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Detailansicht einer Kugelschreiberspitze, die auf Unterlage mit verschiedenen Prozentzahlen liegt
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Venezuela: Länderrisiko 2026 um mehr als 50 % gesunken

Jedoch keine Normalisierung der Finanzlage

Lesedauer: 1 Minute

Venezuela
18.09.2026

Das von JPMorgan berechnete Länderrisiko Venezuelas (EMBI) hat sich seit Jahresbeginn 2026 nahezu halbiert. Der Index fiel laut einem Bericht für Bloomberg von 12.671 Basispunkten Anfang Januar auf 6.037 Basispunkte Anfang September.  

Als Hauptgründe für den Rückgang gelten die politischen Veränderungen zu Jahresbeginn 2026 sowie neue Perspektiven für die venezolanische Ölindustrie. Marktteilnehmer bewerten insbesondere die gestiegene Wahrscheinlichkeit einer geordneten Umschuldung der öffentlichen Verbindlichkeiten positiv. Venezuela befindet sich jedoch weiterhin seit 2017 im Zahlungsausfall (Default) und hat bislang keinen vollständigen Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten zurückerlangt. 

Im Mai 2026 leitete die venezolanische Regierung offiziell einen Prozess zur Restrukturierung der Auslandsschulden ein und bestellte finanzielle sowie rechtliche Berater. Zudem wurde die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wieder aufgenommen, auch wenn bislang noch kein Finanzierungsprogramm vereinbart wurde.

Positive Impulse kamen zuletzt auch aus dem Energiesektor. Chevron kündigte Investitionen von mehr als 7 Mrd. US-Dollar über fünf Jahre an und plant, die Förderung in seinen venezolanischen Projekten auf rund 600.000 Barrel pro Tag mehr als zu verdoppeln. Weitere Ölabkommen mit internationalen Investoren stärken die Erwartungen an eine wirtschaftliche Erholung des Landes.  

Experten weisen jedoch darauf hin, dass der Rückgang des EMBI nicht mit einer vollständigen Normalisierung der Finanzlage gleichzusetzen ist. Die geschätzten Forderungen gegenüber Venezuela belaufen sich inklusive Schulden, Zinsen und Schiedsverfahren auf bis zu 240 Mrd. US-Dollar. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden daher der Fortgang der Schuldenrestrukturierung, institutionelle Reformen sowie die langfristige Fähigkeit des Landes sein, wieder freiwillig Anleihen am internationalen Kapitalmarkt zu platzieren.