Nahost: Fragen und Antworten
Aktuelle Themen (Energie, Geschäftsreisen, Transport etc.)
Lesedauer: 4 Minuten
Geschäftsreisen
Ja, aufgrund der aktuellen militärischen Entwicklungen ist der Luftraum in Teilen der Region derzeit geschlossen. Der Flugverkehr ist eingestellt bzw. stark eingeschränkt. Die Lage ist komplex und volatil. Die Sicherheit der Reisenden steht für die gesamte Branche an vorderster Stelle.
Die Reisebranche verfolgt die Entwicklungen engmaschig und steht in laufendem Austausch mit Airlines, Partnern vor Ort und Behörden.
Reisende werden dringend ersucht, in den vorgesehenen Unterkünften zu bleiben und den Anweisungen der lokalen Behörden sowie der Reiseleitung Folge zu leisten. Eigenmächtige Fahrten zu Flughäfen oder Ausreisen über Nachbarländer werden ausdrücklich nicht empfohlen.
Zudem wird empfohlen, sich in der Elektronischen Erreichbarkeitsmeldung des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten zu registrieren:
Pauschalreisende, die über einen Reiseveranstalter gebucht haben, werden aktiv und proaktiv betreut. Die bewährten Sicherheits- und Krisenmechanismen der Reiseveranstalter greifen. Reisende vor Ort sind informiert, Unterkünfte sind organisiert und die Betreuung ist sichergestellt. Sobald die Luftraumsperre aufgehoben wird, werden die Reisenden umgehend über konkrete Rückreisemöglichkeiten informiert.
Kundinnen und Kunden, die sich in anderen Regionen aufhalten, jedoch über die betroffene Region umsteigen würden, werden von ihrem Reisebüro bzw. Reiseveranstalter informiert und – sofern notwendig – umgebucht.
Bei Abreisen innerhalb der nächsten Woche werden die betroffenen Reisenden aktiv informiert. Es wird geprüft, ob die Reise stattfinden kann. Ist eine Durchführung nicht möglich, besteht die Möglichkeit eines kostenfreien Stornos oder einer kostenfreien Umbuchung.
Reisende mit weiter in der Zukunft liegenden Abreiseterminen werden ersucht, die weitere Entwicklung abzuwarten. Sobald belastbare Informationen vorliegen, werden diese kommuniziert.
Diese Reisenden werden gebeten, die aktuellen Informationen ihrer Airline zu verfolgen und sich bei Bedarf direkt an die Fluggesellschaft zu wenden. Zusätzlich wird empfohlen, die Reise- und Sicherheitshinweise des Außenministeriums zu beachten.
Energie
Die Straße von Hormus ist eine zentrale Drehscheibe und der wichtigste geopolitische Engpass für den globalen Energiehandel. Seit dem 28. Februar 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet, nahezu zum Erliegen gekommen. Die Meeresenge zählt zu den weltweit wichtigsten Engpässen der Energieversorgung. Rund 19 % des global gehandelten LNGs und etwa 27 % des weltweiten Seeölhandels (80 % davon nach Asien) werden über die Seeroute transportiert, das entspricht etwa 20 Millionen Barrel (etwa ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs) pro Tag. Die Straße von Hormus ist somit die wichtigste Öl-Transitroute der Welt. Dementsprechend hat eine Blockade der Seeroute einen großen Einfluss auf weltweite Öl- und Gaspreise.
Es existieren kaum kurzfristige Umgehungsrouten, Pipeline‑Bypässe sind nur begrenzt verfügbar.
Österreich bezog über die Straße von Hormus im Jahr 2025 rund 16 % seiner gesamten Importe aus Saudi-Arabien und dem Irak. Ein Umgehen dieser Route ist zwar möglich, jedoch nicht unbedingt ohne Komplikationen. Zwar bieten die Ost-West-Rohölpipeline sowie die Abqaiq–Yanbu-NGL-Leitung eine Alternativroute, jedoch sind diese bereits nahe an ihrer Auslastungsgrenze und gelten als anfällig gegenüber Angriffen.
Nein, mit dem Iran bestehen nur geringe wirtschaftliche Abhängigkeiten. Österreich importiert kein Öl, Gas oder sonstige strategische Rohstoffe aus dem Land. Importe bestehen hauptsächlich aus Gemüse und Früchten.
Die Lage der österreichischen Industrie kann nicht von globalen Entwicklungen abgekoppelt betrachtet werden. Die aktuellen geopolitischen Spannungen erschüttern die globale Energiemarktstabilität und Energie wird somit ohne physische Knappheit teurer.
Längerfristige Effekte auf die Energiepreise hängen maßgeblich von der Dauer der Angriffe und deren Einfluss auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ab. Kurzfristig wird sich der Konflikt vor allem an den Preisen der Öl- und Gasmärkte bemerkbar machen. Sollte der Konflikt jedoch andauern, könnten logistische Engpässe, sinkende Lagerbestände und eine Verknappung des globalen Angebots deutlich stärkere Preisaufschläge nach sich ziehen.