EU-Recovery für Tschechien
So können österreichische Unternehmen von den Aufbau- und Resilienzplänen profitieren
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RRF-Investitionen für Tschechien: Ausgangslage
Tschechien setzt im Rahmen der EU-Aufbau- und Resilienzfazilität (Recovery and Resilience Facility, RRF) seinen nationalen Aufbauplan um. Das aktuelle Planvolumen beträgt rund EUR 9,2 Mrd. (ca. EUR 8,4 Mrd. Zuschüsse, EUR 343 Mio. Darlehen). Der Plan wurde mehrfach angepasst (u. a. durch die Aufnahme eines REPowerEU-Kapitels). Da alle Meilensteine grundsätzlich bis Ende 2026 umgesetzt werden müssen, läuft die finale Phase derzeit auf Hochtouren.
Stand der Umsetzung
Die Auszahlungen erfolgen leistungsbezogen nach Erfüllung der Reformziele. Nach ersten Tranchen in den Jahren 2023 (insbesondere in Bereichen wie digitale Bildung, Gesundheitsdienste und Verkehrsinfrastruktur) und 2024 folgten zuletzt drei große Meilensteine:
- Anfang 2025: Auszahlung von rund EUR 1,7 Mrd.
- September 2025: Weitere Auszahlung von rund EUR 1,6 Mrd.
- März 2026: Fünfte RRF-Zahlung in Höhe von EUR 614 Mio.
Damit sind bisher insgesamt rund EUR 6,8 Mrd. an Tschechien ausgezahlt worden.
Thematische Schwerpunkte in Tschechien
Tschechien konzentriert sich im Wesentlichen auf die Bereiche grüne Transformation, Digitalisierung, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Bildung, Forschung, Gesundheit und „soziale Resilienz“.
Der Aufbauplan umfasst insbesondere folgende Schwerpunkte:
- Grüne Transformation & REPowerEU (ca. 43 %): Fokus auf Klimaziele (Energieeffizienz, Photovoltaik, Stromnetze, Gebäudesanierung, Kreislaufwirtschaft, Hochwasserschutz, Biodiversität) und den Abbau der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
- Digitale Transformation (ca. 23 %): Förderung von digitaler Infrastruktur, E-Government, Cybersicherheit, E-Health sowie digitaler Bildung und Unternehmensdigitalisierung.
- Wirtschaftliche & soziale Resilienz: Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation, Bildung und Arbeitsmarkt, Gesundheit, bezahlbaren Wohnraum, Kinderbetreuung sowie eine moderne öffentliche Verwaltung.
Zugang für österreichische Unternehmen
Österreich ist mit rund 1.800 Niederlassungen und mehreren Tausend österreichischen Unternehmen mit regelmäßigen Geschäftsbeziehungen in praktisch allen Sektoren gut aufgestellt.
Österreichische Unternehmen bzw. ihre lokalen Niederlassungen können sich direkt oder indirekt an RRF-geförderten Projekten beteiligen, insbesondere über öffentliche Ausschreibungen, Liefer- und Dienstleistungsaufträge sowie Kooperationen mit lokalen Projektträgern. Die zuständigen Behörden veröffentlichen regelmäßig konkrete Fördermöglichkeiten mit den jeweiligen Förderperioden. Die Antragstellung erfolgt für die jeweiligen Teilbereiche über die zuständigen Ministerien. Fördernehmer erhalten die beantragten Kosten in der Regel nach erfolgreicher Prüfung und Umsetzung rückerstattet.
Die besten Chancen bieten sich in folgenden Bereichen:
- Bau, Infrastruktur, Energieeffizienz und Gebäudesanierung
- Erneuerbare Energien (Photovoltaik) und nachhaltige Mobilität
- Digitalisierung, Cybersicherheit und Medizintechnik/E-Health
- Kreislauf-, Recycling- und Wasserwirtschaft
Für die richtige Einordnung förderfähiger Projekte und die Antragstellung empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit lokalen EU-Förderberater:innen oder spezialisierten tschechischen Projektpartnern.
Weitere Informationen
Gerne unterstützt das AußenwirtschaftsCenter Prag individuell bei Vorhaben und Projekten in Tschechien, insbesondere bei der Markteinschätzung, der Suche nach geeigneten Partnern, der Identifikation relevanter Ausschreibungen und der ersten Orientierung zu Fördermöglichkeiten.