Starke Performance von Österreichs Pensions- und Vorsorgekassen im Jahr 2025
Jahresbericht 2025
Lesedauer: 12 Minuten
Zusammenfassung
Nach all den Turbulenzen Ende des ersten und Anfang des zweiten Quartals ("Liberation Day") entwickelte sich das zweite Halbjahr an den Finanzmärkten sehr positiv. Davon profitieren auch die heimischen Pensionskassen, die eine gute Performance von 4,86 % erwirtschafteten. Auch die Betriebichen Vorsorgekassen (Abfertigung NEU) konnten mit einer Durchschnittsperformance von 3,61 % ein sehr erfreuliches Ergebnis erzielen. Die heimischen Pensionskassen verwalten ein Vermögen von € 30,64 Mrd. Im Schnitt haben die 159.320 Leistungsberechtigten im Vorjahr eine monatliche Zusatzpension von € 421,00 bekommen (14-mal pro Jahr). Auch die Langfristperformance der acht österreichischen Pensionskassen ist mit 5,02 % klar besser als die von zahlreichen anderen Anlageformen. Zudem wird in der Anlagestrategie großer Wert auf den Aspekt der Nachhaltigkeit gelegt.
Die österreichischen Pensionskassen sind als der größte private Pensionszahler in Österreich ein zentraler Bestandteil des Pensionssystems.
Auch die heimischen Vorsorgekassen (Abfertigung NEU) haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ein sehr erfolgreiches Ergebnis erzielt. Dieses liegt im Durchschnitt im Jahr 2025 bei 3,6 %. Im Vordergrund der Anlagestrategie steht dabei stets die langfristige Stabilität. Aktuell verwalten die österreichischen Vorsorgekassen ein Vermögen von € 23,7 Mrd. für rund 4 Mio. Anspruchsberechtigte.
Aufgrund der Entnahmemöglichkeiten im Betrieblichen Vorsorgesystem müssen die Vorsorgekassen ständig mit Kapitalabflüssen rechnen, wodurch eine noch konservativere Veranlagung notwendig ist.
Stichwörter: Pensionskassen, Betriebspension, Betriebliche Vorsorgekassen, Abfertigung Neu
2025 im Rückblick
Die Aktienmärkte entwickelten sich im Jahresverlauf überwiegend positiv. Besonders die US-Märkte konnten ihre Stärke ausspielen. Eine robuste Wirtschaft, stabile Unternehmensgewinne und Investitionen in Zukunftsthemen wie Technologie, Digitalisierung und Effizienzsteigerung
sorgten für Rückenwind.
Auch in Europa gab es unterstützende Impulse. Staatliche Investitionsprogramme stärkten einzelne Branchen, und viele Unternehmen bewiesen Anpassungsfähigkeit in einem anspruchsvollen Umfeld. Zwar blieb das Wachstum moderater als in den USA, dennoch konnten sich die Märkte insgesamt behaupten.
Statt klarer Trends bestimmten schwankende Erwartungen das Marktgeschehen. Anleger reagierten sensibel auf neue Nachrichten zur Inflation, zu Zinsen, zur Staatsverschuldung und zur
Politik. Dadurch kam es immer wieder zu schnellen Kursbewegungen nach oben und unten.
Die österreichischen Pensions- und Vorsorgekassen konnten das Jahr 2025 sehr erfolgreich abschließen. Trotz eines herausfordernden Umfelds auf Grund von Volatilität auf den Kapitalmärkten konnten sie für ihre Millionen Anwartschafts- und Leistungsberechtigten eine solide Entwicklung erzielen. Damit unterstreichen die Pensions- und Vorsorgekassen ihre Rolle als stabiler Bestandteil der Altersvorsorge in Österreich.
Auch die heimischen Vorsorgekassen (Abfertigung NEU) haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ein sehr erfolgreiches Ergebnis erzielt. Dieses liegt im Durchschnitt im Jahr 2025 bei 3,61 Prozent. Im
Vordergrund der Anlagestrategie steht dabei stets die langfristige Stabilität. Aktuell verwalten die österreichischen Vorsorgekassen ein Vermögen von € 23,7 Mrd. für rund 4 Mio. Anspruchsberechtigte.
Einflussfaktoren auf die Performance 2025
Trotz politischer Unsicherheiten, hoher Schulden und globaler Herausforderungen konnten sich viele Anlageklassen positiv entwickeln. Schwankungen gehörten zwar dazu, doch sie waren Teil eines normalen Anpassungsprozesses. Das Jahr markierte den Übergang von einer Phase
künstlich gestützter Märkte hin zu einem Umfeld, in dem Fundamentaldaten wieder stärker zählen. Für langfristige Anleger ist dies eine grundsätzlich positive Entwicklung.
Deshalb sind folgende Faktoren maßgeblich:
- Ein schwieriges Marktjahr mit zunehmenden Risiken und wachsender Unsicherheit.
- Sensible Reaktionen auf Nachrichten zur Inflation, zu Zinsen, zur Staatsverschuldung
und zur Politik → schnelle Kursbewegungen nach oben und unten. - Der Strukturwandel in der Industrie und eine hohe Unsicherheit bezüglich der Zollpolitik der USA ("Liberation Day") belasteten die Außenwirtschaft.
- Kapitalmärkte: trotz politischer Unsicherheiten, hoher Schulden und globaler Herausforderungen widerstandsfähig, positive Entwicklung in viele Anlageklassen.
- Aktienmärkte: solide Entwicklung mit klaren Gewinnern.
- Für US-Dollar-Investoren: Ein durchgehend erfreuliches Bild, unabhängig davon, ob in US-Aktien oder europäische Aktien investiert wurde.
- Für Euro-Investoren: Kursgewinne in den USA, Japan und Großbritannien wurden durch Währungen spürbar abgeschwächt.
- Euro: Der EUR/USD-Wechselkurs stieg um +13,34 Prozent im Jahr 2025 → Euro hat im Vergleich zum US-Dollar an Wert zugenommen.
- Gold: "Rekordwerte" in diesem Jahr.
Die Wirtschaftsentwicklung divergierte zwischen den großen Blöcken sehr stark.
Während in den USA überraschend positive Werte knapp an den drei Prozent Wachstum vermeldet werden konnten, kämpfte die Eurozone um die schwarze Null, wobei vor allem die Industrienationen Deutschland und Frankreich die Werte nach unten zogen, während sich der
Süden besser entwickelte.
In China dürfte das angestrebte Wachstum von fünf Prozent, unter anderem wegen des anhaltend schwachen Inlandskonsums, verfehlt werden.
Die Inflation näherte sich stetig dem Zielniveau und die Arbeitslosenzahlen liegen weiterhin auf tiefem Niveau.
Österreichische Pensionskassen 2025
Das durchschnittliche Jahresergebnis über 35 Jahre liegt inklusive dem Jahr 2025 bei plus 5,02 Prozent pro Jahr.
Insgesamt veranlagen die acht Pensionskassen ein Vermögen von € 30,64 Mrd. und sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs. Derzeit haben mehr als 1 Mio. Menschen Anspruch auf eine Firmenpension.
Die Pensionskassen erwirtschafteten 2025 ein Veranlagungsergebnis von plus 4,8 Prozent, das durchschnittliche Jahresergebnis über die letzten 35 Jahre liegt bei 5,02 Prozent. Dies zeigt, dass dieses System nachhaltig Ergebnisse bringt und allen Vergleichen standhält. Kurzfristige Schwankungen auf den Finanz- und Kapitalmärkten kommen vor, sie haben aber für den Aufbau einer Pension über Jahrzehnte keine relevante Bedeutung. Bei Pensionskassen zählt die Langfristigkeit, d.h. die bestmögliche Verzinsung über einen langjährigen Beobachtungszeitraum.
DieHöhedermonatlichenZusatzpension wird jeweils aufgrund der Performance und der Schwankungsrückstellung – basierend auf dem Vorjahresergebnis – für das kommende Jahr bestimmt.
Anlagevermögen der österreichischen Pensionskassen
Mit 31.12.2025 verwalten die acht Pensionskassen ein Vermögen über € 30,64 Mrd. für über 1 Mio. Personen. Die Pensionskassen sind seit Jahren der größte private Pensionszahler in Österreich.
Zahl der Anspruchsberechtigten steigt stetig
Das Pensionskassensystem zeichnet sich durch eine hohe Kosteneffizienz, viele Möglichkeiten (Wahl von Veranlagungsprofilen: defensiv, konservativ, ausgewogen, aktiv oder dynamisch) und hohe Transparenz aus. Die Pensionskassen können Sicherheit sowohl durch Garantiemodelle als auch durch konservative Vertragsparameter darstellen. Die Pensionskassenpension ist allerdings eine betriebliche Vorsorge, d. h. in den Genuss einer solchen Zusatzpension kommt man nur über seinen Arbeitgeber bzw. den Betrieb. Bei Pensionskassenverträgen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Die effizienteste Form der Zusatzpension ist sicherlich die Betriebspension.
Insgesamt veranlagten die acht Pensionskassen im Jahr 2025 ein Vermögen von über € 30,64 Mrd. Die durchschnittliche Pension lag 2025 bei € 421 pro Monat.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt € 939 Mio. an Pensionsleistungen ausbezahlt (+ 3,19 Prozent gegenüber 2024).
Seit Jahren stehen für die heimischen Pensionskassen insbesondere auch Klein-und Mittelbetriebe im Fokus. So liegt der Anteil der Klein- und Mittelbetriebe bei den Neuverträgen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei annähernd 90 Prozent.
Vollausbau der betrieblichen Altersvorsorge
Aufgrund demografischer Veränderungen (Baby-Boomer-Generation erreicht das Pensionsalter und geburtenschwache Jahrgänge kommen in das Erwerbsalter) und daraus resultierender wachsender Herausforderungen für die staatliche Pension kommt der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge als Ergänzung zur staatlichen Pension eine immer größere Bedeutung zu. Die betriebliche Altersvorsorge muss in Zukunft ein zentraler Bestandteil eines modernen und zukunftssicheren österreichischen Pensionssystems sein.
Regierungsprogramm/ Generalpensionskassenvertrag
Die Alterssicherungskommission wird künftig alle drei Säulen der Altersvorsorge berücksichtigen, nicht mehr nur die staatliche, umlagefinanzierte erste Säule. Damit wird eine längst überfällige Gesamtsicht auf das österreichische Pensionssystem geschaffen.
Im Regierungsprogramm greifen ÖVP, SPÖ und NEOS langjährige Forderungen des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen auf. Die zeitnahe Umsetzung des Generalpensionskassenvertrages wird in Aussicht gestellt.
Durch den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge kann Altersarmut verhindert und Lebensqualität im Alter gesichert werden. Daher gilt es, das bestehende Pensionskassensystem auf alle Menschen in Österreich auszudehnen.
Aktuell haben rund eine Million Menschen Anspruch auf eine Pensionskassen-Pension. Sie können auch zum Zeitpunkt ihres Pensionsantritts das Kapital, welches seitens ihres Dienstgebers für sie in einer Vorsorgekasse als "Abfertigung NEU" angespart wurde, in eine Pensionskasse einbringen, um ihre Zusatzpension zu erhöhen. Doch für Beschäftigte in Unternehmen ohne betriebliche Altersvorsorge fehlt bislang diese Möglichkeit. Der im Regierungsprogramm genannte Generalpensionskassenvertrag soll hier Abhilfe schaffen: Künftig soll es die Option geben, auch diesen Arbeitnehmern eine lebenslange Zusatzpension zu ermöglichen – ohne Mehrkosten für Staat oder Unternehmen.
Im Dezember 2025 wurde in einem Ministerratsvortrag der erste Schritt Richtung Umsetzung vorgenommen. In einigen Bereichen wie Liegedauer, Verfügungsmöglichkeiten, Kapitalgarantie und Lebenszyklus ist aber noch erheblicher Adaptierungsbedarf.
Betriebliche Vorsorgekassen in Österreich 2025
Die Vorsorgekassen sind das einzige flächendeckende System kapitalgedeckter Vorsorge und bilden somit einen wichtigen Eckpfeiler als Ergänzung zur staatlichen Pension. Die Beiträge des Arbeitgebers, die er für seine Arbeitnehmer oder sich selbst an die BVK leistet, sind im Ausmaß von 1,53 Prozent des monatlichen Einkommens steuerfrei.
Die erworbenen Ansprüche können mitgenommen werden und sind durch die Bruttokapitalgarantie gesichert. Das sozialpartnerschaftliche Erfolgsmodell zeichnet sich auch dadurch aus, dass alle Berechtigten eine Abfertigung erhalten und auch Selbständige vorsorgen können.
Betriebliche Vorsorge mit konstantem Wachstum
Aktuell sind sieben Betriebliche Vorsorgekassen am Markt tätig. Sie verwalten nicht nur die Gelder der Unternehmer und ihrer Mitarbeiter, auch Freiberufler und Landwirte nützen gerne die Möglichkeit, ihre finanzielle Absicherung im Rahmen der Betrieblichen Vorsorge zu gestalten. Insgesamt veranlagen die Vorsorgekassen mittlerweile Guthaben von 4,03 Mio. Erwerbstätigen. Die Vorsorgekassen gewähren auf die Gesamtheit der einbezahlten Beiträge eine Garantie.
Die Vorsorgekassen verwalten mittlerweile ein Vermögen in Höhe von mehr als € 23 Mrd. und dies, obwohl die sie bereits mehr als € 9 Mrd. an Leistungen für ihre Anwartschaftsberechtigten ausbezahlt haben. Deshalb wird den Vorsorgekassen ein wesentlicher Stellenwert im österreichischen Vorsorgesystem beigemessen.
Die Leistungsformen der Betrieblichen Vorsorge bieten Flexibilität in verschiedenen Lebenslagen: Bei einem Verfügungsanspruch kann der Berechtigte selbst entscheiden, ob er das Geld sofort benötigt oder ob er es steueroptimal für seine persönliche Altersvorsorge verwenden möchte. Viele Verfügungsberechtigte entscheiden sich aber auch bewusst dafür, ihr Kapital in der Vorsorgekasse zu belassen. Dies ist eine − unter anderem steuerlich attraktive Möglichkeit, für die Pension vorzusorgen.
Mehr als 22.800 Unternehmen nützten auch die Möglichkeit, Ansprüche aus der Abfertigung alt in eine Vorsorgekasse zu übertragen. Somit kamen zusätzlich zum gesetzlichen Obligatorium bereits etwa € 860 Mio. ins System und viele Arbeitnehmer profitieren heute von einer betrieblichen Vorsorge, obwohl ihr Dienstverhältnis bereits vor 2003 begann.
Die österreichischen Vorsorgekassen lieferten im abgelaufenen Geschäftsjahr ein erfolgreiches Ergebnis. Dieses liegt im Durchschnitt im Jahr 2025 bei 3,61 Prozent. Im Vordergrund der Anlegestrategie steht dabei stets die langfristige Stabilität und Wertsteigerung. Seit Beginn der Geschäftstätigkeit konnten die Kassen im Schnitt jährlich 2,3 Prozent erwirtschaften.
Für die Rendite einer Vorsorgekasse gibt es im Wesentlichen zwei bestimmende Faktoren: Einerseits ist das aktuelle Zinsniveau auf den Kapitalmärkten relevant, andererseits trägt auch der Veranlagungshorizont wesentlich zum Ergebnis bei.
Die strategische Ausrichtung des Veranlagungshorizonts und dessen Risikogewichtung werden von der voraussichtlichen Liegedauer bestimmt. Da das System der Betrieblichen Vorsorge eine Vielzahl an Entnahmemöglichkeiten vorsieht, muss die Vorsorgekasse jederzeit von einem Kapitalabfluss ausgehen und kann somit nur sehr konservativ veranlagen.
Ein wesentlicher Fokus der Veranlagungsbestimmungen liegt zudem auch auf Sicherheit. Dafür sind unterschiedliche Grenzen gesetzlich vorgesehen, die jedoch ein starres Korsett formen. Dieses macht es den Veranlagern der Vorsorgekassen nicht immer leicht, das Ertragspotenzial für die Berechtigten voll ausschöpfen zu können und sollte deshalb modernisiert werden.
Ausbau der Betrieblichen Vorsorge
Die Betrieblichen Vorsorgekassen bringen ideale Voraussetzungen zur Stärkung der Pensionsvorsorge für alle Österreicherinnen und Österreicher mit. Durch den hohen Durchdringungsgrad (nahezu jede und jeder Erwerbstätige hat bereits ein Konto bei einer Vorsorgekasse) und das effiziente System kann die optimale Basis zur Ergänzung der staatlichen Pension und Entlastung des Staatshaushaltes geschaffen werden. Zur Erreichung dieses Ziels müssen jedoch einige Parameter angepasst werden:
- Ausdehnung der gesetzlichen Mindestliegedauer bis zum Pensionsantritt
- Modernisierung der Veranlagungsbestimmungen
- Erhöhung des Beitragsaufkommens
Ausdehnung der gesetzlichen Mindestliegedauer bis zum Pensionsantritt
Der aktuelle gesetzliche Rahmen für Betriebliche Vorsorgekassen sieht eine Vielzahl an Entnahmemöglichkeiten vor: Selbst die Voraussetzung von 36 Beitragsmonaten für die Auszahlung bedeutet nicht, dass das Kapital drei Jahre bei einer Vorsorgekasse liegen muss. Für die einzelne Vorsorgekasse kann dies zur Folge haben, dass sie das Kapital bereits nach einem Monat an den Berechtigten auszahlen muss. Das bedeutet, dass auch die Kapitalgarantie schon nach einem Monat greift.
Die gesetzliche Mindestliegedauer sollte bis zum Pensionsantritt ausgedehnt werden. Besondere Verfügungsoptionen für klar definierte und belegbare Ausnahmesituationen (z.B. schwere Erkrankung, Pflegebedarf des AWB bzw. naher Angehöriger) können vorgesehen werden.
Eine Ausdehnung der gesetzlichen Mindestliegedauer bis zum Pensionsantritt würde den Asset Managern einen angemessenen Spielraum verschaffen. Prognosen zufolge könnte allein dadurch der Veranlagungsertrag für die Anwartschaftsberechtigten wesentlich gesteigert werden.
Modernisierung der Veranlagungsbestimmungen
Die Veranlagungsbestimmungen der Betrieblichen Vorsorgekassen erscheinen nicht mehr zeitgemäß und sollten an die aktuellen regulatorischen Vorgaben und Marktbedingungen angepasst werden. Die Bemühungen der Vorsorgekassen, ihre Veranlagung nachhaltig auszurichten, sind überdurchschnittlich. Bei nachhaltiger Veranlagung ist es herausfordernd, Indices zur Absicherung zu finden, die von der Aufsicht auch als solche anerkannt werden. Der Erwerb derartiger Instrumente liegt aber jedenfalls im Interesse der AWB, da diese der effizienten und liquiden Absicherung dienen.
Die AIF-Quote ist bei den Vorsorgekassen u. a. deshalb rasch ausgeschöpft, weil nur Fonds, die den engen Definitionen von § 30 Abs. 2 Z 5, 5a und 6 entsprechen, nicht in die AIF-Quote fallen. Darüber hinaus ist jedes Investment, das nicht explizit im Veranlagungskatalog des § 30 BMSVG genannt ist, als AIF zu qualifizieren. Dies gilt bspw. für Infrastrukturprojekte und Green Investments – also oftmals Investments, die politisch gewünscht sind.
Vorsorgekassen zählen schon jetzt zu den institutionellen Investoren, die am nachhaltigsten veranlagen. Eine gesamthafte Novellierung der Veranlagungsbestimmungen würde es ermöglichen, dass Vorsorgekassen einen weiteren wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Green Deal leisten können.
Erhöhung des Beitragsaufkommens
Eine Steigerung des Beitragsvolumens könnte durch die Erhöhung des gesetzlichen Beitragssatzes von 1,53 auf zumindest 2,5 Prozent erfolgen. Diese sollte lohnnebenkostenneutral erfolgen und könnte vom Arbeitgeber oder -nehmer geleistet werden.
Das System der Betrieblichen Vorsorge würde durch die Umsetzung dieser Punkte noch attraktiver gestaltet werden. Der Gesetzgeber könnte dadurch die Möglichkeit eröffnen, dass dieses Modell zur optimalen Ergänzung des staatlichen Pensionssystems avancieren kann.