Neues LNG-Terminal in Thrakien: Gastrade treibt FSRU-Projekt voran
Genehmigungsschritte bringen das zweite schwimmende LNG-Terminal näher an die Umsetzung
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Die griechische Energiegesellschaft Gastrade steht kurz vor einem weiteren wichtigen Meilenstein für ihr zweites LNG-Infrastrukturprojekt in Nordgriechenland. Noch innerhalb des laufenden Monats plant das Unternehmen, beim Ministerium für Umwelt und Energie die Unterlagen für die Installationsgenehmigung sowie die Genehmigung für die Trassenführung der Pipeline einzureichen. Dieser Schritt bringt die Realisierung des geplanten FSRU-Terminals in Thrakien entscheidend voran.
Fortschritte in der Genehmigungsphase
Das Projekt befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der administrativen Vorbereitung. Bereits im Januar wurde die Umweltverträglichkeitsgenehmigung (AΕΠΟ) erteilt. Darüber hinaus liegt die Genehmigung für ein unabhängiges Erdgasfernleitungssystem vor, basierend auf der Entscheidung 378/2022 der Regulierungsbehörde RAAEY.
Mit der nun anstehenden Einreichung weiterer Genehmigungsunterlagen nähert sich das Vorhaben einer entscheidenden Phase, die die Grundlage für die tatsächliche Realisierung des Projekts bildet.
Parallel: Finanzierung und Marktabstimmung
Neben den Genehmigungsverfahren treibt Gastrade auch die Finanzierungsseite des Projekts aktiv voran. Das Unternehmen führt intensive Gespräche mit potenziellen Kunden und Partnern, um langfristige Verträge zur Kapazitätsreservierung abzuschließen. Diese Vereinbarungen gelten als zentral für die wirtschaftliche Absicherung des Projekts.
Zwei Optionen für die technische Umsetzung
Für die Entwicklung des FSRU stehen aktuell zwei Realisierungsansätze zur Diskussion:
- Neubau des FSRU in Zusammenarbeit mit internationalen Werften – hier besteht unter anderem Interesse von chinesischen Schiffbauern.
- Umrüstung eines bestehenden LNG-Tankers, analog zum ersten FSRU-Projekt von Gastrade.
Eine endgültige Entscheidung wurde bislang nicht getroffen.
Zeitplan: Inbetriebnahme bis 2028/2029
Gastrade verfolgt einen ambitionierten Zeitplan:
- Endgültige Investitionsentscheidung (FID): bis zum ersten Quartal 2027
- Bau- und Umsetzungsdauer: etwa zwei Jahre
- Geplante Inbetriebnahme: Ende 2028 bis Anfang 2029
Voraussetzung ist ein reibungsloser Ablauf ohne Verzögerungen.
Strategische Bedeutung für Griechenland und Südosteuropa
Das Projekt zielt darauf ab, die steigende Nachfrage nach Erdgas in Griechenland und in ganz Südosteuropa zu decken. Die Kapazität des geplanten Systems wird auf etwa 3 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr geschätzt.
Das Gas soll über bestehende Infrastruktur verteilt werden:
- den Transadriatischen Pipeline (TAP)
- das griechische Gasfernleitungsnetz (DESFA/ESFA)
Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung der Energieversorgung und zur Stärkung der regionalen Energiesicherheit.
Technische Projektkomponenten im Überblick
Das Projekt umfasst mehrere zentrale Bausteine:
- Offshore-FSRU-Terminal
- Schwimmende Einheit zur Speicherung und Wiederverdampfung von LNG
- Vier LNG-Tanks sowie umfassende Regasifizierungsanlagen
- Systeme zur Gasrückführung (Boil-Off Gas), Sicherheit und Umweltmanagement
- Einrichtungen für Be- und Entladung sowie Logistik
- Standort
- Fest verankert ca. 9 km südwestlich von Alexandroupolis
- Wassertiefe: rund 35 Meter
- Entfernung zur Küste: etwa 8 km
- Verbindungssysteme
- Zwei flexible Leitungen (12 Zoll) zur Gasübertragung
- Anschluss über ein Pipeline End Manifold (PLEM) auf dem Meeresboden
- Pipelineinfrastruktur
- Durchmesser: 30 Zoll
- Länge
- ca. 15 km unter Wasser
- ca. 5 km an Land
- Anschluss an TAP und/oder das nationale Gasnetz
- Landungspunkt: etwa 4 km östlich von Alexandroupolis
Zusätzlich ist ein Küstenventilstation sowie ein Endanschlusspunkt in einem Gasübernahmestandort vorgesehen.
Mit dem zweiten FSRU-Projekt in Thrakien unternimmt Gastrade einen weiteren bedeutenden Schritt zur Stärkung der Energieinfrastruktur in Griechenland und Europa. Der Ausbau der LNG-Kapazitäten ermöglicht nicht nur eine größere Versorgungssicherheit, sondern fördert auch die geopolitische Unabhängigkeit der Region im Energiesektor.
Sollte der Zeitplan eingehalten werden, wird das neue Terminal ab Ende dieses Jahrzehnts eine zentrale Rolle in der Gasversorgung Südosteuropas einnehmen.