Übersicht US-Zölle
Aktuelle Maßnahmen, betroffene Produktgruppen und Rechtsgrundlage
Lesedauer: 6 Minuten
Der Außenhandel mit dem zweitwichtigsten Exportmarkt Österreichs ist aktuell geprägt von komplexen handelspolitischen Maßnahmen wie globalen und sektoralen Zöllen der USA. Nachstehend finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten geltenden zollrechtlichen Rahmenbedingungen. Die hier bereitgestellten Informationen beziehen sich auf bereits in Kraft getretene gesetzliche Regelungen und Maßnahmen. Die bereitgestellten Informationen werden zeitnah nach Inkrafttreten der jeweiligen gesetzlichen Änderungen veröffentlicht werden.
Verfassungswidrige IEEPA Zölle und Rückerstattungen
Die weltweiten US-Zölle, die im April 2025 auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 eingeführt wurden, sind seit 24. Februar 2026 ungültig. Betroffene Unternehmen können Rückerstattungen fordern.
Mehr Infos: Ende der IEEPA Zölle
Section 122 (des Trade Act von 1974)
Die am 24. Februar 2026 eingesetzten Übergangszölle auf Basis Section 122 sind seit 24. Juli 2026 ungültig.
Mehr Infos: Globale temporäre Zölle
Untersuchungen nach Section 232 (des Trade Expansion Act von 1962)
Section 232‑Untersuchungen sind nationale Sicherheitsuntersuchungen der US‑Regierung, um ggf. Zölle, Quoten oder andere Handelsbeschränkungen verhängen zu können.
Mehr Infos: Section 232 UntersuchungenSection 232: Zölle auf Aluminium/Stahl/Kupfer
Seit 6. April 2026 gelten neue Regelungen für Aluminium-, Stahl- und Kupferwaren.
Mehr Infos: Zölle auf Aluminium, Stahl und KupferSection 232: Zölle auf pharmazeutische Produkte und Inhaltsstoffe
Mit 31. Juli 2026 bzw. 29. September 2026 gelten neue Regelungen für Pharma-Produkte und Inhaltsstoffe.
Mehr Infos: Zölle auf pharmazeutische Produkte und Inhaltsstoffe
Section 232: Zölle auf KFZ/LKW, KFZ/LKW-Teile und Busse
Seit 29. April 2025 fallen mit mehreren Änderungen Importzölle auf KFZ und Autos, deren Teile und Busse an.
Mehr Infos: Zölle auf KFZ/ LKW und Autoteile sowie Busse
Section 232: Zölle auf Holz, Schnittholz und deren Derivate
Seit 14. Oktober 2025 gelten Zollmaßnahmen auf bestimmte Holzwaren, Schnittholz und Holz-Derivate.
Mehr Infos: Zölle auf HolzwarenSection 232 Zölle auf kritische Mineralien und deren Derivate
Am 14. Jänner verkündete die US-Regierung, dass vorerst keine spezifischen Zölle auf den Import von kritischen Mineralien und deren Derivate erhoben werden.
Mehr Infos: Zölle auf kritische Mineralien
Section 232 Zölle auf Halbleiter, Halbleiterfertigungsgeräte und Derivatprodukte
Seit 15. Jänner 2026 gelten Zollmaßnahmen für einige Halbleiter.
Mehr Infos: Zölle auf Halbleiter
Section 232 Zölle auf Flugzeuge und Triebwerke
Am 9. Juli wurden die Paragraph 232-Untersuchungen zur Einfuhr von Verkehrsflugzeugen, Triebwerken und Flugzeugteilen abgeschlossen und veröffentlicht.
Menr Infos: Section 232-Zölle auf Flugzeuge und TriebwerkeUntersuchungen nach Section 301 (des Trade Act von 1974)
Section 301 Untersuchungen sind Überprüfungen der US Regierung zu „unfairen Handelspraktiken von Handelspartnern“, um ggf. Zölle oder andere Handelsbeschränkungen verhängen zu können.
Mehr Infos: Section 301 Untersuchungen
Section 301 Zölle im Zusammenhang mit Zwangsarbeit:
Im Rahmen einer Section 301‑Untersuchung hat die US‑Regierung festgestellt, dass 60 US-Handelspartner über keine wirksamen Verbote oder keine ausreichende Umsetzung ihrer Verbote gegen den Einsatz von Zwangsarbeit („Forced Labor“) verfügen. Zusätzliche Importzölle, handelspolitische Gegenmaßnahmen und weitere Beschränkungen wurden verhängt.
Mehr Infos: Section 301Section 338 (des Trade Act von 1930)
Section 338 des US-amerikanischen Trade Act von 1930 ermächtigt den US-Präsidenten, nach einer 30-tägigen Untersuchung festzustellen, ob ein ausländischer Staat US-Produkte diskriminiert oder den US-Handel unangemessen beschränkt. Wird eine solche Benachteiligung festgestellt, können zusätzliche Zölle von bis zu 50 % ad valorem verhängt werden. Die Maßnahme kann gegen einzelne Länder und bestimmte Produktgruppen gerichtet werden (aktuell gegenüber Fahrzeuge, alkoholische Getränke und Milchprodukte aus Kanada). Im Gegensatz zu anderen handelspolitischen Instrumenten enthält Section 338 keine ausdrückliche zeitliche Befristung, sodass die Zölle grundsätzlich auf unbestimmte Zeit in Kraft bleiben können, bis sie geändert oder aufgehoben werden.
Abschaffung der De-minimis Ausnahmeregel (E-Commerce)
Seit 29. August 2025 ist die „De-minimis“-Ausnahmeregelung abgeschafft. Sie ermöglichte, dass kommerzielle Sendungen von geringem Wert ohne Zölle in die Vereinigten Staaten verschickt werden konnten.
Mehr Infos: Abschaffung der De-minimis Regel