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Person in gelber Wartweste, mit weißem Schutzhelm, Schutzbrillen und Mundnasenschutz hält Tablet in Händen und blickt darauf, vor ihr verschwommen Abwasserbecken
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Südafrika fokussiert sich auf grünes Methanol aus Abwasserquellen

Neue Anlage in Gauteng soll CO₂-Emissionen senken und grüne Kraftstoffe produzieren

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Südafrika Energiewirtschaft Umwelttechnologie Chemie/Kunststoffe
Stand: 03.06.2026

Climate Investor Three (CI3) investiert über seine Tochtergesellschaft SA-H2 Fund Managers vier Millionen US-Dollar in die Entwicklung der ersten südafrikanischen Anlage zur Herstellung von grünem Methanol aus kommunalem Klärschlamm. Das Projekt des Unternehmens Green eFuels Producers (GeFP) soll in Sebokeng südlich von Johannesburg entstehen und gilt als wegweisendes Vorhaben für die Verbindung von Kreislaufwirtschaft, Wasserstofftechnologie und Dekarbonisierung der Industrie.

Die geplante Anlage wird jährlich rund 90.000 Tonnen Klärschlamm aus der Abwasseraufbereitungsanlage Sebokeng verarbeiten. Mithilfe erneuerbarer Energien, darunter eine integrierte 50-MW-Solaranlage sowie zusätzlich beschaffter Windstrom, soll ein 10-MW-Elektrolyseur betrieben werden, der grünen Wasserstoff erzeugt. Dieser bildet die Grundlage für die Produktion von etwa 14.300 Tonnen grünem Methanol pro Jahr.

Durch die Umwandlung von Klärschlamm, einem Nebenprodukt der Abwasserbehandlung, in grünes Methanol entsteht ein wertvoller Brennstoff, der als Industriechemikalie verwendet werden kann, die für die Herstellung von Kunststoffen und anderen Materialien unerlässlich ist.

Nach vorläufigen Berechnungen könnte das Projekt jährlich rund 118.950 Tonnen CO₂-Äquivalent einsparen. Gleichzeitig sollen bis zu 300 Arbeitsplätze während der Bauphase sowie 60 dauerhafte Stellen im Betrieb entstehen. Darüber hinaus plant GeFP, jährlich zwischen 50.000 und 60.000 Kubikmeter Wasser in Industriequalität an den lokalen Wasserversorger zurückzuführen und damit die Wasserversorgungssicherheit in der Region zu stärken.

Die bereitgestellten Entwicklungsmittel dienen der Finanzierung technischer Studien, der ingenieurtechnischen Planung, Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen sowie der Genehmigungs- und Strukturierungsprozesse bis zum Financial Close. Dieser wird für die zweite Hälfte des Jahres 2027 angestrebt. Die kommerzielle Inbetriebnahme der Anlage ist für 2029 vorgesehen. Zusätzlich sicherte sich der Fonds das Recht auf eine spätere Eigenkapitalbeteiligung von bis zu 26 Millionen US-Dollar.

Der mit insgesamt 750 Millionen US-Dollar ausgestattete Climate Investor Three/SA-H2 Fund konzentriert sich auf die Energiewende und den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft im südlichen Afrika. Unterstützt wird der Fonds unter anderem von der Europäischen Union, Invest International, der südafrikanischen Public Investment Corporation, der Development Bank of Southern Africa sowie der Industrial Development Corporation.

Für Südafrika besitzt das Vorhaben strategische Bedeutung. Kläranlagen im Land kämpfen seit Jahren mit der nachhaltigen Entsorgung von Klärschlamm. Die Umwandlung des Klärschlamms in grünes Methanol liefert nicht nur einen kohlenstoffarmen Kraftstoff für Industrie, Schifffahrt und Luftfahrt, sondern gilt zugleich als Beispiel für die wirtschaftliche Nutzung industrieller Abfallströme. Nach Einschätzung von GeFP könnte das Projekt zudem den Aufbau eines landesweiten „Green Methanol Corridor“ anstoßen und damit die Grundlage für eine skalierbare Infrastruktur für grüne Kraftstoffe in Südafrika schaffen.

 

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