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Walter Ruck
© Florian Wieser

Arbeit soll sich nicht nur lohnen, sondern auszahlen

Kommentar von Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

Lesedauer: 1 Minute

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Aktualisiert am 15.04.2026

Die Situation mutet paradox an. Wir haben steigende Beschäftigungszahlen und gleichzeitig sinkt das geleistete Arbeitsvolumen. Mehr Menschen arbeiten, das allerdings weniger. Die durchschnittliche Arbeitsleistung pro Woche ist auf unter 30 Stunden gefallen. Dass sich die Finanzierung des Sozialstaates immer schwieriger gestaltet, kann in diesem Kontext nicht verwundern.

Es braucht Anreize, um Vollzeitarbeit wieder attraktiver und Teilzeit nicht zum volkswirtschaftlichen Problem zu machen.

Österreich verzeichnet in der EU die zweithöchste Teilzeitquote. In Wien arbeiten sogar 20 Prozent der Männer in Teilzeit. Ein Rekordwert im Bundesländervergleich mit großem Abstand. Auch das verwundert nicht. Denn Vollzeitarbeit wird in Österreich diskriminiert. Und die Menschen können rechnen. Wenn man seine Arbeitszeit von 20 auf 40 Wochenstunden aufstockt, verdoppelt sich die Leistung. Netto steigt ein Durchschnittsgehalt um knapp 70 Prozent. Da fehlt einiges auf eine Verdoppelung.

Anreize für Vollzeitarbeit

Es braucht Anreize, um Vollzeitarbeit wieder attraktiver und Teilzeit nicht zum volkswirtschaftlichen Problem zu machen. Sinnvoll ist ein steuerlicher Absatzbetrag von mindestens 1000 Euro pro Jahr für Vollzeitarbeit. Damit Menschen, die mehr arbeiten und mehr ins Sozialsystem einzahlen, auch mehr Netto vom Brutto bleibt. Zudem sollten einkommensabhängige Beihilfen mit steigendem Einkommen stufenweise sinken und nicht gleich gänzlich entfallen. Arbeit muss sich nicht nur lohnen, sondern auch auszahlen, sonst bekommen wir ernsthafte Probleme.