Bau von dritter schwimmender LNG-Anlage vor Mosambik geplant
Internationale Ausschreibung für LNG-Produktionsanlage im Rovuma-Becken gestartet
Lesedauer: 1 Minute
Mosambik Energieeffizienz/Green Building Logistik Maritime IndustryMosambik setzt den Ausbau seiner Erdgasindustrie mit hoher Dynamik fort. Das von Eni geführte Konsortium Mozambique Rovuma Venture (MRV) hat eine internationale Interessenbekundung für die Entwicklung einer dritten Floating-LNG-Anlage (FLNG) im Rovuma-Becken in der Provinz Cabo Delgado veröffentlicht. Die geplante Anlage soll in Area 4 errichtet werden und eine Produktionskapazität von bis zu sechs Millionen Tonnen Flüssigerdgas pro Jahr erreichen.
Die Ausschreibung umfasst ein umfassendes EPCIC-Paket (Engineering, Procurement, Construction, Installation and Commissioning). Der Auftrag beinhaltet die Planung, Beschaffung, Errichtung, den Transport, die Verankerung, die Inbetriebnahme sowie Leistungstests der Anlage. Das Projekt wird in einer Wassertiefe von rund 2.000 Metern umgesetzt und zählt damit zu den technisch anspruchsvollsten Offshore-Energievorhaben der Region.
Die neue Anlage baut auf den bisherigen Erfolgen der Rovuma-Projekte auf. Die FLNG-Anlage Coral Sul produziert seit 2022 rund 3,4 Millionen Tonnen LNG jährlich und gilt als Afrikas erste schwimmende LNG-Anlage in Ultratiefwasser. Das Folgeprojekt Coral Norte erhielt 2025 die endgültige Investitionsentscheidung und soll ab 2028 die Produktionskapazitäten in Area 4 erheblich erweitern. Die geplante dritte Anlage würde die Position Mosambiks als bedeutenden LNG-Produzenten zusätzlich stärken.
Das Rovuma-Becken zählt zu den größten Erdgasvorkommen weltweit und steht im Mittelpunkt mehrerer milliardenschwerer Energieprojekte. Neben den Aktivitäten von Eni treiben auch TotalEnergies und ExxonMobil große LNG-Vorhaben voran. Die Branche erwartet dadurch steigende Exporterlöse, zusätzliche Staatseinnahmen und eine stärkere Einbindung Mosambiks in die globalen Energiemärkte.
Die geplante Erweiterung der LNG-Infrastruktur eröffnet Chancen für österreichische Unternehmen in den Bereichen Anlagenbau, Offshore-Technologien, Automatisierung, Messtechnik, Energieeffizienz, Sicherheitssysteme sowie technische Beratungs- und Ingenieurdienstleistungen. Auch Zulieferer für maritime Infrastruktur, Wartung und Spezialausrüstung könnten von den Investitionen im Rovuma-Becken profitieren.
Die umfangreichen Energieinvestitionen in Mosambik unterstreichen die wachsende Bedeutung des Landes für internationale Technologie- und Industriezulieferer. Für österreichische Unternehmen bieten sich entlang der LNG-Wertschöpfungskette zahlreiche Anknüpfungspunkte, von Engineering-Lösungen bis hin zu spezialisierter Industrieausrüstung. Das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg unterstützt Sie dabei, relevante Marktakteure kennenzulernen, Geschäftsmöglichkeiten frühzeitig zu erkennen und Ihre Aktivitäten in Mosambik und im südlichen Afrika strategisch weiterzuentwickeln.