Spezialist für winzige Dinge
Die UpNano im 3. Bezirk hat einen 3D-Drucker entwickelt, mit dem man komplexe Objekte in der Größe eines Staubkorns herstellen kann.
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Der 3D-Drucker der UpNano kann auch Bauteile im Nanobereich herstellen. Mit freiem Auge sind diese allerdings nicht mehr sichtbar, man braucht dazu schon ein Rasterelektronenmikroskop. Im Vergleich zu einem Nanometer ist der Durchmesser des menschlichen Haares 1.000-mal größer.
Viele Einsatzbereiche
Die Winzlinge, die der 3D-Drucker NanoOne herstellen kann, werden an vielen Universitäten und Forschungseinrichtungen gebraucht. So zählen das US-Technologie-Zentrum MIT oder die Elite-Uni Harvard bereits zu den Kunden der Wiener Hightech-Firma. „Es macht uns riesige Freude, dass wir als kleines österreichisches Unternehmen in dieser Top-Liga bekannt sind“, erzählt Geschäftsführer Bernhard Küenburg.
Den NanoOne findet man aber auch in Industriebetrieben wie Pharmaunternehmen und Medizintechnik, wo mikroskopisch kleine Chips hergestellt werden. In deren Inneren werden Zellen durch unterschiedliche Kanäle geführt. Abnehmer:innen finden sich weiters in der photonischen Industrie, die Mikrooptik für Sensoren erzeugt. Viel Potenzial sieht Küenburg unter anderem auch in der Halbleiterindustrie sowie der Kernfusion.
Hightech aus der Landstraße ist weltweit gefragt. Die UpNano mit ihrem außergewöhnlichen 3D-Drucker ist ein Beispiel von vielen.
Klaus Brandhofer
WK Wien-Bezirksobmann für den 3. Bezirk
Basis ist eine an der Technischen Universität Wien weiterentwickelte Technologie. „Wir waren von Anfang an überzeugt, dass sie die Industrie in den nächsten 20 Jahren spürbar beeinflussen wird.“ Küenburg war zunächst als Business Angel in das TU-Spin-off eingestiegen und hat dann auch die Geschäftsführung übernommen. Der NanoOne war im Herbst 2019 fertig und bereit für die Auslieferung.
Internationaler Erfolg
Heute sind rund 70 dieser 3D-Drucker weltweit im Einsatz – von den USA über Europa bis Australien. UpNano ist in der Zwischenzeit von ursprünglich fünf Ingenieuren auf 60 Mitarbeiter:innen gewachsen. Der Großteil davon arbeitet in der Zentrale in der Modecenterstraße im 3. Bezirk. Das Unternehmen ist seit 2022 mit einer Tochter in den USA präsent.
In Asien ist man vor ein paar Monaten an den Start gegangen: Eine Zweigstelle in Singapur bearbeitet die Märkte in Indien und Australien. Eine Demogerät steht dank Kooperation mit einem auf 3D-Druck spezialisierten Distributor inzwischen auch in Peking. Neben dem Ausbau des Vertriebs wird fleißig an der Produktentwicklung gearbeitet. Im Herbst soll ein neues Gerät fertig sein.
Das nächste Highlight kommt
Der in Wien entwickelte, deutlich größere neue Drucker soll im Vergleich zum NanoOne 1.000-mal schneller sein. Es sei allerdings nicht geplant, ihn an diverse Kund:innen zu verkaufen, kündigt Küenburg an. Vielmehr wolle man damit große Aufträge aus der Industrie an Land ziehen und selbst in die Massenproduktion einsteigen.