Pharmaindustrie in Slowenien: Wachstum, Investitionen und Zukunftsperspektiven
Milliardenschwere Investitionen und eine lange Pharmatradition machen Slowenien zu einem der attraktivsten Pharmastandorte Europas
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Slowenien Life Science & Pharma Medizintechnik & LaborbedarfDie slowenische Pharmaindustrie ist mit rund 41 % weiterhin der größte Exporteur des Landes. Zum Höhenflug setzten die Pharmaexporte 2023 an und nahmen seitdem jährlich um gut ein Drittel zu – auf 35,8 Mrd. EUR im Jahr 2025. In der Branche arbeiten ca. 16.500 Menschen, womit Slowenien in der Pro-Kopf-Produktion europaweit auf Platz 5 liegt. Durch weitere Investitionen in den Sektor ist auch künftig mit Wachstum zu rechnen.
Das Fundament der Branche wurde bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gelegt, mit der Gründung des heute eigenständigen Pharmakonzerns Krka d.d. und der Lek d.d., die inzwischen zur Schweizer Sandoz-Gruppe gehört. Beide gehören heute zu den größten Pharmaunternehmen des Landes. Dadurch konnte sich schon früh eine etablierte Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen entwickeln, um eine breite Basis an Fachkräften auszubilden. Weitere Faktoren, die den slowenischen Markt attraktiv machen, sind die bereits bestehende Infrastruktur, die geografische Lage und die Größe des Landes. Gerade Letztere wirkt auf den ersten Blick eher wie ein Nachteil, erweist sich jedoch als Vorteil, da sie kurze Wege zu den Entscheidungsträgern ermöglicht.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Schweiz, die dadurch 2025 zum wichtigsten Handelspartner des Landes wurde. Dabei machen pharmazeutische Erzeugnisse 86% der gesamt slowenischen Exporte in die Schweiz aus. Diese hohen Werte beruhen allerdings stark auf konzerninternen Transfers innerhalb der Novartis- und Sandoz-Gruppe.
Die Folge sind immense Investitionen in den Standort Slowenien. Allein Sandoz plant in den nächsten Jahren Investitionen von über 1 Mrd. EUR, die 800 neue Arbeitsplätze schaffen sollen. Parallel dazu kommen ein Investitionszyklus von Novartis sowie ein auf 140 Mio. EUR aufgestocktes Investitionsbudget von Krka für 2026.
Im Fokus der Investitionen steht dabei der Ausbau der Produktion von Biosimilar-Wirkstoffen (Nachahmer biologischer Arzneimittel). Zentrale Projekte sind der Bau einer Biosimilar-Produktionsstätte (400 Mio. EUR) in Lendava sowie eines Biosimilar-Entwicklungszentrums (90 Mio. EUR) und eines neuen Wirkstoff-Hightech-Zentrums (258 Mio. EUR) in Ljubljana. Zusätzlich wird in Brnik eine aseptische Produktion (400 Mio. EUR) aufgebaut.
Es kann somit von einem weiteren Wachstum der Pharmaindustrie in Slowenien ausgegangen werden. Ein starker Zukunftstreiber wird die Bio100-Strategie von Sandoz sein, die das Biosimilar-Portfolio des Unternehmens bis 2040 von 13 auf über 100 Produkte ausbauen soll. Der Standort Slowenien setzt dabei auf eine enge Kooperation mit Universitäten und dem Accelerator Biotech Hills. Ebenfalls entscheidend ist der Critical Medicines Act der EU, über den sich Rat und Parlament im Mai 2026 vorläufig geeinigt haben und der sich derzeit in der finalen Phase befindet. Dieser soll die Abhängigkeit von Drittstaaten bei kritischen Arzneimitteln reduzieren und die Produktion in Europa stärken. Davon würde die gesamte slowenische Branche aufgrund ihrer bereits vorhandenen Infrastruktur profitieren.
Zusammenfassend vereint Slowenien eine historisch gewachsene Pharmatradition, eine etablierte Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und milliardenschwere Investitionen - alles Faktoren, die den Standort auch künftig zu einem attraktiven und wettbewerbsfähigen Pharmastandort in Europa machen.