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Nahaufnahme einer 3D-Illustration einer fliegenden, grauen Drohne
© tkyszk | stock.adobe.com

Lettland stärkt Verteidigungsindustrie und Infrastruktur

Unsere Veranstaltungen zum Thema Verteidigung und Sicherheit

Lesedauer: 3 Minuten

Lettland Aerospace/Sicherheit Software & IT
13.02.2026

Lettland investiert massiv in Verteidigung und Sicherheitsinfrastruktur

Die Republik Lettland setzt ihre ambitionierte Strategie zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und des militärischen Industriezweigs fort.

Ein zentrales Projekt ist der Bau einer modularen Munitionsfabrik in Iecava, die jährlich rund 50.000 Treibladungen produzieren soll.

Ergänzend entsteht ein Joint Venture mit Rheinmetall für eine 155-mm-Munitionsfabrik mit einem Investitionsvolumen von 275 Millionen Euro. Der Produktionsstart ist für 2027 geplant.

Der am 4. Dezember verabschiedete Staatshaushalt 2026 sieht 2,16 Milliarden Euro für Verteidigungsausgaben vor, das entspricht 4,91 % des BIP. Rund die Hälfte dieser Mittel fließt direkt in die Entwicklung und den Ausbau der Kampffähigkeiten der Streitkräfte.  

Zu den wichtigsten Projekten zählen: Modernisierung der Schützenpanzerflotte, Aufbau einer gestaffelten Luftverteidigung, Investitionen in Munition und Ausrüstung, Stärkung der Ostgrenze und Küstenverteidigung, Ausbau der Fähigkeiten für indirekte Feuerunterstützung, Beschaffung unbemannter Luftfahrzeuge, Verbesserung der maritimen Überwachung.

Darüber hinaus unterstützt Lettland weiterhin die Ukraine mit 110 Millionen Euro (0,25 % des BIP). 

Langfristige Strategie bis 2036

Die Regierung verfolgt eine klare Vision:

  • Anteil heimischer Unternehmen an Rüstungsaufträgen: 20 % bis 2028, später 30 %,
  • Verteidigungsindustrie soll bis 2036 5 % des BIP erreichen,
  • Fokus auf Innovation, Drohnentechnologie und Exportfähigkeit.

Ein aktueller Vertrag mit Dynamit Nobel Defence über 50 Millionen Euro umfasst ferngesteuerte Minenlegesysteme, Panzerabwehrminen sowie die Einbindung der lokalen Industrie in die Versorgungssicherheit. 

Stärkung der Ostgrenze: Die Baltische Verteidigungslinie

Im Januar 2024 unterzeichneten Lettland, Litauen und Estland ein Abkommen zur Errichtung der Baltischen Verteidigungslinie, um die Ostgrenze der NATO zu sichern und Russlands Fähigkeit zu schnellen Operationen zu verzögern. Lettland investiert bis 2029 rund 303 Millionen Euro in Grenzsicherung: Verteidigungsstellungen, Panzergräben, Hindernisse wie „Drachenzähne“ sowie sichere Lager für Munition und Baumaterialien.

Mit dem Gesetz zur Errichtung einer Infrastruktur zur Bekämpfung von Grenzverletzungen (Oktober 2025) wird die Umsetzung beschleunigt. Neben militärischer Sicherheit schafft das Projekt über 100 Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wirtschaft. 

Cybersicherheit als strategischer Pfeiler

Cybersicherheit ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der umfassenden nationalen Verteidigung. Mit dem Nationalen Cybersicherheitsgesetz und der Umsetzung der EU-NIS2-Richtlinie setzt Lettland klare Standards für ein hohes Sicherheitsniveau. Kooperation, Informationsaustausch und Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind dabei entscheidend: Cybersicherheit beginnt bei jedem Einzelnen. 

Drohnenkoalition: Innovation und internationale Zusammenarbeit

Die Drohnentechnologie hat die Kriegsführung revolutioniert. Mit der Gründung der Drohnenkoalition am 14. Februar 2024 hat Lettland gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich ein starkes Signal für internationale Zusammenarbeit gesetzt.

Die Koalition bündelt Ressourcen und Know-how, um die Ukraine mit modernster Drohnentechnologie auszustatten. 1,8 Milliarden Euro Unterstützung im Jahr 2024 zeigen die strategische Dimension dieser Initiative. Lettlands Beitrag – fast 5.000 gelieferte Drohnen und 20 Millionen Euro Investitionen – stärkt nicht nur die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine, sondern auch die Innovationskraft der heimischen Industrie. 

Veranstaltungen im Baltikum zum Thema Sicherheit

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