Zum Inhalt springen
Person in orangem Schutzanzug in Rückenansicht kontrolliert auf Boden kniend Leitungen
© Pichitstocker | stock.adobe.com

Nigerias Rohölforderung auf Höchststand seit sechs Jahren

Trotzdem hohe Abhängigkeit von Treibstoffimporten

Lesedauer: 1 Minute

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Nigeria Energiewirtschaft
Stand: 21.07.2026

Nigerias Ölsektor sendet derzeit widersprüchliche Signale aus: Während die Rohölförderung auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren gestiegen ist und das Land seine OPEC-Quote erstmals seit längerer Zeit übertrifft, bleibt die Abhängigkeit von importiertem Benzin überraschend hoch. 

Nach Angaben der nigerianischen Upstream-Regulierungsbehörde NUPRC erreichte die Rohölproduktion im Juni 2026 durchschnittlich 1,56 Millionen Barrel pro Tag. Damit lag sie rund vier Prozent über der von der OPEC vorgegebenen Förderquote von 1,5 Millionen Barrel täglich. Einschließlich Kondensaten belief sich die Gesamtförderung auf rund 1,74 Millionen Barrel pro Tag. Das ist der höchste Wert seit April 2020 und der vierte Monat in Folge mit Produktionwachstum. 

In den vergangenen Jahren hatte Nigeria massiv unter Rohöldiebstahl, Vandalismus und Investitionsrückständen gelitten, weshalb die Fördermengen häufig unter den OPEC-Vorgaben lagen. Mittlerweile gebe es laut Branchenvertretern weniger Pipelineausfälle, eine verbesserte Sicherheitslage sowie eine stabilere Betriebsführung.

Dieser positiven Förderentwicklung steht jedoch eine weniger erfreuliche Entwicklung im Raffineriesektor gegenüber. Trotz steigender Produktion der Dangote-Raffinerie in Lagos mit einer Kapazität von 650.000 Barrel pro Tag haben sich die Benzinimporte deutlich erhöht. 

Daten der Regulierungsbehörde NMDPRA zeigen, dass die durchschnittlichen täglichen Benzinimporte im Juni auf 18,1 Millionen Liter stiegen – nach lediglich 5,9 Millionen Litern im Mai. Damit wurde der stärkste monatliche Importanstieg seit Jahresbeginn verzeichnet.

Gleichzeitig sank die tägliche inländische Versorgung mit Benzin von 41,5 auf 32,5 Millionen Liter. Marktbeobachter führen dies unter anderem auf Unsicherheiten bei Preisbildung und Liefermengen zurück. Für viele Händler bleibt die Versorgung über Importe derzeit planbarer als die ausschließliche Abhängigkeit von lokalen Raffinerien.

Diese Entwicklung beobachten manche Akteure mit Sorge, vor allem auch im Hinblick auf die Währungsstabilität. In letzter Zeit war die Landeswährung Naira unter anderem auch deshalb stabil, weil weniger Devisen für Treibstoffimporte aufgewendet werden mussten.

Die Dangote-Raffinerie gilt als Schlüsselprojekt, um die jahrzehntelange Abhängikeit von importierten Treibstoffen zu beenden. Nigeria ist Afrikas größter Rohölproduzent, musste aber bislang einen Großteil seines Treibstoffbedarfs durch Importe decken. 

Weitere interessante Artikel
  • Stadtansicht von Johannesburg: Blick von oben auf zahlreiche bunte Wolkenkratzer, darunter der Hillbrow Tower in der Hauptstadt von Südafrika.

    08.07.2026

    Südafrika erhält 1 Milliarde US-Dollar für Infrastrukturmodernisierung
    Weiterlesen
  • Viele neben- und hintereinander stehende Starkstrommasten unter rötlichem Himmel.

    04.05.2026

    Niederlande setzen auf Atomkraft – Staat übernimmt Milliardenprojekt selbst
    Weiterlesen
  • Im Vordergrund sind Solaranlagen, daneben stehen ein Strommast und Windräder.

    08.05.2026

    Slowenien investiert in Stromnetze – neuer Smart-Grid-Förderaufruf ab 2026 geplant
    Weiterlesen