Australien: Wissenswertes aus Down Under
15.9.2026
El Niño bringt Australien und den Pazifik unter Druck
Das Wetterphänomen El Niño entwickelt sich 2026 zu einem der stärksten jemals gemessenen Ereignisse. Meteorologen der Weltorganisation für Meteorologie rechnen mit massiven Auswirkungen für Australien, Neuseeland und die Pazifikstaaten. Neben Dürren und Waldbrandrisiken drohen Überschwemmungen, Stürme und erhebliche wirtschaftliche Schäden.
El Niño entsteht, wenn sich die Oberflächentemperaturen im östlichen Pazifik deutlich erwärmen und die üblichen Passatwinde schwächer werden. Dadurch verändert sich die globale Wetterzirkulation. Laut WMO lagen die Wassertemperaturen im August 2026 bereits bis zu 2,6 Grad über dem Durchschnitt. Forschungseinrichtungen sprechen deshalb von einem möglichen „Super-El-Niño“ oder sogar einem „Godzilla-El-Niño“.
Australien: Dürre und höhere Buschbrandgefahr
Australien gehört zu den Regionen, die traditionell besonders stark betroffen sind. Während der Ostpazifik mehr Niederschläge erhält, sinken in weiten Teilen Australiens die Regenmengen deutlich. Die Folge sind trockene Böden, niedrigere Wasserstände und eine erhöhte Gefahr von Buschbränden.
Für die Landwirtschaft bedeutet dies schwierige Bedingungen. Trockenheit kann die Erträge von Getreide, Obst und anderen Agrarprodukten reduzieren. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Wasserversorgung von Städten, Industriebetrieben und landwirtschaftlichen Betrieben.
Neuseeland: Wetterextreme nehmen zu
Auch Neuseeland bleibt von den Auswirkungen nicht verschont. El Niño verändert die Wind- und Niederschlagsmuster im Südpazifik. In einigen Regionen können längere Trockenperioden auftreten, während andere Landesteile von Starkregen und Stürmen betroffen sein können.
Besonders die Landwirtschaft beobachtet die Entwicklung genau. Veränderungen bei Niederschlägen und Temperaturen können die Produktion von Milch, Fleisch und Agrargütern beeinflussen, die eine zentrale Rolle für die neuseeländische Wirtschaft spielen.
Pazifikstaaten besonders verwundbar
Für viele Inselstaaten im Pazifik stellen die erwarteten Wetterextreme eine erhebliche Herausforderung dar. Experten warnen vor tropischen Stürmen, Taifunen, Sturzfluten und Überschwemmungen. Die Auswirkungen können Infrastruktur, Energieversorgung und Landwirtschaft schwer treffen.
Klimaforscherin Daniela Matei vom Max-Planck-Institut für Meteorologie bezeichnet die möglichen Folgen für den Pazifikraum als „dramatisch“. Besonders kleine Inselstaaten verfügen oft nur über begrenzte Möglichkeiten, sich gegen Naturkatastrophen zu schützen.
Globale Folgen für Wirtschaft und Lieferketten
Die Auswirkungen von El Niño beschränken sich nicht auf den Pazifikraum. Wissenschaftler warnen, dass Dürren und Extremwetter weltweit die Produktion wichtiger Agrarrohstoffe beeinträchtigen könnten. Dadurch drohen höhere Preise und Unterbrechungen internationaler Lieferketten.
Studien zeigen zudem, dass vergangene starke El-Niño-Ereignisse wirtschaftliche Schäden in Billionenhöhe verursacht haben. Die Kombination aus El Niño und dem fortschreitenden Klimawandel könnte die Belastungen zusätzlich verstärken.
Außerdem können wetterbedingte Störungen von Häfen, Transportwegen und Lieferketten internationale Handelsströme beeinträchtigen. Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in Australien, Neuseeland oder den Pazifikstaaten sollten die Entwicklung daher aufmerksam verfolgen und mögliche Risiken in ihrer Beschaffungs- und Exportplanung berücksichtigen.
13.08.2026
Qantas testet längsten Nonstop-Flug der Welt
Die australische Airline Qantas sorgt für einen weiteren Meilenstein in der Luftfahrtgeschichte. Ein speziell für Ultra-Langstrecken ausgestatteter Airbus A350-1000ULR flog ohne Zwischenstopp von Melbourne nach Toulouse und legte dabei 23.076 Kilometer in 24 Stunden und 24 Minuten zurück.
Mit dem „Project Sunrise“ plant Qantas, Australien direkt mit Europa und Nordamerika zu verbinden. Ab Oktober 2027 sollen Flüge von Sydney nach London angeboten werden. Später wird auch eine Verbindung zwischen Sydney und New York folgen.
Qantas hat dafür insgesamt zwölf speziell ausgestattete Airbus A350-1000ULR bestellt. Ein zusätzlicher Treibstofftank mit einer Kapazität von rund 20.000 Litern macht die Rekordstrecken möglich.
Bereits beim ersten Testflug von Toulouse nach Melbourne hatte die Maschine rund 17.000 Kilometer in 19 Stunden zurückgelegt. Mit den geplanten Verbindungen will Qantas zukünftig die weltweit längsten kommerziellen Nonstop-Flüge anbieten.