El Niño trifft Papua-Neuguinea
Wetterextreme zerstören Ernten, Nahrung wird knapp
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Papua-Neuguinea UmwelttechnologiePapua-Neuguinea steht vor einer wachsenden Versorgungskrise. Der sich verstärkende El Niño sorgt in weiten Teilen des Landes für Trockenheit, Wassermangel und ungewöhnlich starken Frost was zu geringeren Ernteerträgen führt. Besonders betroffen sind die Hochlandregionen, die als wichtige Agrargebiete des Landes gelten.
Die Folgen gehen inzwischen über einzelne Regionen hinaus. Flüsse führen deutlich weniger Wasser, Seen trocknen aus und die Trinkwasserversorgung wird vielerorts schwieriger. Am Fly River, einer der wichtigsten Transportachsen des Landes, beeinträchtigen niedrige Wasserstände bereits den Warenverkehr. In einigen Gebieten mussten Geschäfte vorübergehend schließen, weil Lieferungen ausblieben.
Hilfsorganisationen und lokale Behörden schlagen Alarm. Schätzungen zufolge könnten bis zu drei Millionen Menschen von den Folgen des El Niño betroffen sein. Allein im Hochland leben rund 1,9 Millionen Menschen in besonders gefährdeten Gebieten. Viele Familien leben von Subsistenzwirtschaft und sind direkt auf ihre eigenen Ernten angewiesen.
Die Regierung hat bereits Hilfsmaßnahmen vorbereitet und arbeitet gemeinsam mit internationalen Organisationen an Notfallplänen. Schwerpunkt sind Wasserversorgung, Ernährungssicherheit und die Unterstützung der Landwirtschaft. Das Landwirtschaftsministerium und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen haben einen nationalen Aktionsplan für die erwartete Dürreperiode ausgearbeitet.
Die Sorge wächst auch deshalb, weil Meteorologen von einem besonders starken Ereignis ausgehen. Der Wetterdienst Papua-Neuguineas erklärte bereits im Juni offiziell die Entwicklung eines El Niño. Prognosen zufolge könnte das Wetterphänomen bis ins Jahr 2027 anhalten.
Zudem warnen Klimaforscher, dass die Wassertemperaturen im Pazifik Werte erreichen könnten, die seit Beginn verlässlicher Messungen im Jahr 1950 nicht beobachtet wurden. Erwartet werden unterdurchschnittliche Niederschläge in großen Teilen Melanesiens sowie längere Trockenperioden. Gleichzeitig könnten die Auswirkungen stärker ausfallen als bei früheren El-Niño-Ereignissen, da sie in einer durch den Klimawandel bedingt deutlich wärmeren Welt stattfinden.
Für Papua-Neuguinea bedeutet das eine doppelte Herausforderung: Die unmittelbare Versorgung der Bevölkerung muss gesichert werden, während gleichzeitig die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen künftige Wetterextreme werden muss.
Der Bedarf an Lösungen in den Bereichen Wasserwirtschaft, Bewässerung, Agrartechnologie, Klimaanpassung und Infrastruktur steigt. Langfristig könnten sich dadurch zusätzliche Geschäftschancen ergeben, während Regierungen und internationale Organisationen verstärkt in Resilienz- und Anpassungsmaßnahmen investieren.