Ukrainisches Gesundheitssystem: Reformen trotz Krieg
Status quo und Chancen für die bilaterale Zusammenarbeit
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Stand: 28.05.2026
Trotz mehr als 2.700 dokumentierter Angriffe auf die medizinische Infrastruktur seit 2022 funktioniert das ukrainische Gesundheitssystem weiterhin, modernisiert sich und bewegt sich schrittweise auf europäische Standards zu.
Wichtige Zahlen
- 96 % der medizinischen Einrichtungen waren im September 2024 zumindest teilweise in Betrieb;
- 5,06 Mrd. EUR staatliches Gesundheitsbudget für 2026 (ein Zuwachs von 15% im Vergleich zu 2025);
- 578 Krankenhäuser bereits in das neue regionale Krankenhausnetz integriert.
Reformbeginn vor dem Krieg
Seit 2017 reformiert die Ukraine systematisch ihr Gesundheitssystem und entfernt sich vom sowjetischen Modell hin zu einem modernen, patientenorientierten System nach europäischen Standards.
- 2017 – Gründung des Nationalen Gesundheitsdienstes der Ukraine (NHSU)
- 2022 – Anpassung des Systems an Kriegsbedingungen
- 2025 – Nationale Gesundheitsstrategie 2025–2030 (Build Back Better)
- 2026 – Rekordbudget und Start des Programms 'Health 40+'
Wiederaufbau und Modernisierung
Der Bedarf für den Wiederaufbau des Gesundheitssektors wird auf über 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die EU stellt über das Programm 'Ukraine Facility' bis zu 50 Milliarden Euro für 2024–2027 bereit. Die Strategie basiert auf dem Prinzip 'Build Back Better' – Aufbau eines modernen und resilienten Systems.
Wichtige Bereiche zur bilateralen Kooperation zwischen Österreich und Ukraine:
- Rehabilitation und Genesungsmedizin
- Medizintechnik und Diagnostik
- Krankenhausinfrastruktur
- Digitale Gesundheit und KI
- Prothetik und Assistenztechnologien
- Medizinische Ausbildung
- Intensiv- und Notfallmedizin
- Mentale Gesundheit