Nigeria: Exportverbot für Rohkakao angekündigt
Investitionen in Kakaoverarbeitung erforderlich
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Der nigerianische Präsident Tinubu kündigte an, dass Nigeria künftig den Export von Rohkakao verbieten wird. Ziel ist es, die Kakaobohnen im Land weiter zu verarbeiten und dadurch mehr Wertschöpfung zu generieren. Langfristig soll das Land keine rohen Kakaobohnen mehr ausführen, sonden den Fokus auf lokale Verarbeitung, Schokoladenproduktion und den Aufbau eigener Marken gelegt werden.
Afrika produziert rund 70 Prozent des Kakaos weltweit. Von geschätzten Erlösen der globalen Schokoladeindustrie in Höhe von rund 130 Milliarden US-Dollar blieben nur weniger als zehn Prozent in den Anbaugebieten.
Die nigerianische Regierung setzt dabei auf den Ausbau der heimischen Verarbeitungskapazitäten. In Sagamu, einer Stadt im Südwesten des Landes, entsteht derzeit eine neue Anlage mit einer Jahreskapazität von 70.000 Tonnen. Die nationale Verarbeitungskapazität soll bereits mehr als 120.000 Tonnen pro Jahr betragen und weiter wachsen. Unterstützt werden entsprechende Investitionen unter anderem von der staatlichen Bank of Industry.
Nigeria liefert etwa sechs bis sieben Prozent der weltweiten Kakaoernte. Nach Regierungsangaben bewirtschaften mehr als 300.000 Bauernfamilien rund 1,4 Millionen Hektar Anbaufläche. Steigende Weltmarktpreise führten zuletzt zu Exporterlösen von umgerechnet rund 2 Milliarden Euro und machten Kakao zu einem wichtigen Pfeiler der nigerianischen Nicht-Öl-Exporte. Auch Österreich importierte 2025 aus Nigeria fast ausschließlich Kakaobohnen.
Der geplante Ausbau der Kakaoindustrie erfordert unter anderem Investitionen in Verarbeitungsanlagen, Verpackungstechnologien und Logistik.