USA führen Sanktionen gegen die serbische Ölraffinerie NIS Naftna industrija Srbije ein
Spritrechnungen an Tankstellen NIS und Gazprom nur in bar zahlbar
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Serbiens staatlich dominierter Ölkonzern NIS – Naftna industrija Srbije – steht weiterhin unter US Sanktionen und arbeitet derzeit an einer Änderung seiner Eigentümerstruktur.
Die ungarische MOL Group hat ein verbindliches Heads of Agreement zum Erwerb des 56,15-prozentigen Anteils des russischen Mehrheitseigentümers Gazprom Neft unterzeichnet – also genau jenes Anteils, dessen russischer Ursprung der Grund für die gegen NIS verhängten US‑Sanktionen ist.
Parallel dazu hat NIS erneut eine US Sanktionsausnahme (OFAC-Lizenz) beantragt, um die Einfuhr von Rohöl auch nach dem Ablauf der aktuellen Ausnahmegenehmigung am 20. März 2026 sicherzustellen.
Gleichzeitig richten sich nun alle Blicke auf die US Behörde OFAC, deren Genehmigung maßgeblich darüber entscheidet, ob die russisch ungarische Vereinbarung tatsächlich umgesetzt werden kann und damit auch darüber, unter welchen operativen Rahmenbedingungen die Raffinerie Pančevo künftig arbeiten darf.
Zusätzlich führt MOL Gespräche mit ADNOC (Abu Dhabi National Oil Company, VAE) über eine mögliche Minderheitsbeteiligung, während Serbien seinerseits anstrebt, seinen Anteil an NIS um weitere fünf Prozent zu erhöhen.
Vorgeschichte
Die US-Administration hatte NIS mit den am 9.Oktober 2025 verhängten US-Sanktionen erheblich unter Druck gesetzt. Nach mehreren befristeten Betriebslizenzen läuft die aktuelle OFAC-Ausnahmegenehmigung am 20. März 2026 aus. Vor diesem Hintergrund hat NIS am 12. März eine erneute Verlängerung beantragt, um weiterhin Rohöl importieren zu können – ein kritischer Faktor, da NIS rund 80 % des serbischen Kraftstoffmarktes versorgt und die Raffinerie Pančevo bereits im Dezember 2025 einen temporären Stillstand verzeichnet hatte.
Mögliche Konsequenzen
Gleichzeitig analysiert die serbische Öffentlichkeit die strategischen Implikationen des MOL Einstiegs. Expert:innen weisen darauf hin, dass OFAC den Deal grundsätzlich blockieren könnte, falls die Bedingungen des Eigentümerwechsels nicht vollständig den US Sanktionsvorgaben entsprechen. Zudem werden mögliche Parallelen zu Kroatien gezogen, wo MOL in der Vergangenheit Einfluss auf die operative Ausrichtung nationaler Raffinerien genommen hatte. Trotz dieser Bedenken wird erwartet, dass der Betrieb der Raffinerie Pančevo fortgeführt wird.
Das AußenwirtschaftsCenter Belgrad steht Ihnen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung.
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