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In einem geschlossenen Raum ohne Fenster stehen links und rechts hinter Glastüren viele leuchtende Knöpfe und Schalter. In der Mitte ist ein verfliester Gang, der zu einer Tür führt.
© Sashkin | stock.adobe.com

Griechenland positioniert sich als neuer Standort für Hyperscale-Rechenzentren

Verbindliche Vereinbarung zwischen PPC und AWS

Lesedauer: 1 Minute

Griechenland Energiewirtschaft Umwelttechnologie
22.09.2026

Der griechische Energieversorger PPC (Public Power Corporation) und Amazon Web Services (AWS) haben eine verbindliche Vereinbarung über die Entwicklung eines Hyperscale-Rechenzentrums am ehemaligen Braunkohlestandort Agios Dimitrios in Westmakedonien unterzeichnet. Die erste Ausbaustufe umfasst 300 MW Anschlussleistung. AWS soll die Anlage nach Fertigstellung für zunächst 15 Jahre anmieten und die IT-Infrastruktur betreiben.

Projekt befindet sich bereits in fortgeschrittener Entwicklungsphase

Anders als bei vielen angekündigten Großprojekten liegen bereits konkrete Projektparameter vor. Nach Angaben von PPC wurden erste Engineering-Studien abgeschlossen, die Detailplanung läuft und erste Genehmigungsschritte wurden eingeleitet. Die Inbetriebnahme der ersten 300 MW wird für Ende 2028 angestrebt. 

Ausbauoption auf bis zu 1 GW

Die Vereinbarung sieht darüber hinaus die Prüfung einer Erweiterung auf bis zu 1 GW vor. Die Umsetzung hängt von Marktbedingungen, zusätzlichen Vertragsabschlüssen sowie einer endgültigen Investitionsentscheidung ab. Sollte die Ausbauoption realisiert werden, könnte eines der größten KI- und Cloud-Infrastrukturprojekte Europas entstehen.

Teil der wirtschaftlichen Transformation Westmakedoniens

Das Projekt ist nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil der umfassenden Transformation der ehemaligen Braunkohleregion Westmakedonien. PPC investiert dort seit mehreren Jahren in großflächige Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Pumpspeicherprojekte und neue digitale Infrastruktur. Ziel ist es, die Region nach dem Kohleausstieg als Energie- und Technologiestandort neu zu positionieren. 

Erneuerbare Energien als Standortvorteil

Ein wesentlicher Faktor für die AWS-Entscheidung dürfte die Verfügbarkeit großer erneuerbarer Erzeugungskapazitäten sein. PPC verpflichtet sich zur langfristigen Versorgung des Rechenzentrums über Renewable-Power-Purchase-Agreements (PPA). Parallel entwickelt der Konzern zusätzliche PV- und Speicherkapazitäten in der Region.

AWS baut Präsenz in Griechenland systematisch aus

Die Investition fügt sich in eine größere AWS-Strategie für Griechenland ein. Bereits im Juli 2026 ging die neue AWS Athens Local Zone in Betrieb und ermöglicht die lokale Verarbeitung von Daten innerhalb Griechenlands mit niedrigen Latenzzeiten. Damit entsteht erstmals eine signifikante AWS-Infrastruktur im Land. Das geplante Rechenzentrum in Westmakedonien wäre der nächste logische Ausbauschritt.