AußenwirtschaftsTALK von FiW zeigte grenzenlose Perspektiven auf
Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen zum AußenwirtschaftsTALK von Frau in der Wirtschaft Kärnten beim Exporttag 2026. Dabei sprachen vier Frauen über Mut, Grenzen und den Blick über den eigenen Tellerrand.
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Wer über die Grenzen Kärntens hinausblickt, verändert seine Perspektive und entdeckt neuen Raum für Chancen, Netzwerke und die Wertschätzung des Bestehenden. Wie das gelingen kann, zeigte der Exporttag , den die Abteilung Außenwirtschaft & EU der Wirtschaftskammer Kärnten gemeinsam mit der Raiffeisen Landesbank Kärnten und den Kärntner Raiffeisenbanken veranstaltete. Diesmal mit der Premiere des AußenwirtschaftsTALK von Frau in der Wirtschaft. Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen zum neuen Format. „In Kärnten gibt es mehr als 18.400 Unternehmerinnen, die auch im Export tätig sind und für sich immer wieder neue Wege erschließen. Wir möchten ihre Leistungen vor den Vorhang holen“, so Brigitte Truppe-Bürger, stellvertretende Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. Auch für Christopher Weiss, Geschäftsführung Kärntner Raiffeisen Marketing, ist die Wirtschaft weiblich: „Frauen sind Umsetzerinnen, was aber fehlt ist, dass sie in die erste Reihe kommen. Sie dürfen sich ruhig mehr zu trauen.“ Vernetzung und ein Austausch untereinander helfe dabei, ist Moderatorin Ute Pichler überzeugt, die mit Ursula Plassnik, Ada Pellert, Gerrit Hengstler und Valentina Kuchler über ihre Lebenswege auf der Bühne sprach.
Die vier Speakerinnen des FiW-Talks
Ursula Plassnik, die ehemalige österreichische Außenministerin und Botschafterin setzte gleich zu Beginn ein klares Zeichen für Europa. „Auch Unternehmerinnen tragen Verantwortung für Europa.“ Mit persönlichen Anekdoten verdeutlichte Plassnik, wie prägend Auslandserfahrungen sind. Ihre Botschaft: „Wir sind Miteigentümerinnen Europas. Das ist kein Geschenk von oben, dafür müssen wir arbeiten." Sie plädierte eindringlich für mehr Austausch auch mit Männern und thematisierte den Perfektionismus, der vor allem Frauen bremst.
Ada Pellert, Rektorin der Universität Klagenfurt: „Wer einmal weg war und zurückkommt, sieht das Potenzial dieser Region mit anderen Augen.“ Ihr Credo: „Der intelligenten Kooperation gehört die Zukunft." Sie ermutigte Frauen ausdrücklich, Führungspositionen anzustreben, und sprach offen über die Realität: Solange man als „hoffnungsvoller Nachwuchs" gilt, werde man gefördert, sobald man um Führungspositionen konkurriert, wird die Luft dünn. Diese Dynamik zu kennen, sei der erste Schritt, ihr zu begegnen.
Gerrit Hengstler, Leiterin des AußenwirtschaftsCenter Mexiko, gebürtige Steierin, sprach mit Begeisterung über ein Leben, das sie von Lagos über New Delhi und Washington bis nach Mexiko geführt hat. Als eine der ersten Frauen auf manchen Auslandsposten erlebte sie, wie sich die Welt verändert hat. Ihr Tipp an alle Unternehmerinnen: das weltumspannende Netzwerk der Außenwirtschaft nutzen, Beratungsangebote annehmen und sich auch in weniger offensichtliche Märkte wie Mexiko trauen. Ihr Tipp: Mut und dem eigenen Herzen folgen.
2019 übernahm Valentina Kuchler gemeinsam mit ihrem Bruder Constantin das von ihrem Vater Fritz im Jahr 1963 gegründete Familienunternehmen S.A.M KUCHLER Electronics, einem innovativen Hersteller von Aufschnittmaschinen, mit rund 50 Mitarbeitern in Klagenfurt. Mitten in der Übernahme passierte die Pandemie und damit das erste Mal Kurzarbeit in 60 Jahren Unternehmensgeschichte. Nur eine von vielen Herausforderungen, der sich Kuchler stellen musste. „Aber das größte Hindernis sitzt im eigenen Kopf“, sagt sie und plädiert leidenschaftlich für Zivilcourage, Konstanz und für den Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen.
Lebensgeschichten als Inspiration: Zentrale Botschaften des Talks
- Grenzen beginnen im Kopf. Alle vier Speakerinnen waren sich einig: Die größten Hürden sind innere. Zweifel, Perfektionismus und das Warten auf den richtigen Moment bremsen mehr als äußere Umstände.
- Netzwerke sind kein Luxus, sondern Notwendigkeit: Ob Familie, Berufskolleginnen oder internationale Wirtschaftsdelegierte, Vernetzung schafft Sicherheit und neue Perspektiven.
- Europa ist Verantwortung: Europa sei als gemeinsames Projekt zu begreifen, für das jede Unternehmerin Mitverantwortung trage.
- Der Schritt über die Grenze lohnt sich: Die Märkte vor der Haustür, Slowenien, Italien, aber auch Mexiko oder Nigeria bieten echtes Potenzial. Wer jetzt handelt, verschafft sich einen Vorsprung.
- Humor ist Stärke: Eine herzliche, wiederkehrende Botschaft des Nachmittags: Nur wer sich selbst nicht zu ernst nimmt, kann langfristig mutig bleiben.
Im Anschluss an den Talk nutzten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit zum Netzwerken und zu Einzelgesprächen mit den Wirtschaftsdelegierten. Der Abend klang mit der feierlichen Exportgala aus, bei der der Exportpreis verliehen wurde.