Zum Inhalt springen
Nahaufnahme eines Mikrofons vor einem Publikum in der Unschärfe
© smolaw11 | stock.adobe.com

Programm – Tag der Sprachen 2026

Ablauf und Überblick aller Vorträge

Lesedauer: 9 Minuten

30.09.2026

Wann und wo?

Ort

Wirtschaftskammer Wien
Straße der Wiener Wirtschaft 1
1020 Wien

Programm

  • ab 14:30 Uhr
    Einlass
  • 15:15 Uhr
    Eröffnung Tag der Sprachen 2026
  • 15:30 – 17:40 Uhr
    Vorträge/Workshops
  • 17:50 – 18:20 Uhr
    Round Table Gespräch
  • 18:35 Uhr
    Sprachenkabarett mit Alessandra Delato
  • Danach
    Gemütlicher Ausklang & Networking
Jetzt anmelden zum Tag der Sprachen

Programm – Saal 5

15:15 - 15:30 Uhr Eröffnung/Begrüßung - Tag der Sprachen 2026
15:30 - 15:45 Uhr

Macht, Verantwortung & Qualität – professionelle Sprache als Weg zum Erfolg. - Impulsvortrag

Mag. Dr. Leopold R.G. Decloedt (Connect Translations Austria GmbH)

Auch im KI-Zeitalter ist eindeutige, kultursensible Sprache genauso wichtig wie vorher (denken wir nur an die Wichtigkeit sprachlicher Nuancen beim Prompten). Sprache ist und bleibt einer der wichtigsten Schlüssel zum geschäftlichen Erfolg, nicht nur im internationalen Bereich. Sprache ist ein mächtiges Instrument, mit dem eine sehr große Verantwortung verbunden ist, die nicht blind einer Maschine überlassen werden soll. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist ein hohes Qualitätsbewusstsein erforderlich. Dies gilt nicht nur für die Anbieter von Sprachdienstleistungen, sondern auch für deren Kunden.

15:50- 16:05 Uhr

Lost in Translation? KI und Terminologie als Qualitätsanker - Impulsvortrag

Mag. Anita Wilson (Kaleidoscope GmbH)

KI-gestützte Übersetzungstools versprechen Geschwindigkeit und Effizienz – doch ohne eine solide Terminologiebasis liefern sie oft ungenaue oder inkonsistente Ergebnisse. Aber muss das so sein?

Dieser Vortrag zeigt, warum Terminologiemanagement der entscheidende Faktor für hochwertige KI-Übersetzungen ist, und wie beides strategisch zusammenspielt. Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis wird deutlich, wie Unternehmen und Sprachprofis durch den gezielten Einsatz von Terminologie die Qualität ihrer Übersetzungen messbar steigern können.

Das Ergebnis: weniger Nachbearbeitung, mehr Konsistenz, und eine KI, die wirklich das tut, was sie soll.

16:10 -16:25 Uhr

Gut übersetzt ist nicht genug – Datenschutz als Teil professioneller Qualität - Impulsvortrag

Patrick Hiehs, Bakk. phil. MA (ÖVGD - Österreichischer Verband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher und Übersetzer)

Eine Übersetzung kann sprachlich und fachlich einwandfrei sein und dennoch professionellen Ansprüchen nicht genügen. Denn zur Qualität einer Sprachdienstleistung gehört nicht nur das Ergebnis, sondern auch der verantwortungsvolle Umgang mit den dafür verarbeiteten Daten, bei denen es sich gerade bei Verträgen, medizinischen Unterlagen oder Gerichtsdokumenten regelmäßig um sensible und personenbezogene Informationen handelt.

Der Impulsvortrag wirft einen praxisnahen Blick auf typische Datenwege in der Sprachdienstleistung: Wie werden Unterlagen übermittelt, wo werden sie gespeichert und welche Rolle spielen digitale Werkzeuge und KI-Anwendungen? Dabei geht es weniger um juristische Detailfragen als um die entscheidende Praxisfrage: Wann ist der Umgang mit Daten tatsächlich professionell – und wann wird aus Bequemlichkeit ein Qualitätsrisiko?

Sprachdienstleister und Auftraggeber sind damit gleichermaßen gefordert. Datenschutz soll nicht als lästige Zusatzpflicht neben der eigentlichen Leistung verstanden werden, sondern als Teil professioneller Qualität – und als solcher im Arbeitsalltag auch konkret erkennbar sein.

16:30 - 16:45 Uhr

Die Kunst des Promptings: LLMS effektiv steuern, Workflows optimieren und Qualität garantieren – Impulsvortrag

Dr. Manuel Lardelli, MA

Large Language Models (LLMs) bieten enormen Nutzen im sprachdienstleistenden Alltag, verlangen jedoch ein fundiertes Verständnis ihrer Funktionsweise. Um das Schwerpunktthema Qualität gezielt anzugehen, beleuchtet dieser Impulsvortrag die Schnittstelle zwischen maschineller Sprachgenerierung und menschlicher Expertise.

Zunächst werfen wir einen pragmatischen Blick unter die Haube: Wie funktionieren LLMs eigentlich? Das Verständnis, dass diese Modelle Texte auf Basis von statistischen Wahrscheinlichkeiten generieren und nicht über echtes Sprachverständnis verfügen, bildet das Fundament für ihren professionellen Einsatz. Darauf aufbauend werden praxiserprobte Best Practices für das Prompt Engineering vorgestellt. Sie erfahren, wie Sie LLMs durch präzise Anweisungen, Rollenverteilung und Kontext gezielt steuern und gewinnbringend in Ihren Übersetzungsworkflow einbinden können – etwa bei der Vorrecherche, der Terminologiearbeit oder der stilistischen Optimierung. Abschließend wird verdeutlicht, warum die menschliche Komponente als Qualitätsgarant unverzichtbar bleibt: Die Maschine liefert die Wahrscheinlichkeit – der Mensch garantiert die finale Präzision, das kulturelle Feingefühl und das Qualitätsurteil.

16:50 - 17:20 Uhr

Von der KI-Übersetzung zur geprüften Qualität – Workshop

Sophie Grossalber (text-it Produktdokumentation GmbH)

Wie wird aus einer guten Ausgangsübersetzung eine konsistente und verlässliche Übersetzung? In diesem Kurzworkshop zeigt Sophie Grossalber von der text-it Produktdokumentation GmbH anhand eines konkreten Beispiels, wie Terminologie und Qualitätssicherung den Übersetzungsprozess verbessern – und wie dabei DeepL und Trados sinnvoll zusammenspielen können.

Gemeinsam schauen wir uns an:

  • Warum Terminologie mehr ist als eine Liste von Fachbegriffen
  • Wie DeepL mit vorgegebenen Begriffen und Terminologie umgeht
  • Wie Übersetzer:innen in Trados Terminologie und Übersetzungsspeicher für konsistente Übersetzungen nutzen
  • Wo typische Fehler entstehen – und wie sie sich systematisch erkennen und vermeiden lassen
  • Welche Prüfungen sinnvoll automatisiert werden können und wo menschliche Kontrolle unverzichtbar bleibt

Anhand eines kurzen Ausgangstextes prüfen wir gemeinsam, welche Begriffe problematisch sind, wie Terminologievorgaben die Übersetzung beeinflussen und welche Qualitätssicherungsmaßnahmen tatsächlich einen Mehrwert bieten.

Ziel: Die Teilnehmer nehmen konkrete Ansätze mit, wie sie Terminologie, maschinelle Übersetzung und Qualitätssicherung effizient miteinander verbinden können – unabhängig davon, ob sie mit DeepL, Trados oder anderen Werkzeugen arbeiten.

17:25 - 17:40 Uhr

Qualitätssicherung bei Dolmetschen KI-unterstützt oder XITL? Neudenken, oder bewährte Konzepte umsetzen? – Impulsvortrag

Mag.phil. Thomas Musyl (Universitas Austria)

Die Qualitätssicherung beim Dolmetschen ist unter KollegInnen ein vieldiskutiertes Thema. Der Vortrag setzt sich mit folgenden Themenbereichen auseinander:

  • Wichtig wird es falls der Kunde Preisnachlässe aufgrund mangelnder Qualität einfordert. 
  • Wie definiert sich Qualität beim Dolmetschen?
  • Wer definiert Qualität beim Dolmetschen?
  • Wie kann ich Qualität im Streitfall beweisen?
  • Wie kann ich unrealistische Erwartungen im Vorfeld abfangen

17:50 - 18:20 Uhr Round Table Gespräch
18:35 Uhr

Sprachenkabarett

Alessandra Delato

Wie sieht die Welt aus Sicht einer Exil-Italienerin aus?

Danach Gemütlicher Ausklang und Networking

Programm – Saal 3 

15:30 - 15:45 Uhr

Ist immer „barrierefrei“ drin, wo „barrierefrei“ draufsteht? - Möglichkeiten der Qualitätssicherung bei Live-Sprachdienstleistungen für Barrierefreiheit. - Impulsvortrag

Mag. Daniela Eichmeyer-Hell, MA (Delfinterpret GbR)

Internationale und nationale Gesetzgebung schreibt Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen vor, insbesondere auch den gleichwertigen und barrierefreien Zugang zu Information und Kommunikation. Vielfach wird betont, dass Barrierefreiheit für 10 % der Menschen unentbehrlich, für 40 % notwendig und 100 % komfortabel ist. So wird gefordert, dass für Bildung, im Beruf, bei Behörden, vor Gericht, im Gesundheitswesen, in der Freizeit und bei Veranstaltungen aller Art alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um Barrierefreiheit für alle sicherzustellen. Um den Gesetzen genüge zu tun, werden nicht nur professionelle Lösungen gewählt, sondern auch nicht-professionelle oder - in Zeiten von Digitalisierung und KI - automatisierte Angebote in Anspruch genommen. Aber wie können Auftraggeber:innen und Veranstalter:innen sicherstellen, dass die gewählte Maßnahme tatsächlich Zugang zu Information und Kommunikation für alle ermöglicht? Dieser Kurzvortrag soll die Stolpersteine und mögliche Wege zur Qualitätssicherung von Sprachdienstleistungen für Barrierefreiheit in Live-Situationen aufzeigen.

15:50 -16:05 Uhr

RecogSense® - Qualitätssicherung nach ISO 17100 - Impulsvortrag

Eleonora Kapke, BA BA MA & Dott. ssa Fiorenza Finetti, MA (Connect Translations Austria GmbH)

Die Norm ISO 17100 ist schon lange in der Branche als Richtlinie zur Qualitätssicherung bekannt. Doch das von Connect Translations entwickelte Verfahren RecogSense® geht noch einen Schritt weiter. Was dieser Prozessansatz konkret bedeutet und welche Rolle dabei technische Hilfsmittel spielen, ist Thema des Vortrags. Die Vortragenden werden anhand konkreter Beispiele aus der Praxis zeigen, welchen Mehrwert Kund:innen durch die Zusammenarbeit mit einem Übersetzungsbüro haben und wie auch Sprachdienstleister:innen davon profitieren. 

16:10 -16:25 Uhr

Qualität und KI im Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission - Impulsvortrag

Mag.phil. Viktoria Palfinger & Alisa Lang, MA (Europäische Kommission Vertretung in Österreich)

Die Rechtsübersetzung erfordert besondere Genauigkeit und Qualität – wie wird diese im Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission sichergestellt? Erfahren Sie mehr über interne Qualitätsabläufe, bei denen auch das Editieren der Originale und Initiativen für klare Sprache eine Rolle spielen. Hauseigene KI-basierte Sprachentools und ein europäisches LLM ergänzen den hohen Anspruch mit garantierter Sicherheit und umfassendem Datenschutz. Erhalten Sie direkte Einblicke in die Arbeit des Entwicklerteams, das aus einem riesigen, über 25 Jahre gewachsenen Übersetzungsspeicher in allen EU-Sprachen schöpfen kann. 

16:30 - 16:45 Uhr

Alles, was Recht ist! Qualität in der Rechtsübersetzung - Impulsvortrag

MMag. Katarina Rohsmann, MA (de iure language services e.U.)

Was macht „Qualität“ in der Rechtsübersetzung aus? Welche Rolle spielen Fachwissen, Normen und Zertifizierungen? Und was erwarten Jurist:innen von der Zusammenarbeit mit Übersetzer:innen?

Bevor ich Übersetzerin geworden bin, war ich über ein Jahrzehnt lang Juristin – und damit Übersetzungskundin und -anwenderin. Aus dieser doppelten Perspektive zeige ich auf, worauf es Kund:innen bei Rechtsübersetzungen wirklich ankommt. Wir sehen uns an, warum sich Qualität nur teilweise über den Prozess absichern lässt und was die Herausforderungen beim Übersetzen mit den Eigenheiten der Rechtssprache zu tun haben. Abschließend werfen wir aus der Perspektive von Qualitäts- und Risikomanagement einen Blick auf den Einsatz von Sprachmodellen in der Rechtsübersetzung.

16:50 - 17:20 Uhr

Qualitätssicherung beim Sprachenlernen neu gedacht: Wie wir als Sprachmittler didaktische Exzellenz schaffen - Workshop

Lucrezia Premuda (Speakable e.U.)

Vielleicht hast du dich bisher selbst unterschätzt – aber genau du hast die Macht, den Sprachunterricht komplett zu revolutionieren! Als Übersetzer:innen und Dolmetscher:innen tragen wir schlummernde Superkräfte in uns, die weit über das herkömmliche Unterrichten hinausgehen. Wir beherrschen intuitive Techniken wie Sinn-Visualisierung und die Kunst, sprachliche Barrieren im Handumdrehen zu sprengen. Wenn wir dieses ungenutzte Potenzial entfesseln, bringen wir eine nie dagewesene Qualität, Leichtigkeit und echte Resultate in die Welt des Sprachenlernens!

Dieser inspirierende Power-Workshop feiert das enorme, oft ungenutzte Potenzial unseres Berufsstands. Gemeinsam entdecken wir, wie wir unsere professionellen Dolmetsch- und Translationstechniken als pure didaktische Superkraft einsetzen. Wir definieren Qualitätssicherung neu: als messbare Begeisterung, spontane Ausdruckskraft und spürbare Erfolge bei jedem einzelnen Lernenden. Lass uns den Sprachunterricht mit frischer Energie auf ein neues Level heben – innovativ, wirksam und absolut speakable!

17:25 - 17:40 Uhr

Qualität entsteht im Prozess – nicht erst am Ende: Wie Standards, Technologie und KI moderne Übersetzungsprozesse verändern - Impulsvortrag

Krisztina Linka (Plunet GmbH)

Qualität in der Übersetzung entscheidet sich heute nicht mehr allein am sprachlichen Endprodukt. Unterschiedliche Inhalte, Risiken und Einsatzbereiche erfordern unterschiedliche Prozesse – von klassischer Human Translation über automatisierte Workflows bis hin zu KI-gestützten Modellen. Der Vortrag zeigt, warum professionelle Qualität vor allem dann entsteht, wenn Prozesse bewusst gestaltet, zuverlässig umgesetzt und nachvollziehbar gemacht werden. Dabei geht es um die Rolle von Standards wie ISO, den Unterschied zwischen dokumentierten und tatsächlich gelebten Prozessen sowie die Frage, wie Technologie und Automatisierung Qualitätsmanagement im Alltag unterstützen können. Ein kurzer Einblick in Plunet macht einige dieser Prinzipien praktisch sichtbar. Mit zunehmendem Einsatz von KI verschiebt sich die Qualitätsfrage dabei immer stärker von „Wer übersetzt?“ hinzu: Welcher Prozess ist für diesen Inhalt, diesen Zweck und dieses Risiko angemessen?


Beratungszone – Saal 4 

Logo: tekom Österreich
© tekom Österreich
Logo: Plunet GmbH
© Plunet GmbH
Logo: Forum Literaturübersetzen Österreich
© Forum Literaturübersetzen Österreich
Logo: Berufsgruppe Sprachdienstleister Wien
© Berufsgruppe Sprachdienstleister Wien

Sprachencafé – Saal 1

Im Sprachen-Café laden wir Sie in entspannter Kaffeehaus-Atmosphäre dazu ein, wertvolle Geschäftskontakte zu knüpfen und neue Perspektiven kennenzulernen.



Melden Sie sich jetzt an zum Tag der Sprachen