ALPSiX stärkt Kärnten als Digitalstandort
Der neue Internetknoten bringt kürzere Datenwege, mehr Ausfallsicherheit und stärkt damit die Rolle Kärntens im Alpen-Adria-Raum.
Lesedauer: 4 Minuten
Mit ALPSiX powered by DE-CIX erhält Kärnten einen eigenen neutralen Internetknoten und damit eine direkte Anbindung an internationale Datenverbindungen. Der neue Knoten wird an den Standorten Klagenfurt und Villach aufgebaut und wird Netzbetreibern künftig ermöglichen, Datenverkehr direkt in der Region auszutauschen, statt diesen über Wien oder andere Knotenpunkte zu leiten. Dadurch entstehen kürzere Datenwege, eine schnellere Datenübertragung, mehr Ausfallsicherheit und eine stärkere digitale Souveränität für den Wirtschaftsstandort Kärnten. WK-Vizepräsidentin Nika Basic betonte bei der Eröffnung der heutigen Auftaktveranstaltung im Lakeside Park Klagenfurt, dass ALPSiX weit mehr als ein technisches Infrastrukturprojekt ist: „Gerade junge Unternehmen, Start-ups und digitale Geschäftsmodelle brauchen leistungsfähige Rahmenbedingungen. Schnelle, sichere und verlässliche Datenverbindungen sind heute genauso wichtig wie Straßen, Schienen oder die Energieversorgung. Mit ALPSiX schafft Kärnten eine Grundlage, auf der neue Ideen, moderne Arbeitsformen und innovative Unternehmen wachsen können.“
Digitale Infrastruktur wird zum Standortfaktor
Der neue Internetknoten verbindet Kärnten mit dem globalen DE-CIX-Interconnection-Ökosystem, das weltweit mehr als 60 Standorte umfasst. Unternehmen, Behörden, Forschungseinrichtungen und Netzbetreiber profitieren künftig davon, dass Daten regional ausgetauscht und zugleich international angebunden werden können. Für rund 300.000 Menschen und mehr als 15.000 Unternehmen in Klagenfurt und Villach entsteht somit eine digitale Infrastruktur, die Souveränität, Innovation, Investitionen und wirtschaftliches Wachstum unterstützen soll.
Dass Kärnten bei der digitalen Infrastruktur weiter Tempo machen muss, zeigen auch aktuelle Zahlen zur Glasfaserversorgung: Laut einem ORF-Bericht liegt Kärnten mit einem Versorgungsgrad von 24 Prozent aller Haushalte nur auf Rang sieben im Bundesländervergleich und damit unter dem österreichweiten Schnitt von knapp 40 Prozent. Umso wichtiger ist es deshalb, nicht nur über Aufholbedarf zu sprechen, sondern konkrete Infrastrukturprojekte umzusetzen. ALPSiX ersetzt zwar nicht den notwendigen Glasfaserausbau in der Fläche, stärkt aber die digitale Leistungsfähigkeit des Standorts und macht Kärnten im internationalen Datenverkehr sichtbarer.
Franz Ahm, Obmann der Sparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Kärnten, sieht darin einen wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts: „Kärnten liegt geografisch an einer Schnittstelle zwischen Zentraleuropa, Norditalien und Südosteuropa. Mit ALPSiX wird aus dieser Lage ein konkreter digitaler Vorteil. Wenn Daten schneller, sicherer und direkter fließen, profitieren nicht nur IT-Unternehmen, sondern alle Betriebe, die auf digitale Prozesse, Cloud-Anwendungen, künstliche Intelligenz oder moderne Kommunikation angewiesen sind.“ ALPSiX soll auch zusätzliche Ausfallssicherheit bieten: Durch die Anbindung an Bayern und weitere internationale Knotenpunkte wird Kärnten unabhängiger von einzelnen Datenwegen und die Stabilität der digitalen Vernetzung erhöht sich. Der Internetknoten wird in kompakten, hocheffizienten Edge-Containern betrieben – ein Ansatz, der digitale Infrastruktur näher an Nutzer:innen, Unternehmen und Anwendungen bringt.
Vom Datenumweg zum digitalen Knotenpunkt
Bereits bei der ersten Vorstellung des Projekts wurde ALPSiX als Chance präsentiert, Kärnten stärker an die internationalen Daten-Highways anzubinden. Bisher läuft der Datenverkehr aus Kärnten häufig über Wien, selbst wenn Absender und Empfänger räumlich nah beieinander liegen. Mit dem neuen Internetknoten können solche Umwege reduziert werden. Dadurch verbessert sich die Leistungsfähigkeit digitaler Anwendungen und Kärntens Position als Standort für Rechenzentren, neue Geschäftsmodelle und datenintensive Unternehmen wird gestärkt. UBIT-Fachgruppenobmann Martin Zandonella betont: „Mit ALPSiX bekommt Kärnten jene digitale Infrastruktur, die ein moderner Wirtschaftsraum braucht. Für unsere IT- und Beratungsbetriebe, aber auch für Industrie, Forschung, Verwaltung und innovative Dienstleister bedeutet das kürzere Wege, mehr Geschwindigkeit und zusätzliche Sicherheit. Wenn wir Kärnten als Digital Hub im Alpen-Adria-Raum positionieren wollen, ist dieser Internetknoten ein zentraler Baustein.“
Beim Launch im Rahmen des Digital Future Summit im Park Klagenfurt standen heute neben der offiziellen Inbetriebnahme auch die Chancen für Wirtschaft, Forschung und digitale Anwendungen im Mittelpunkt. Mit Vortragenden wie Ivo Ivanov von DE-CIX, Alexander Windbichler von Anexia, Thomas King von DE-CIX und Anna Kopp von Microsoft Deutschland wurde deutlich, dass ALPSiX Kärnten nicht nur technisch besser vernetzt, sondern auch international sichtbarer macht. Für die Wirtschaftskammer Kärnten steht fest: Neben Straße, Schiene und Energie wird digitale Infrastruktur immer mehr zur Voraussetzung für Wachstum. Mit ALPSiX setzt Kärnten einen Schritt, der Betrieben neue Möglichkeiten eröffnet und nach der Eröffnung der Koralmbahn im Vorjahr die AREA Süd auch als digitalen Wirtschaftsraum stärkt.