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Eine Person ist von hinten fotografiert und hält einen Laptop in der Hand. Sie betrachtet die Metallkonstruktion einer Brücke, neben der sich auch ein Kran befindet. Am Himmel sind Wolken, es herrscht Sonnenschein.
© Denklim| stock.adobe.com

Neue Brücken für Lesotho Highlands Water Project Phase II

Regionale Entwicklung und Wasserversorgung im südlichen Afrika

Lesedauer: 4 Minuten

Lesotho Südafrika Erneuerbare Energien Logistik Hochbau/Baustoffe Verkehrsinfrastruktur/Tiefbau Architektur
29.10.2026

Mit der offiziellen Eröffnung der Brücken Khubelu und Mabunyaneng hat das Lesotho Highlands Water Project (LHWP) Phase II einen weiteren bedeutenden Meilenstein erreicht. Die beiden Bauwerke wurden am 11. September 2026 im Distrikt Mokhotlong eingeweiht und vervollständigen gemeinsam mit der bereits zuvor fertiggestellten Senqu-Brücke das Programm der drei großen Brücken des Projekts. Damit ist ein wesentlicher Teil der Verkehrsinfrastruktur abgeschlossen, der den Zugang zu abgelegenen Regionen Lesothos auch nach der Flutung des zukünftigen Polihali-Stausees sicherstellen soll.

Die Eröffnungszeremonie wurde vom lesothischen Minister für natürliche Ressourcen, Mohlomi Moleko, gemeinsam mit der südafrikanischen Ministerin für Wasser und Sanitärversorgung, Pemmy Majodina, geleitet. Beide betonten die strategische Bedeutung der Bauwerke für die regionale Entwicklung sowie für die langfristige Umsetzung des binationalen Wasserprojekts zwischen Lesotho und Südafrika. Die beiden Brücken befinden sich nahe dem Zusammenfluss der Flüsse Mabunyaneng und Khubelu und bilden gemeinsam mit der Senqu-Brücke eine durchgehende Verbindung entlang der wichtigen Nationalstraße A1 zwischen Mokhotlong und der Hauptstadt Maseru. Sie wurden errichtet, um auch nach dem Anstau des Polihali-Reservoirs eine ganzjährige und sichere Verkehrsverbindung zu gewährleisten, da bestehende Straßenabschnitte und Flussquerungen künftig überflutet werden.

Technische Details der neuen Brückenbauwerke

Die Khubelu-Brücke ist mit einer Länge von 270 Metern die zweitgrößte der drei Brücken. Sie verfügt über neun 30 Meter lange Spannweiten und ruht auf acht Pfeilern sowie zwei Widerlagern. Das Bauwerk erhebt sich rund 25 Meter über dem Talboden und wurde mit 63 Fertigteilträgern errichtet, die jeweils rund 52 Tonnen wiegen. Die Mabunyaneng-Brücke ist 120 Meter lang und besteht aus vier Spannweiten von jeweils 30 Metern. Sie wird von drei Pfeilern getragen und erreicht eine Höhe von etwa zwölf Metern. Besonders auffällig ist eine 190 Meter lange und neun Meter hohe Stützwand aus bewehrter Erde, die errichtet wurde, um die bestehende Straße während der Bauarbeiten offen zu halten.

Verbesserte Infrastruktur und wirtschaftliche Impulse für die Region

Neben ihrer technischen Bedeutung sollen die Brücken vor allem den Menschen in der Region zugutekommen: Der Zugang zu Schulen, Märkten und medizinischer Versorgung soll unabhängig von Wetterbedingungen oder Wasserständen sichergestellt werden. Die verbesserte Erreichbarkeit stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung der oft schwer zugänglichen Bergregionen Lesothos. Auch wirtschaftlich hinterließ das Projekt deutliche Spuren. Während der Bauphase waren zeitweise mehr als 300 Arbeitskräfte auf der Baustelle beschäftigt. Darüber hinaus wurden umfangreiche Ausbildungsprogramme durchgeführt und lokale Unternehmen mit Aufträgen im Wert von über 218 Millionen Rand eingebunden. Besonders hervorgehoben wurde die Beteiligung von Frauen, die rund ein Drittel der Positionen in Bereichen wie Ingenieurwesen, Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit besetzten.

Das Lesotho Highlands Water Project zählt zu den bedeutendsten grenzüberschreitenden Infrastrukturvorhaben Afrikas. Es basiert auf dem Vertrag von 1986 zwischen Lesotho und Südafrika und dient sowohl der Wasserversorgung Südafrikas als auch der Energieerzeugung in Lesotho. Phase II umfasst den Bau des 165 Meter hohen Polihali-Staudamms, eines 38 Kilometer langen Wasserüberleitungstunnels sowie umfangreicher Straßen-, Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur. Nach der Fertigstellung soll die jährlich nach Südafrika übertragene Wassermenge von derzeit 780 Millionen auf 1,27 Milliarden Kubikmeter steigen. Gleichzeitig wird die Stromproduktion des Muela-Wasserkraftwerks um rund 50 Prozent erhöht. Mit der Fertigstellung der Brücken Khubelu und Mabunyaneng ist somit nicht nur ein anspruchsvolles Ingenieurprojekt abgeschlossen worden.

Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Für österreichische Unternehmen ergeben sich im Umfeld der zweiten Phase des Lesotho Highlands Water Project (LHWP II) interessante Geschäftsmöglichkeiten. Der Ausbau der Wasser-, Energie- und Verkehrsinfrastruktur erfordert in den kommenden Jahren weiterhin Speziallösungen in den Bereichen Tunnelbau, Wasseraufbereitung, Pumpen- und Armaturentechnik, Energieversorgung, Automatisierung, Mess- und Regeltechnik sowie Umwelt- und Geotechnik. Da Südafrika bereits die Erweiterung seiner Anlagen zur Aufnahme und Aufbereitung der zusätzlichen Wassermengen vorbereitet, könnten sich auch Folgeaufträge entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserwirtschaft ergeben.

Haben wir Ihr Interesse am südlichen Afrika geweckt? Bei Interesse können Sie das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg jederzeit per E-Mail oder Telefon kontaktieren.