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V.l.: Alexandra Mühlhauser (WKW), Christoph Bodlaj (WKBG), Günther Ferlin (Wirtschaftsagentur), WKW-Bezirksobmann Matthias Schiffer, Norbert Dimpfl (WKBG), Martin Reich und Sebastian Bartmann (beide Volksbank Liesing)
© Johannes Stuhlpfarrer | WKW

Förder-Update 2026

Ein Businesstreffen von WKOimBezirk Ende April hat neue Förderungen vorgestellt – Tipps für erfolgreiche Anträge inklusive.

Lesedauer: 4 Minuten

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29.04.2026

Vier Expert:innen haben beim Businesstreffen Neues vorgestellt, einen kurzen Überblick über verschiedene Förderungsarten und Tipps gegeben, wie man einen Förderantrag erfolgreich einbringt. 

Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) hat im Vergleich zu anderen Fördergebern ein vergleichsweise überschaubares Programm. Ihre Dienststelle sei vielmehr dazu da, die richtigen Fördergeber für die jeweiligen Projekte zu finden, erzählt Alexandra Mühlhauser vom WKW-Förderservice.

Der Förderdschungel ist unübersichtlich und voller Fallstricke. Nützen Sie die Expertise der Wirtschaftskammer Wien, der Wirtschaftsagentur Wien, der WKBG und Ihrer Hausbank.

Bei den Förderungen unterscheidet man zwischen nicht rückzahlbaren Zuschüssen, geförderten Krediten und der Übernahme von Bürgschaften bzw. Unternehmensbeteiligungen. Bei ersterem gibt es Geld für eine bestimmte Investition, für bestimmte Ausgaben, während sich die geförderten Kredite durch niedrige Zinsen und oft durch eine tilgungsfreie Zeit auszeichnen. Für die Übernahme von Bürgschaften und/oder Firmenbeteiligung ist wiederum die Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG (WKBG) zuständig.

Zuschuss für externe Beratung

Eine der interessantesten Förderungen der WKW ist die geförderte Unternehmensberatung. Sie brauchen einen Marketingplan, eine Standortanalyse oder einen Finanzplan? Dafür gibt es eine Einzelthemen-Beratung im Ausmaß von bis zu 10 Stunden bei Unternehmensberater:innen aus dem Pool der WKW. Sie brauchen einen Businessplan, ein Sanierungskonzept oder wollen Ihr Unternehmen weitergeben? Dafür sind die Strategieberatungen gedacht, die in Summe bis zu 20 Stunden umfassen können. 

Wie hoch die Zuschüsse sind, hängt davon ab, wie lange eine Tätigkeit ausgeübt wird: Ist ein Unternehmen weniger als drei Jahre aktiv, übernehmen WKW und Stadt Wien je zur Hälfte einen Zuschuss von 66 Euro pro Beraterstunde. Unternehmen, die länger bestehen, können mit 44 Euro rechnen, die von der WKW alleine getragen werden. 

Umfangreiches Angebot

Ein besonders wichtiger Fördergeber ist die Wirtschaftsagentur Wien. Günther Ferlin vom Business-Support hat das neue Programm „Lebendiges Grätzl“ vorgestellt. Es richtet sich an Nahversorger in der Erdgeschoßzone mit weniger als 50 Mitarbeiter:innen und Konsument:innen als Zielgruppe. „Wir haben jetzt ein Jury-Programm, bei dem wir zielgerichteter fördern“, erzählt Ferlin. „Wenn es in einer Straße schon 10 Frisöre gibt, wollen wir nicht 15 haben.“ 

Laut Ferlin geht es vielmehr darum, die Nahversorgung anzukurbeln, mit Vielfalt die Grätzl zu beleben und Akzente zu setzen. Gefördert werden zum Beispiel die Errichtung von Schanigärten, Geschäftsübernahmen, Umbau, Investitionen in Geräte, Maschinen oder Geschäftsausstattung. „Sie müssen zu uns kommen, bevor Sie investieren“, betont er. Ist ein erster Auftrag bereits erteilt, komme eine Förderung leider nicht mehr in Frage. 

Ideale Starthilfe

Als idealen Zeitpunkt für eine Beratung nennt Ferlin drei bis sechs Wochen vor Beginn des Projekts. „Wir schauen uns an, ob etwas förderbar ist, wo mögliche Stolpersteine sind und ob Sie eventuell eine geförderte Unternehmensberatung brauchen.“ Im Regelfall gebe es 25 Prozent des investierten Geldes retour, maximal 20.000 Euro. Die Mindestprojektgröße beträgt 7.500 Euro. Für Handwerker gibt es darüber hinaus weitere spezielle Förderungen.

Sie brauchen einen Kredit, haben allerdings keine Sicherheiten für die Bank? Dann ist die Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG Ihr Ansprechpartner. Das betreffe nicht nur Wiener Unternehmen, sondern auch jene aus den Bundesländern, die in Wien investieren wollen, berichtet Projektleiter Norbert Dimpfl. Ausgeschlossen seien lediglich Start-ups und Betriebe, die saniert werden. Einschränkungen bezüglich Branchen gäbe es hingegen keine.

Schnelle und unkomplizierte Angelegenheit

Der Antrag ist rasch und einfach auszufüllen: Er umfasst lediglich eine Seite, die mit der jeweiligen Hausbank auszufüllen sind. Innerhalb von wenigen Tagen gibt es ein erstes Feedback von der WKBG. Sind alle Unterlagen vorhanden, dauert es zwei bis drei Wochen, bis sie gemeinsam mit der Hausbank Bürgschaft und Finanzierung auf den Weg bringt.

Christoph Bodlaj, ebenfalls Projektleiter der WKBG, hat Infos zu den Beteiligungen gegeben. Eingestiegen werde nur in Bestandsbetriebe in einem Umfang von zumindest 100.000 Euro. „Da gehen wir aber natürlich tiefer in die Detailprüfung, weil wir selbst Risiko tragen und unser Geld hergeben.“ Die operative Tätigkeit bleibt dann komplett bei den Unternehmer:innen, die WKBG habe als stiller Gesellschafter keinerlei Mitspracherecht, betont er. 

Reden Sie mit Ihrer Bank

Sebastian Bartmann von der Volksbank Filiale Liesing ist dann auf die Rolle der Hausbank eingegangen. Förderanträge scheiterten oft an Formalitäten, erzählt er. „Das ist etwas, was wir auf jeden Fall vermeiden können“, verspricht Bartmann. „Wie wir das erreichen? Wenn wir frühzeitig miteinander reden, realistisch über Zahlen, Sicherheiten und Risiken sprechen.“ 

Banken hätten intensiveren Kontakt mit Förderstellen, würden deren Spruchpraxis kennen und könnten daher gut abschätzen, ob ein Projekt förderbar und vor allem welches Programm ist das richtige ist. Es sei auch möglich Einmalzuschüsse und geförderte Kreditfinanzierung zu kombinieren. „Das eine schließt das andere nicht grundsätzlich aus“, so Bartmann. Seine abschließende Botschaft: „Wenn Sie an Förderungen denken, denken Sie bitte auch an Ihre Hausbank.“


Titelbild (v.l.n.r.):  Alexandra Mühlhauser (WKW), Christoph Bodlaj (WKBG), Günther Ferlin (Wirtschaftsagentur), WKW-Bezirksobmann Matthias Schiffer, Norbert Dimpfl (WKBG), Martin Reich und Sebastian Bartmann (beide Volksbank Liesing)