Zum Inhalt springen
Sechs Männer stehen lächelnd nebeneinander in einem Gasthaus beim Mobility Talk
© WKO Kärnten
Fahrzeughandel, Landesgremium

Daten, Strom und Netzwerke: Kfz-Wirtschaft stellt Zukunftsweichen

Der dritte Mobility Talk stand im Zeichen von SERMI-Zertifizierung, Arbeiten an Hochvoltsystemen und der Ausbau der E-Mobilität.

Lesedauer: 3 Minuten

17.09.2026

Innerhalb weniger Monate hat sich der Mobility Talk der Kärntner Kfz-Wirtschaft bereits als Informations- und Networkingplattform einen Namen gemacht. So konnten die Gastgeber Michael Schnabl, Innungsmeister der Fahrzeugtechnik, und Oskar Dörfler, Gremialobmann des Fahrzeughandels, auch diesmal zahlreiche Interessierte im Hotel Restaurant Zollner in Finkenstein begrüßen. 

SERMI macht freie Werkstätten zukunftsfit 

Gleich zu Beginn griff Michael Schnabl ein brisantes Thema auf: SERMI, das für "Security-Related Vehicle Repair and Maintenance Information" steht. Klingt sperrig, ist das für freie Werkstätten der Schlüssel zur Reparatur von Modellen. Denn die Hersteller lassen immer weniger Zugriffe auf Ihre Fahrzeuge zu. Schnabl hat sich und seinen Betrieb schon zertifizieren lassen und erklärte die Vorteile: "SERMI regelt unseren unabhängigen Werkstätten den sicheren und standardisierten Zugriff auf diebstahl- und sicherheitsrelevante Fahrzeugdaten wie Wegfahrsperren, Schlüsselprogrammierung oder sicherheitsrelevante Software-Updates." Wer keinen gültigen SERMI-Ausweis besitzt, wird für Fahrzeugdaten wie Wegfahrsperren, Feststellbremsen, ABS oder Scheinwerfer komplett gesperrt. Wie ernst die Zertifizierung abläuft, erklärt Schnabl an einem Beispiel: "Nach unserer Einreichung der Unterlagen durchleuchtete Interpol den Betrieb."

Sicher mit Hochvoltsystemen 

Auch das nächste Thema war brisant: Kärntens Werkstätten arbeiten immer häufiger an Hochvoltsystemen von Fahrzeugen. Reinhard Ratz vom WIFI  stellte deshalb die neuen Fachkurse vor. In den Ausbildungen lernen die Teilnehmenden die Gefährdungspotenziale kennen und sind berechtigt, eine Spannungsfreischaltung durchzuführen. "Übrigens, der erste Hochvolt-3-Kurs beginnt im November 2026", so Ratz.

Kurs "Hochvolt HV-3 Arbeiten"


Kärnten rüstet sich für E-Mobilität 

Mit den Elektrofahrzeugen ging es beim Mobility Talk dann gleich weiter: Alexander Jordan von der Kelag skizzierte, welche Herausforderungen auf die Energiebranche zukommen und welche Lösungsansätze sich dafür bieten. China zeige, wie schnell der Umstieg auf E-Autos läuft. Und auch die Kärntner Hausbesitzer:innen werden laut einer Kelag-Umfrage immer aufgeschlossener: 37 Prozent können sich schon jetzt den Umstieg auf E-Mobilität vorstellen, 49 seien noch unschlüssig. In Zukunft könnte die E-Mobilität bei uns rund ein Drittel des gesamten Energiebedarfs ausmachen. "Derzeit sind es nur 5 Prozent. Die Kelag investiert daher über 3 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energie", so Jordan. Zudem biete der Kärntner Landesenergieversorger den heimischen Unternehmer:innen einige Pakete für den Einstieg in die Elektromobilität. Als Beispiele nannte Jordan unter anderem einen 1.000-Euro-Bonus für die Neuanschaffung eines E-Autos (gilt auch für Gewerbebetriebe) und 500 Euro für eine Kelag-Gewerbeladelösung. "Zudem bieten wir Ihnen maßgeschneiderte Ladelösungen für Firmenfuhrpark an". 

Nächster Mobility Talk in Spittal 

Apropos. Die E-Mobilität wird auch im kommenden Mobility Talk in Spittal ein Thema sein, gab Oskar Dörfler zum Schluss des Events bekannt. Der Abend war damit aber noch lange nicht beendet, die Unternehmer:innen nutzten das Netzwerken noch eifrig zum Erfahrungsaustausch. 


Weitere Infos zu SERMI

Fakten

  • SERMI ist ein europaweit einheitliches Zertifizierungssystem für die Kfz-Branche. 
  • Es regelt den sicheren Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Fahrzeugdaten wie Wegfahrsperren, Schlüsseln oder sicherheitsrelevanten Software-Updates.
  • Unabhängige Werkstätten und deren Angestellte müssen ein offizielles Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen.
  • Die SERMI-Zertifizierung erfolgt rein digital über eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle 


Diese Unterlagen werden vom Unternehmen benötigt

  • Nachweis der Gewerbeberechtigung 
  • Haftpflichtversicherung 
  • Vorstrafenfreiheit 
  • Nachweis einer Betriebsstätte 


Die Voraussetzungen für Mitarbeiter:innen 

  • Gültiger Ausweis 
  • Arbeitsverhältnis – Dienstvertrag 
  • Berufserfahrung 
  • Vorstrafenfreiheit 


Die Kosten

  • Einmalig für 1 Lizenzgebühr und 1 Mitarbeiter:in: 399 bis 750 Euro einmalig für 5 Jahre  
  • Jeder weitere Mitarbeiter: rund 125 bis 205 Euro 
  • Vor-Ort-Inspektion: rund 350 bis 600 Euro  – erfolgt innerhalb von 5 Jahren 

Die Zertifizierungsstellen