Update zu Förderungen
Ein Businesstreffen von WKOimBezirk Anfang Juni im 3. Bezirk hat neue Förderungen vorgestellt – Tipps für erfolgreiche Anträge und Finanzierung inklusive.
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Mehrere Expert:innen haben beim Businesstreffen Neues vorgestellt, einen kurzen Überblick über verschiedene Förderungsarten und Tipps gegeben, wie man einen Förderantrag erfolgreich einbringt. Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) hat im Vergleich zu anderen Fördergebern ein vergleichsweise überschaubares Programm. Ihre Dienststelle sei vielmehr dazu da, die richtigen Fördergeber für die jeweiligen Projekte zu finden, erzählt Alexandra Mühlhauser vom WKW-Förderservice.
„Ich habe jetzt gegründet, welche Förderungen gibt es für mich.“ Dieser oder ein ähnlicher Ansatz vieler Unternehmer:innen funktioniert laut Mühlhauser nicht. „Sie müssen vielmehr wissen, was Sie vorhaben, und wofür Sie die Förderungen brauchen.“
Es ist absolut wichtig, um Förderungen anzusuchen, bevor man einen Auftrag unterschreibt. In den allermeisten Fällen ist es danach zu spät, Förderungen sind dann in der Regel nicht mehr möglich.
Klaus Brandhofer
WK Wien-Bezirksobmann für den 3. Bezirk
Bei den Förderungen unterscheidet man zwischen nicht rückzahlbaren Zuschüssen, geförderten Krediten und der Übernahme von Bürgschaften bzw. Unternehmensbeteiligungen. Bei ersterem gibt es Geld für eine bestimmte Investition, für bestimmte Ausgaben, während sich die geförderten Kredite durch niedrige Zinsen und oft durch eine tilgungsfreie Zeit auszeichnen. Für die Übernahme von Bürgschaften und/oder Firmenbeteiligung ist wiederum die Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG (WKBG) zuständig.
Zuschuss für externe Beratung
Eine der interessantesten Unterstützungen der WKW ist die Geförderte Unternehmensberatung. Sie brauchen einen Marketingplan, eine Standortanalyse oder einen Finanzplan? Dafür gibt es eine Einzelthemen-Beratung im Ausmaß von bis zu 10 Stunden bei Unternehmensberater:innen aus dem Pool der WKW. Sie brauchen einen Businessplan, ein Marketingkonzept oder wollen Ihr Unternehmen weitergeben? Dafür sind die Strategieberatungen gedacht, die in Summe bis zu 20 Stunden umfassen können.
Wie hoch die Zuschüsse sind, hängt davon ab, wie lange eine Tätigkeit ausgeübt wird: Ist ein Unternehmen weniger als drei Jahre aktiv, übernehmen WKW und Stadt Wien je zur Hälfte einen Zuschuss von 66 Euro pro Beraterstunde. Unternehmen, die länger bestehen, können mit 44 Euro rechnen, die von der WKW alleine getragen werden. Für die Geförderte Unternehmensberatung können die Unternehmer:innen auf eine Pool von mehr als 600 Expert:innen aus den unterschiedlichsten Bereichen zurückgreifen.
Umfangreiches Angebot
Ein besonders wichtiger regionaler Fördergeber ist die Wirtschaftsagentur Wien, die ein umfangreiches Angebot hat. Yan Phin Lee hat exemplarisch das neue Programm „Lebendiges Grätzl“ vorgestellt. Es richtet sich an Unternehmen in der Erdgeschoßzone, also Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister:innen, die Konsument:innen als Zielgruppe haben. Gefördert werden zum Beispiel die Errichtung von Schanigärten, Geschäftsübernahmen, Umbau, Investitionen in Geräte, Maschinen oder Geschäftsausstattung.
Ihr Kollege Alexander Trommet ist auf Förderungen für Digitalisierung eingegangen. KI, ERP, bestehende Prozesse, die digitalisiert werden sollen, und ähnliches werden mit 50 Prozent unterstützt. Das Projekt muss ein Ausmaß von 10.000 Euro bis 50.000 Euro haben, Projektlaufzeit beträgt bis zu 2 Jahre. Entwicklungskosten und Beratungskosten von externen Dienstleister:innen fallen ebenfalls darunter.
Die WKBG als Ermöglicher
„Wir ermöglichen Bankfinanzierungen“, bringt Vorstandsmitglied Florian Zellmann, das Angebot seiner Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG (WKBG) auf den Punkt. Gerade kleine Personenunternehmen, Neugründer usw. hätten oft nicht genügend Sicherheiten für Kredite. In solchen Fällen helfe die WKBG, indem sie 50 bis 80 Prozent des Kreditbetrages besichere. Bei der Bank geht es primär Investitionen sowie um Liquidität, also Betriebsmittel. „Aber wir können auch zum Beispiel für Mietkautionen oder Liesing mit unseren Bürgschaften zur Verfügung stehen“, ergänzt Projektleiter Norbert Dimpfl.
Die WKBG sei von der Gründung über Wachstum bis hin zur Übergabe des Unternehmens Partner. Ausgeschlossen seien lediglich Start-ups und Betriebe, die saniert werden. Der Antrag ist rasch und einfach erledigt: Er umfasst lediglich eine Seite, die mit der jeweiligen Hausbank auszufüllen sind. Innerhalb von wenigen Tagen gibt es ein erstes Feedback von der WKBG.
Reden Sie mit Ihrer Bank
„Es ist für uns wichtig, bei den Unternehmer:innen zu sein, und ein Gespür dafür zu bekommen, was beschäftigt sie, was ist gerade los, welche Themen gibt es, können wir irgendwo unterstützen, können wir irgendwo Angebote stellen“, sagt Vanessa Weinhofer von der Erste Bank. „Suchen Sie den direkten Kontakt, gehen Sie in die Filiale“, sagt sie. „Sie müssen nicht perfekt vorbereitet kommen, alles ist unverbindlich und kostenlos. Das ist das Wichtigste.“
Birgit Polster hat ein spezielles Angebot der Erste Bank vorgestellt, das Gründercenter und Förderservice. Hier werden die Unternehmer:innen auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. „Wir versuchen, Sparring-Partner zu sein bei jeder Gründung“, erzählt Polster. Es gäbe auf dem Weg dorthin viele Hürden und viel Bürokratie. „Was wir nicht wollen: Dass wir den Weg zur Bank dann auch noch bürokratisch machen“, betont sie. Als Ziele nennt sie Innovationen in den Markt zu bringen, die Volkswirtschaft zu verjüngen und idealerweise Arbeitsplätze entstehen zu lassen.