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© WKK | Georg Gutschi

AREA Süd: Unterkärnten zieht erste Bilanz

Beim Wirtschaftsforum Unterkärnten in Wolfsberg standen Koralmbahn, Arbeitsmarkt und die nächsten Schritte für die AREA Süd im Zentrum.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 15.10.2026

Vor einem Jahr wurde noch intensiv darüber diskutiert, welche Chancen die Koralmbahn für den Süden Österreichs bringen könnte. Beim dritten AREA Süd Wirtschaftsforum Unterkärnten im KUSS Wolfsberg ging es nun darum, was sich seit der neuen Verbindung zwischen Kärnten und der Steiermark bereits verändert hat – und welche Aufgaben noch vor der Region liegen. Rund 130 Unternehmer:innen, Entscheidungsträger:innen und Expert:innen folgten der Einladung der WK-Bezirksstelle Wolfsberg in Kooperation mit Raiffeisen Kärnten und der Kleinen Zeitung. WK-Bezirksstellenobmann Gerhard Oswald betonte: „Vor einem Jahr haben wir vor allem über Chancen gesprochen. Heute können wir erstmals sehen, was die neue Verbindung im Alltag bedeutet: Arbeitsmärkte rücken zusammen, Unternehmen erreichen neue Kunden und Partner, und Entfernungen verlieren an Bedeutung. Jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen und aus der Verkehrsverbindung einen gemeinsamen Wirtschaftsraum formen. Unterkärnten soll davon nicht nur profitieren, sondern diese Entwicklung aktiv mitgestalten.“ 

Wirtschaft zwischen Konjunktur und neuer Mobilität

Den wirtschaftlichen Rahmen zeichnete Matthias Reith, Senior Ökonom bei Raiffeisen Research, mit seinem Vortrag zu Inflation, Konjunktur und Zinsen. Anschließend zog Christian Holzer, Leiter Asset-Management der ÖBB-Infrastruktur AG, Bilanz über die erfreulichen ersten Monate der Koralmbahn und deren Bedeutung für die neue Achse zwischen Kärnten und der Steiermark.  

Ein Jahr nach der Eröffnung der Koralmbahn zeigt sich eine deutliche positive Bilanz: Die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt ist auf nur 41 Minuten gesunken – rund 77 Prozent weniger als mit der bisherigen Bahnverbindung und 54 Minuten schneller als mit dem Pkw. Täglich nutzen rund 10.000 Reisende die neue Verbindung, parallel ist der Straßenverkehr auf der Autobahn um 6,3 Prozent zurückgegangen. Auch regional wirkt die Koralmbahn: Am Knoten St. Paul/Lavanttal stieg die Zahl der Ein- und Aussteigenden binnen eines Jahres von 575 auf 3.200 pro Tag. Mit dem Semmering-Basistunnel, dessen Fertigstellung für 2029 geplant ist, stehen die nächsten Fahrzeitgewinne insbesondere für die Verbindung Wien–Klagenfurt bevor. 

Für Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten, verändert die neue Erreichbarkeit auch wirtschaftliche Entscheidungen: „Mit der Koralmbahn hat sich die Landkarte im Süden Österreichs verändert. Für Unternehmen werden neue Märkte, größere Einzugsgebiete und ein breiterer Arbeitsmarkt erreichbar. Entscheidend wird sein, diese Möglichkeiten jetzt tatsächlich zu nutzen und Infrastruktur, Investitionen und unternehmerische Entwicklung gemeinsam weiterzudenken.“ Auch für Xenia Daum, Geschäftsführerin der Kleinen Zeitung, wächst zusammen, was medial und wirtschaftlich bereits eng verbunden ist: „Kärnten und die Steiermark sind die beiden Kernmärkte der Kleinen Zeitung. Wir erleben daher täglich, wie viele Themen, Unternehmen und Lebensrealitäten längst über die Landesgrenze hinausreichen. Die Koralmbahn verstärkt diese Verbindung noch einmal deutlich. Umso wichtiger ist es, den neuen Wirtschaftsraum nicht aus zwei getrennten Perspektiven zu betrachten, sondern gemeinsam darüber zu diskutieren, wie er sich entwickeln soll.“ 

AREA Süd 2030

Wie konkret das Zusammenwachsen bereits wird, zeigte sich auch in den Expertentalks. Peter Wedenig vom AMS Kärnten, Karl-Heinz Snobe vom AMS Steiermark und Elisabeth Wuggenig von Mondi Frantschach diskutierten darüber, wie sich der größere Arbeitsmarkt auf Betriebe und Beschäftigte auswirkt. In einer weiteren Runde richteten Westbahn- Public Affairs und Kommunikationsleiter Ademir Jatic, Carinthischer-Sommer-Intendantin Nadja Kayali und Karl Schnögl von der Raiffeisenbank Koralpe-Klopeiner See den Blick auf die AREA Süd im Jahr 2030. 

Für Oswald ist klar, dass die Koralmbahn nur der Ausgangspunkt sein kann: „Die Strecke ist gebaut. Jetzt entscheidet sich, was wir daraus machen. Wenn Unternehmen, Arbeitsmarkt, Tourismus und Gemeinden die neuen Möglichkeiten gemeinsam nutzen, kann die AREA Süd zu einem Wirtschaftsraum werden, der weit über Kärnten und die Steiermark hinaus wahrgenommen wird.“