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Iris Einwaller-Probst, WK Wien-Bezirksobfrau für Favoriten, und Klaus Brandhofer, WK Wien-Bezirksobmann für die Landstraße bei der Begrüßung
© Alina Klein | WKW

KI sinnvoll nutzen

Wie Künstliche Intelligenz den Geschäftsalltag erleichtert und worauf dabei zu achten ist, zeigte ein WKOimBezirk Businesstreffen.

Lesedauer: 5 Minuten

24.09.2026

Wie alle Funktionär:innen der Wirtschaftskammer Wien ist auch Iris Einwaller-Probst, WKW-Bezirksobfrau für Favoriten, in erster Linie Unternehmerin. Sie hat eine Agentur für Werbung und Marketing, die auf die Immobilienbranche spezialisiert ist, und zwei Medienhäuser. Seit 3 Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit KI, macht Kunden-Workshops und hat schon zahlreiche Projekte mit ihren Kund:innen umgesetzt. Beim gemeinsamen WKOimBezirk-Businesstreffen für die Landstraße und Favoriten hat sie gezeigt, was mit KI möglich ist. 

  • Beispiel 1: Für das Organisieren von Großveranstaltungen hat Einwaller-Probst früher eine App verwendet, die pro Jahr 10.000 bis 15.000 Euro gekostet hat. „Anfang des Jahres haben wir dann beschlossen, das selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich ermöglicht jetzt das Programmieren mit KI das Umsetzen von eigenen Tools“, erzählt sie. Das entsprechende Know-how ist in ihrem Betrieb vorhanden, für die Security-Fragen lässt sie ihre Tools von einem Partnerunternehmen prüfen. „Mein Eventteam und ich haben in wenigen Arbeitstagen und ohne Programmierkenntnisse eine eigene App auf die Beine gestellt. Sie ist genau so, wie wir sie brauchen, kostet uns bis auf das Hosting nichts und funktioniert wunderbar.“ 
  • Beispiel 2: Anhand detaillierter Vorgaben und zweier Fotos – von einem Mitarbeiter und ihr – wurde mithilfe Künstlicher Intelligenz ein eineinhalbminütiges, sehr realistisch wirkendes Werbevideo für die von ihrer Agentur angebotenen AI Academy erstellt. Die dafür notwendigen Ressourcen waren 5 Minuten Arbeitszeit, 2 Stunden Rechenleistung und 50 Euro Budget für die KI-Credits.
  • Beispiel 3: Für eine große Messe in Deutschland wurden mittels KI die ausstellenden Unternehmen sowie deren Ansprechpartner:innen recherchiert und in einer Excel-Tabelle zusammengefasst. Zusätzlich gab es ein Ranking, welche Personen am interessantesten für das Sales Team sind und als erste anzusprechen wären.

  • Beispiel 4: Während ihres Vortrags hat Einwaller-Probst der KI Claude den Auftrag gegeben, eine einseitige Webseite für ein Elektrofachgeschäft zu erstellen. Nach knapp 8 Minuten war sie fertigt.
  • Beispiel 5: Ebenfalls während des Vortrags hat sie das Videospiel „Grätzl-Run“ programmieren lassen, bei dem eine Spielfigur vom 3. Bezirk in den 10. geht, und dabei verschiedene Sachen einsammelt. Gleichzeitig erfährt man dabei mehr über die beiden Bezirke.
Warum sind die Ergebnisse manchmal schlecht?

Die LLMs, Large Language Models, werden mit einem riesigen Datenpool angelernt und sind darauf trainiert, bei einer Frage die nächstwahrscheinliche Antwort zu errechnen. Daher sind Kontext, Dateien usw., die man dem Tool mitgibt, äußerst wichtig. „Je komplexer die Aufgabe ist, desto besser muss man die KI briefen, also prompten.“ Das gelte laut Einwaller-Probst vor allem für Gratisversionen, die im Gegensatz zu den Businessmodellen nicht anhand der eigenen Arbeitsumgebung mitlernen. 

„KI ist eine superfleißige Mitarbeiterin, die nie müde oder krank wird. Aber dafür hat sie keine Ahnung, was Sie brauchen, wie Sie schreiben, reden. Das muss alles angelernt werden.“ Wichtig: Auch die No-Gos müssen im Prompt stehen. Zum Beispiel, dass keine Daten erfunden werden sollen. „Das heißt aber nicht, dass sich die KI auch daran hält. Alle Ergebnisse müssen Sie daher immer überprüfen.“ Wenn man im Prompt dazuschreibt, dass die KI Rückfragen zum Beispiel zu fehlenden Details einfordert, wird das Ergebnis ebenfalls verbessert. Bei komplexen Themen hilft es auch, die gewünschten Ziele einzugeben und das Schreiben des Prompts der KI zu überlassen. Wenn das gewünschte Ziel am Ende des Prompts steht, ist das Ergebnis laut Einwaller-Probst in vielen Fällen besser.

Daten und deren Schutz

„Wenn Sie mit einer Gratisversion arbeiten, würde ich dort nichts eingegeben, was ich nicht auch einem Fremden auf der Straße erzählen würde“, betont sie. Private Bezahlversionen sind aber nicht unbedingt besser: Sie beinhalten im Gegensatz zu Businessmodellen oft keinen Auftragsverarbeitsvertrag (AVV), weshalb dort ebenfalls keine sensiblen Daten eingegeben werden sollten. Aber selbst bei den Businessmodellen ist immer zu überprüfen, ob sie tatsächlich DSGVO-konform arbeiten. Noch ein Tipp: Bei vielen Modellen kann man ausschalten, dass die KI mit den eingegebenen Daten trainiert wird. Das sollte man unbedingt tun. 

Üblicherweise werden die eingegebenen Daten auf einem Server des Vertragspartners gespeichert. Wenn dieser in den USA steht, gelten Datenschutzbestimmungen, die wesentlich mehr erlauben als die DSGVO. Corporate LLMs, bei denen die Daten auf einem eigenen Server liegt, bieten daher die höchste Sicherheit. Infos und Dokumente zur DSGVO finden Sie bei den Downloads der WKW. 

Ein wesentlicher Punkt, der laut Einwaller-Probst oft übersehen werde, sei die Schulung der Mitarbeiter:innen im Umgang mit KI. „Wir haben eine Vereinbarung mit unseren Mitarbeiter:innen, was sie an KI-Tools benutzen und mit welchen Daten sie sie füttern dürfen. Wir stellen natürlich auch die jeweiligen Business-Abos zur Verfügung.“ So werde ebenfalls das Risiko minimiert, dass Gratisversionen mit sensiblen Kundendaten gefüttert werden. Die Mitarbeiter:innen und damit auch das Unternehmen bewegen sich damit in den rechtlich vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Am besten jetzt starten

„Der perfekte Moment, um in die KI einzusteigen, ist jetzt. Es gibt in jedem Unternehmen Use Cases, wo Sie etwas machen können“, betont Einwaller-Probst. Zögern könne nur von Nachteil sein: „Ihre Mitbewerber werden KI nutzen, damit schneller sein und Ressourcen sparen.“ Voraussetzung für den Einstieg in die KI sei aber eine gute Aufbereitung der eigenen Daten und man müsse wissen, welche Prozesse digitalisiert werden sollen. Sie empfiehlt außerdem, Schritt für Schritt vorzugehen. „Beginnen Sie mit einem kleinen Use Case, und setzen Sie es mit Ihrem Team um“, so Einwaller-Probst.