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5 Männer in Hemden und Anzügen in einem Raum mit Kronleuchter
© WKK
Fahrzeughandel, Landesgremium

Klartext zur Pickerl-Reform

Am 18. Juni 2026 diskutierte die KFZ-Wirtschaft über §57a, Abgasprüfung und den Online-Fahrzeugverkauf. Fachexperten der Landesregierung und von willhaben verrieten wertvolle Tipps.

Lesedauer: 4 Minuten

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19.06.2026

Im Landgasthof König in Griffen war kein Platz mehr frei. Der Grund: Die Kärntner KFZ-Wirtschaft rund um Innungsmeister Michael Schnabl und Gremialobmann Oskar Dörfler lud mit brisanten Themen zum Mobility Talk: Günter Preßlinger und Michael Dörflinger vom Amt der Kärntner Landesregierung stellten die Änderungen beim §57a KFG vor. Den zweiten Block übernahm Günther Leitgeb von willhaben mit den Gos und NoGos im Online-Fahrzeugverkauf. 

Pickerl-Reform bringt 38 Millionen Mehrkosten für Betriebe 

Eines vorweg: Der Nationalrat muss die Pickerl-Reform erst beschließen. Eines steht aber schon fest: Die Intervalle für die §57a-Überprüfung ändern sich vom 3-2-1-System auf 4-2-2-2-1. Der Aufwand ist enorm, rund 1,7 Mio. Fahrzeuge müssen zur Begutachtungsstelle und sich eine Plakette mit neuem Fälligkeitstermin abholen. Der Grundtenor der Betriebe ist klar: Mehr Sicherheit auf der Straße bringe das nicht. Der Kunde spare nichts, weil Mängel später bemerkt würden und Folgereparaturen dadurch teurer ausfielen. Die größten Leidtragenden sind nun die Betriebe, wie Innungsmeister Michael Schnabl vorrechnet: "Die Umstellung bedeutet 38 Millionen an Mehrkosten für die KFZ-Betriebe."

Neue Abgasprüfung und mehr E-Fahrzeuge 

Was tut sich noch bei der §57a-Überprüfung? E-Fahrzeuge werden stärker in die §57a-Überprüfung eingebunden und eine neue Abgasprüfung startet. „Die Fernmessung kommt zu 100 Prozent, das betrifft aber technische Kontrollen auf der Straße“, so Michael Dörflinger. Damit rückt auch der Kampf gegen abgasmanipulierte Lkw aus dem Ausland in den Fokus. Wann und wie die Prüfplakette digital wird, ist hingegen noch unklar. 

Verwandtschaftsgrad sorgt für Diskussion 

Für Wortmeldungen sorgte das Verwandtschaftsverhältnis: Prüfer:innen dürfen keine Fahrzeuge naher Angehöriger begutachten, da es laut EU-Gesetz kein persönliches oder wirtschaftliches Verhältnis geben darf. Gerade in abgelegenen Kärntner Regionen bringt das gravierende Nachteile, weil Fahrzeughalter:innen lange Fahrten zur Überprüfung in Kauf nehmen müssen.  

Personen an einem langen Tisch in einem gewölbeartigen Kellerraum
© WKK

Bringen Sie Emotion in Ihre Fahrzeuginserate 

Den zweiten Teil gestaltete Günther Leitgeb von willhaben mit Tipps für die perfekte Online-Anzeige. Und er stellte gleich zu Beginn klar: "willhaben funktioniert nur, wenn sich der User wohlfühlt." Wie mächtig die Plattform ist, zeigen die Zahlen: 850.000 Suchabfragen bei Fahrzeugen täglich, 150.000 Personen pro Tag auf der Plattform und über 200 Programmierer halten den Betrieb am Laufen.  

Das funktioniert bei KFZ-Anzeigen auf willhaben.at 

willhaben befragt seine User:innen alle drei Monate. Und die Antworten sind eindeutig: Echte Fotos sind Pflicht, denn ohne Bilder schaut sich niemand die Anzeige an. "Wer das Fahrzeug ehrlich beschreibt, ist auf der sicheren Seite – die User:innen reagieren sehr empfindlich und melden Unstimmigkeiten oft schon binnen zwei Minuten", so Leitgeb.

Was bei KFZ-Anzeigen gar nicht geht 

Fotomanipulationen, die einen modernen Betrieb vortäuschen, fallen schnell auf, ein Blick auf Website oder Google-Bewertung genügt den Kund:innen. Auch falsche Farbangaben sorgen für Ärger. Vereinzelt kommt es sogar zu Sperren der Inserate. 

Die Tipps von willhaben 

  • Zeichnen Sie KFZ im Inserat klar als Kommissionsfahrzeuge aus: Das Finanzamt sieht, wann ein Auto inseriert war – und fragt nach, wenn es später in den Büchern des KFZ-Betriebs nicht mehr zu finden ist. 
  • Kennzeichnen Sie veränderte Fotos, egal ob sie durch KI oder Grafiksoftware entstanden sind. 
  • Bringen Sie Emotion in Ihr Inserat, denn Begeisterung zählt. 
  • Setzen Sie die Foto-Drehteller nur vereinzelt ein. 

Nächster Mobility Talk steht fest 

Die beiden Gastgeber Michael Schnabl und Oskar Dörfler zogen ob des regen Interesses zufrieden Bilanz. "Der heutige Mobility Talk hat gezeigt, dass es viele nicht nachvollziehbare Entscheidungen gibt. Wir hoffen, dass die Regierung wieder mehr auf unsere Betriebe hört", sagte Dörfler. Und Schnabl pflichtete ihm bei: "Wir kommen in die Regionen, um eure Anliegen zu hören. Ihr könnt alle Themen einbringen, das Büro ist ganzjährig besetzt. Wir bieten das beste Service und finden fast immer eine Lösung." Der Erfolg gibt dem Format recht, und so geht der Mobility Talk weiter: Am 15. September 2026 ist die KFZ-Wirtschaft im Raum Villach und Villach-Land zu Gast.

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