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Im Vordergrund ist ein Transportschiff mit vielen Containern im Wasser. Dahinter ist eine Hafenanlage mit weiteren Schiffen, Containern und anderen Utensilien für die Logistik
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EU und USA: Gemeinsame Erklärung zum transatlantischen Handel und Zöllen

"Turnberrry Agreement" vom 21. August 2025

Lesedauer: 4 Minuten

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Stand: 03.07.2026

Nach der politischen Einigung zwischen EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und US-Präsident Trump am 27. Juli 2025 wurde am 21. August eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, die die Grundlage für den „Deal“ zwischen der EU und den USA und die zukünftigen Handelsbeziehungen bildet.

Mehr Details: Gemeinsame Erklärung über einen Rahmen zwischen den USA und der EU über ein Abkommen über gegenseitigen, fairen und ausgewogenen Handel

Einheitlicher Zollsatz von 15 % für die überwiegende Mehrheit der EU-Ausfuhren

Die USA verpflichten sich, auf die meisten EU-Ursprungswaren einen Höchstzoll von 15 % anzuwenden (MFN-Zoll bzw. kombinierter Zollsatz bis maximal 15 %).

Außerdem verpflichtet sich die USA ab dem 1. September 2025, den MFN-Zoll auf folgende EU-Produkte anzuwenden:

  •  natürliche Rohstoffe, die in den USA nicht verfügbar sind (z.B. Kork),
  • alle Flugzeuge und Flugzeugteile,
  • Generika und deren Vorprodukte.

Die USA und die EU einigten sich darauf, andere Sektoren und Produkte, die für ihre Volkswirtschaft und Wertschöpfungsketten wichtig sind, in die Liste der Produkte aufzunehmen, für die nur MFN-Zölle gelten.

Hinweis
Welche Zölle in den USA derzeit gelten entnehmen Sie bitte der Übersicht US-Zölle: Aktuelle Maßnahmen, betroffene Produktgruppen und Rechtsgrundlage

Nachdem die USA die ersten Schritte zur Umsetzung des Deals ergriffen haben, hat auch die EU die Aussetzung ihre Gegenmaßnahmen aufgrund der US-Zölle bis 6. August 2026 verlängert.

Mehr Details: EU-Gegenmaßnahmen in Reaktion auf US-Zölle 

Stahl und Aluminium

Am 4. Juni 2025 wurden mit sofortiger Wirkung die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus allen Ländern (mit der Ausnahme von Großbritannien) auf 50 % erhöht. Zukünftig sollen in regelmäßigen Abständen Warenlisten mit Produkten aus Stahl- und Aluminiumderivaten, für die ein erhöhter Zollsatz von 50 % gilt, von der zuständigen Behörde - Bureau of Industry and Security (BIS) - veröffentlicht werden.

Aktuelle Informationen zu den geltenden US-Zöllen auf Stahl- und Aluminium: USA: Zölle auf Stahl und Aluminium

Automobilsektor und Section 232-Zölle

Nachdem die Die EU hat die notwendigen Schritte zur Umsetzung der Zollsenkungen für US-Waren eingeleitet hat, wurden die US-Zölle auf Autos und Autoteile aus der EU, die unter die Section 232 Zölle fallen, wie folgt gesenkt:

  • Für betroffene EU-Waren mit einem MFN-Zollsatz von 15 % oder höher gelten keine Zölle gemäß Abschnitt 232.
  • Für Waren mit einem MFN-Zollsatz unter 15 % wird ein kombinierter Satz von 15 % angewendet (MFN + Abschnitt 232-Zoll).

Aktuelle Informationen zu den geltenden US-Zöllen für die Automobilindustrie: USA: Zölle auf Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile

Liberalisierung bestimmter Handelsgeschäfte von beiderseitigem Interesse

Die EU kommt ihren Verpflichtungen aus der Gemeinsame Erklärung nach und hat mit 1. Juli 2026 Zollsenkungen und Zollkontingente für Waren mit Ursprung aus den USA eingeführt sowie die Zollbefreiung für Hummerimporte aus den USA verlängert und auf weitere Produkte ausgeweitet (gültig ab 1. August 2025).

Mehr Details: EU senkt Zölle auf Importe aus den USA

Sicherstellung eines zuverlässigen Zugangs zu kritischer Energie und zukunftsorientierter Versorgung

Die EU beabsichtigt, in den nächsten drei Jahren bis Ende 2028 mehr US-Flüssigerdgas (LNG), Öl und Kernbrennstoffe sowie Spitzentechnologien und Investitionen zu beschaffen. Mit einer erwarteten Abnahme von rund 750 Mrd. USD (ca. 650 Mrd. Euro) im Energiebereich über diesen gesamten Zeitraum soll die Vereinbarung zur Umsetzung von REPowerEU beitragen, um alle russischen Energieimporte vollständig zu ersetzen.

Mehr Details: Infoseite EU-US trade deal explained - energy aspects

Die EU beabsichtigt außerdem, KI-Chips im Wert von 40 Mrd. US-Dollar (ca. 35 Mrd. Euro) zu kaufen, die für die Aufrechterhaltung des technologischen Vorsprungs der EU unerlässlich sind.

Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse

Die EU und die USA werden bei Automobilnormen und SPS-Maßnahmen (Gesundheits- und Pflanzenschutz) enger zusammenarbeiten sowie die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen in weiteren Industriesektoren erleichtern.

Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich der wirtschaftlichen Sicherheit

Die EU und die USA werden die Resilienz der Lieferketten verbessern und sich mit nicht marktwirtschaftlichen Strategien und Verfahren befassen. Sie werden auch weiterhin bei der Überprüfung von Investitionen und bei der Ausfuhrkontrolle zusammenarbeiten.

Förderung und Erleichterung gegenseitiger Investitionen auf beiden Seiten des Atlantiks

EU-Unternehmen sollen bis 2028 zusätzlich mindestens 600 Mrd. USD (ca. 515 Mrd. Euro) in verschiedene Schlüsselsektoren in den USA zu investieren, wodurch die bereits erheblichen bestehenden Investitionen in Höhe von 5 Billionen US-Dollar (ca. 4,3 Billionen Euro) weiter aufgestockt werden.

Erhöhung der Beschaffung von US-militärischer und Verteidigungsausrüstung

Die Europäische Union plant, die Beschaffung von militärischer und Verteidigungsausrüstung aus den Vereinigten Staaten deutlich zu erhöhen, mit Unterstützung und Förderung durch die US-Regierung.

Die Gemeinsame Erklärung über ein Rahmenabkommen ist nicht rechtsverbindlich. Die vereinbarten Inhalte müssen die entsprechenden Ratifizierungsprozesse durchlaufen.

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