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Eine Person ist von hinten fotografiert und hält einen Laptop in der Hand. Sie betrachtet die Metallkonstruktion einer Brücke, neben der sich auch ein Kran befindet. Am Himmel sind Wolken, es herrscht Sonnenschein.
© Denklim| stock.adobe.com

Papua Neuguinea: PNG verschärft Anforderungen an erdbebensicheren Brückenbau

Neue Richtlinien schaffen höhere Sicherheitsstandards in einem der erdbebengefährdetsten Länder der Welt

Lesedauer: 1 Minute

Papua-Neuguinea Verkehrsinfrastruktur/Tiefbau Engineering
10.09.2026

Papua-Neuguinea hat eine umfassend überarbeitete Richtlinie für die seismische Auslegung von Brücken veröffentlicht. Das neue „Seismic Design Manual for Bridges in Papua New Guinea“ ersetzt die bisherigen Vorgaben, die seit rund vier Jahrzehnten im Einsatz waren.

Der Inselstaat zählt zu den erdbebengefährdetsten Regionen der Welt. Seine Lage an der Schnittstelle mehrerer tektonischer Platten führt regelmäßig zu starken Erdbeben, die in der Vergangenheit erhebliche Schäden an Straßen, Brücken und anderen Infrastrukturanlagen verursacht haben.

Die neue Richtlinie berücksichtigt aktuelle Erkenntnisse aus der Erdbebenforschung sowie Fortschritte im Brückenbau. Ergänzt wird sie durch eine aktualisierte Erdbebengefährdungsanalyse, die mit Unterstützung der australischen Regierung und Geoscience Australia erstellt wurde. Ingenieure erhalten dadurch deutlich präzisere Informationen zu den Risiken einzelner Provinzen und Distrikte.

Nach Angaben des Department of Works and Highways sollen die neuen Vorgaben künftig verbindlicher Bestandteil sämtlicher Planungs-, Ausschreibungs- und Bauprozesse werden. Für alle neuen Brückenprojekte gilt die Einhaltung der Anforderungen ab sofort, unabhängig von der jeweiligen Finanzierungsquelle.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf standortspezifischen Risikobewertungen. Künftig müssen Bauherren und Planer umfangreiche technische Nachweise vorlegen. Dazu gehören geotechnische Untersuchungen, Erdbebenberechnungen, unabhängige technische Prüfungen, Materialtests sowie die Zertifizierung durch qualifizierte Ingenieure. Die neue Richtlinie behandelt zudem weitere Gefährdungen, die für Papua-Neuguinea von hoher Bedeutung sind. Dazu zählen Bodeninstabilitäten, Erdrutsche, Überschwemmungen, Treibgutbelastungen sowie die Wechselwirkungen zwischen Naturgefahren und klimabedingten Risiken. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit kritischer Verkehrsinfrastruktur langfristig zu erhöhen.

Die Regierung sieht robuste Brücken nicht nur als technische Bauwerke, sondern als wesentlichen Bestandteil der nationalen Versorgungssicherheit. Ausfälle können abgelegene Regionen von Krankenhäusern, Schulen, Märkten, Häfen und Flughäfen abschneiden. Entsprechend soll die Qualität der Planung künftig Vorrang vor kurzfristigen Kosteneinsparungen haben.

Parallel zur Einführung der neuen Standards werden bestehende Brücken auf strategisch wichtigen Verkehrsachsen schrittweise überprüft. Mehr als 1.000 Brücken wurden bereits bewertet. Besonders gefährdete Bauwerke sollen verstärkt, saniert oder ersetzt werden.

Die neuen Anforderungen schaffen zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Anbieter von Ingenieurdienstleistungen, Geotechnik, Prüf- und Messtechnik sowie Brücken- und Spezialbau. Auch Unternehmen mit Lösungen für Naturgefahrenmonitoring, Bauwerksüberwachung oder resiliente Infrastruktur können von zukünftigen Infrastrukturprojekten in Papua-Neuguinea profitieren. Da internationale Entwicklungsbanken und die australische Regierung weiterhin wichtige Investoren im Infrastruktursektor des Landes sind, dürften Ausschreibungen zunehmend auf hochwertige technische Standards und internationale Expertise ausgerichtet werden.