KMU-Umfrage 2026 zeigt Handlungsbedarf: Lehre stärken heißt Betriebe entlasten
Was braucht die Lehre aus Ihrer Sicht der Lehrbetriebe − Ergebnisse der Umfrage
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Lehre bleibt tragende Säule der Fachkräftesicherung
Die aktuelle KMU-Umfrage 2026 der ARGE Qualifiziertes Unternehmertum, an der sich knapp 600 Betriebe beteiligt haben, verdeutlicht die zentrale Rolle der Lehre für die Fachkräftesicherung in Österreich. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Die Lehre bleibt das Rückgrat der beruflichen Ausbildung, steht jedoch zunehmend unter Druck. 80 % der befragten Betriebe sehen die Lehre auch im Jahr 2040 als zentrales Element der Ausbildung. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen tragen dabei mit individueller Förderung, enger persönlicher Betreuung und hoher Praxisnähe wesentlich zur Qualität bei.
Lehre braucht bessere Rahmenbedingungen
Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen deutlich, dass nicht die fehlende Ausbildungsbereitschaft, sondern die strukturellen Rahmenbedingungen die größte Herausforderung darstellen. So fühlen sich 68 % der Betriebe durch arbeitsrechtliche Vorgaben, 60 % durch bürokratische Anforderungen und rund die Hälfte durch steigenden Kostendruck eingeschränkt. Diese Belastungen treffen insbesondere kleinere Betriebe und gefährden ihre Fähigkeit, Lehrlinge auszubilden und somit einen zentralen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten.
Die Umfrage liefert eine eindeutige Prioritätensetzung: Die Entlastung der Betriebe ist der zentrale Hebel. 40 % der Befragten nennen sie als wichtigste Maßnahme, 62 % fordern konkret steuerliche Erleichterungen bzw. eine Senkung der Lohnnebenkosten. Aus Sicht der Bundessparte Gewerbe und Handwerk ist damit klar: Wer mehr Lehrlinge will, muss die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Ausbildungsbetriebe rasch verbessern.
Darüber hinaus wird deutlich, dass die Fachkräftesicherung nicht allein Aufgabe der Betriebe sein kann. Besonders groß ist der Handlungsbedarf bei der Vorbereitung der Jugendlichen auf die Lehre: 91 % der Befragten sprechen sich für eine verpflichtende Orientierungs- bzw. Vorqualifizierungsphase vor Lehrbeginn aus. Damit wird klar, dass eine erfolgreiche duale Ausbildung bereits vor dem Eintritt in den Betrieb ansetzen muss.
Entlastung und Reformen als Voraussetzung für mehr Lehrlinge
Neben der notwendigen Entlastung und einer besseren Vorbereitung der Jugendlichen zeigen die Ergebnisse auch einen klaren Reformbedarf im Arbeitsrecht auf. So spricht sich knapp die Hälfte der Betriebe für flexiblere Möglichkeiten zur Auflösung von Lehrverhältnissen bei groben Pflichtverletzungen aus. Dies unterstreicht den Wunsch nach praxisnahen und zeitgemäßen Rahmenbedingungen in der Ausbildung.
Die Umfrage bestätigt zugleich die nachhaltige Stärke des dualen Systems: Trotz Digitalisierung und zunehmendem Einsatz von künstlicher Intelligenz sehen 87 % der Betriebe die Rolle der Ausbilderinnen und Ausbilder für eine qualitativ hochwertige Lehre als unverzichtbar an. Die Qualität der Ausbildung hängt somit weiterhin maßgeblich von der persönlichen Betreuung und dem Vorbild der Ausbildenden ab.
Jetzt die Weichen für die Fachkräfte von morgen stellen
Für die Bundessparte Gewerbe und Handwerk ergibt sich daraus ein klarer politischer Auftrag: Die Betriebe stehen auch künftig zur Lehre und übernehmen Verantwortung für die Ausbildung der Fachkräfte. Damit sie diese Rolle erfüllen können, sind jedoch rasche spürbare Entlastungen, moderne und praxisnahe rechtliche Rahmenbedingungen sowie eine deutlich stärkere Berufsorientierung und Vorbereitung im Bildungssystem notwendig. Denn die Umfrage zeigt eindeutig: Die Zukunft der Fachkräfte entscheidet sich in den Betrieben und dafür brauchen diese die richtigen Voraussetzungen.
Faktenbox
- 80 % der Betriebe sehen die Lehre in KMU-Betrieben auch 2040 als Rückgrat der Ausbildung
- 68 % fühlen sich durch arbeitsrechtliche Vorgaben eingeschränkt
- 60 % sehen Bürokratie als zentrales Hemmnis
- 62 % fordern steuerliche Entlastung bzw. geringere Lohnnebenkosten
- 91 % sprechen sich für eine verpflichtende Vorqualifizierungsphase vor Lehrbeginn aus