gestaltete Baustellen sind ein Beitrag zur Standortqualität. Daher setzen wir uns dafür ein, dass die Wirtschaft bei der Baustellenplanung stärker berücksichtigt wird. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, um sowohl die Weiterentwicklung der Stadt als auch die Leistungsfähigkeit der Betriebe zu sichern. Die Zukunft der Innenstadt entscheidet sich nicht nur in fertigen Projekten, sondern darin, wie wir den Weg dorthin gestalten.
Dieter Steup
WK Wien-Bezirksobmann für die Innere Stadt