Mehrwegquote: Überangebot führt zu Lebensmittelverschwendung
Konsument:innen sind noch nicht bereit, mehr für nachhaltige Verpackungen zu bezahlen. Eine überschießende Mehrwegquote wirkt deshalb kontraproduktiv.
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Das Problem
Österreich hat viel früher höhere Mehrwegquoten eingeführt, als EU-rechtlich vorgesehen wäre. Das bringt allerdings keine Verbesserung für den Umweltschutz – im Gegenteil: Es steigert sogar die Lebensmittelverschwendung.
Warum ist das der Fall? Die Einführung von Mehrwegquoten sollte doch den Verpackungsabfall reduzieren und somit Schäden an der Umwelt verringern? Ja, aber die Nachfrage auf Konsumentenseite hält mit dem vorgeschriebenen Angebot nicht Schritt.
Das Resultat: Unternehmen müssen, um die Mehrwegquote zu erfüllen, Getränke in Verpackungen anbieten, ohne dass diese verkauft werden können. Das bedeutet in der Praxis unnötigen Aufwand für Transport, Lagerung und Entsorgung. Zusätzlich haben Unternehmen regelmäßig die Quotenerfüllung zu melden.
Wir fordern
Kein Gold Plating und Angleichung an das EU-Recht. Damit Konsument:innen mehr Zeit für die Umstellung auf die teureren Mehrwegverpackungen erhalten und unnötige Lebensmittelverschwendung verhindert wird. Unternehmen müssen nicht mehr entgegen jeder betriebswirtschaftlichen Vernunft Artikel auslisten, die sich besser verkaufen – um Platz für ein unverkäufliches Mehrwegsortiment zu machen.
Zu den Fakten:
- Rechtsgrundlage ist § 14b Abfallwirtschaftsgesetz - Rahmenbedingungen und konkrete Ziele für den Ausbau von Mehrwegsystemen für Getränkeverpackungen - angeregt wird die Außerkraftsetzung bis zum Jahr 2030.
- Betrifft Lebensmitteleinzelhändler mit mehr als 400 m2 Fläche und den Online-Handel.
- Die Quotenerfüllung muss jeweils bis zum 15. März des Folgejahres gemeldet und nachgewiesen werden.
- Überproportionale Preissteigerungen aufgrund des Angebots von Artikeln, die nicht gekauft werden ("frustrierte" Transport-, Kühl- und Lagerkosten udgl).
- Hohe Abschriften bei den Mehrwegartikeln – und damit verbunden Lebensmittelvernichtung, die nicht notwendig wäre.