Japan setzt auf neue Kernreaktoren bis 2040
Regierung plant bis zu fünf neue Reaktoren – fehlende Fachkräfte könnten die Ausbaupläne gefährden
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Japan Energiewirtschaft Anlagenbau/Smart Factory EngineeringJapan startet Neubauprogramm für Kernkraftwerke
Die japanische Regierung hat Ende Juli erstmals seit der Fukushima-Katastrophe 2011 ein konkretes Ziel für den Neubau von Kernkraftwerken festgelegt: Die Neuausrichtung der japanischen Energiepolitik sieht bis in die 2040er-Jahre vor, zwei bis fünf Reaktoren durch neue Anlagen zu ersetzen. Insgesamt sollen bis in die 2050er elf bis vierzehn neue Kernkraftwerke errichtet werden. Ziel der Initiative ist es drohende Stromengpässe durch die anstehende Stilllegung alter Anlagen zu vermeiden, die Versorgungssicherheit zu stärken und dem steigenden Strombedarf gerecht zu werden.
Steigender Strombedarf treibt den Ausbau
Besonders die Erwartung eines massiven Anstiegs im Strombedarf in den kommenden Jahren wird von der Regierung als Grund für den Kurswechsel dargeboten. Insbesondere wird durch die wachsenden Bereiche Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und die Halbleiterproduktion ein erhöhter Energiebedarf vorausgesehen. Kernenergie soll eine zentrale Rolle bei der Versorgungssicherheit spielen und bis 2040 rund 20 Prozent der Strommixes abdecken.
Fachkräftemangel gefährdet die Umsetzung
Die größte Herausforderung des geplanten Ausbaus liegt vor allem in den verfügbaren personellen Ressourcen. Laut einer Branchenumfrage meldeten knapp 70 Prozent der Unternehmen im Nuklearsektor bereits letztes Jahr Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneter Fachkräfte.
Zudem ist die Zahl der Lehrkräfte im Nuklearbereich an japanischen Universitäten seit 2004 drastisch zurückgegangen – bei unter 40-Jährigen ist sogar ein Rückgang um mehr als 40 Prozent zu verzeichnen.
Lieferketten und Ausbildung im Regierungsfokus
Die Regierung plant daher vorrangig Programme zur Ausbildung von Fachkräften, die Unterstützung von Universitäten und Forschungseinrichtungen, sowie den Wiederaufbau und die Stärkung der nuklearen Lieferketten. Auch die Wiederaufbereitung von Brennstoffen und die Abänderung der Grundsatzrichtlinie zur Auswahl von Endlagen für hochnukleare Abfälle sind geplant.
Chancen für internationale Unternehmen
Der geplante Ausbau erhöht den japanischen Bedarf an Technologie, Ausrüstung, Engineering-Leistungen und qualifiziertem Personal: Für internationale Unternehmen könnten sich dadurch mittelfristig Geschäftsmöglichkeiten im Nuklearbereich ergeben.
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